Nachhaltiges Rechenzentrum Chip-Cooling ist gut, eine neue Denke besser

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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Rechenzentren müssen Energie sparen, koste es, was es wolle. Dieses eigentliche Paradoxon löst Michael Scheuring, Consultant Datacenter Infrastructure bei Enthus, im Gespräch auf: Investitionen in hyperkonvergente Systeme sowie ein gesamtheitlicher Ansatz zahlen sich mittelfristig aus.

Michael Scheuring, Consultant Datacenter Infrastructure bei Enthus(Bild:  Enthus)
Michael Scheuring, Consultant Datacenter Infrastructure bei Enthus
(Bild: Enthus)

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, gleichzeitig ihre Betriebsabläufe umweltfreundlicher zu gestalten, Ressourcen effizienter zu nutzen und wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Niemand weiß das besser als der Consultant Datacenter Infrastructure von Enthus, Michael Scheuring. Er hat die Notwendigkeit der Transformation genau auf dem Schirm: Im Hinblick auf rechtliche Rahmenbedingungen seien insbesondere das Energieeffizienzgesetz und die EN 50600 maßgeblich. Diese gäben klare Leitlinien vor, um eine nachhaltige Energieeffizienz in Rechenzentren sicherzustellen.

Enthus bietet dafür die entsprechenden USV-, PDU- und Kühl-Systeme. „Die Besonderheit unserer modularen USV-Systeme liegt in ihrer flexiblen Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Leistungsanforderungen“, erläutert Scheuring. „Unsere PDU-Systeme ermöglichen eine effektive Messung und Optimierung des Energieverbrauchs im Rechenzentrum.“

Chip-Cooling mit großer Zukunft

Scheuring nimmt in der Branche verstärkt Diskussionen um die Möglichkeiten der Abwärmenutzung wahr. Dies spiegle die branchenweite Bestrebung wider, die erzeugte Wärme als Ressource effektiv zu nutzen. Was bleibt der Branche auch anderes übrig – laut dem Ende November 2023 in Kraft getretenen Energieeffizienzgesetz (EnEfG) muss die Abwärme eines Rechenzentrums nutzbar gemacht werden, wenn sie nicht bereits innerhalb des besitzenden Unternehmens wiederverwendet werden kann.

Dafür hat Scheuring im vergangenen Jahr interessante Ansätze im Bereich des direkten Chip-Coolings beobachtet. Ziel der Bemühungen sei es, hohe Rücklauftemperaturen effizienter als bislang zu nutzen. Das mahnen Analysten diverser Beratungshäuser schon länger an: „Für die Rechenzentrumsindustrie sind Flüssigkeitskühl-Lösungen hoch relevant, um die neuen Hochleistungsbedarfe in den Griff zu bekommen“, erklärte beispielsweise Jennifer Cooke, Research Director im Datacenter Trends und Strategy Team bei IDC.

Entsprechend ist der Markt dafür am abheben: Die Analysten von Omdia gehen davon aus, dass bis 2026 mit Flüssigkeitskühlung wenigstens drei Milliarden Dollar im Jahr zu machen ist. Davon möchte Enthus selbstverständlich seinen Teil abhaben. „Wir setzen wir auf energieeffiziente Kühllösungen auf CW-Basis, die nicht nur Freikühlung nutzen, sondern auch die direkte Chipkühlung ermöglichen“, berichtet Scheuring.

Ganzheitliches Management-Konzept nötig

Bessere Hardware allein wird das Problem aber nicht lösen können, meint er. Angesichts neuer Technologien wie Internet of Things (IoT), 5G oder Künstlicher Intelligenz (KI) explodiert die Nachfrage nach Strom, während er ausgerechnet in Deutschland auch noch künstlich verknappt und damit immer teurer wird. Unternehmen haben daher gar keine andere Möglichkeit, als in innovative, Energie-effiziente Technologien für den Betrieb ihrer Rechenzentren zu investieren – das allein reiche aber nicht.

Einsparungen in großem Stil lassen sich laut Scheuring nur mittels einer neuen Denke realisieren: „Um noch mehr Energie einzusparen, führt kein Weg an einer ganzheitlichen Betrachtung der IT-Landschaft vorbei“, so der Rechenzentrumsexperte. Das Ergebnis seiner eigenen Betrachtungen mündete in deine Empfehlung für die hyperkonvergente Infrastruktur (HCI). Diese soll möglichst die heute nach wie vor dominierende Architektur in Rechenzentren, besteht aus den drei „Tiers“ Storage, Server und Netzwerk, mittels eines Software-definierten Ansatz in einem Standard-x86-Server vereinen – und viel Geld sparen.

Das habe sich in der Praxis schon oft bestätigt: „Bei weitreichenden Umstellungen auf HCI-Technologie haben wir bei Kunden oftmals eine Senkung des Stromverbrauchs um bis zu 50 Prozent realisieren können“, so Scheuring. Intelligente Software auf jedem Server-Node verteile operative Funktionen über den gesamten Cluster hinweg viel effizienter als in 3-Tier-UMgebungen. „Dies wiederum hat direkte Auswirkungen auf den Bedarf an Kühlung, USV, etc. Der sinkt dann nämlich auch“, so Scheuring.

Eine klassische Win/Win-Situation also, mit der der Nachhaltigkeit nichts mehr im Wege steht.

Scheuring ist nur eine von vielen Mitwirkenden an unserem neuen Channel Focus „Power & Cooling“, in dem insbesondere und ausführlich die Bereiche Stromversorgung und Kühlung angesprochen werden. Erfahren Sie, wie Partner und Serviceprovider im IT-Markt und der Rechenzentrums-Branche 2024 auf neue rechtliche Vorgaben reagieren und Ausgaben begrenzen können.

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