Generative KI Chancen, Möglichkeiten und Risiken von KI

Von Johannes Kapfer 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, insbesondere seit der Einführung von ChatGPT vor ziemlich genau einem Jahr. Das Institut für digitale Transformation (bidt) hat eine Studie durchgeführt, um die Nutzung und Akzeptanz von generativer KI in Deutschland zu untersuchen.

ChatGPT ist nun seit rund einem Jahr auf dem Markt. Die Möglichkeiten generativer KI wirken schier grenzenlos. Bislang fehlen allerdings bindende Regularien für ihren Einsatz.(©  Igor - stock.adobe.com)
ChatGPT ist nun seit rund einem Jahr auf dem Markt. Die Möglichkeiten generativer KI wirken schier grenzenlos. Bislang fehlen allerdings bindende Regularien für ihren Einsatz.
(© Igor - stock.adobe.com)

Generative KI beschreibt Systeme, die neue Inhalte wie Texte, Bilder, Programmcode, Videos oder Musik generieren können. Laut einer McKinsey-Studie könnte generative KI jährlich bis zu 4,4 Billionen US-Dollar an globalen Unternehmensgewinnen generieren. Dabei könnte sie die Produktivität steigern, kreative Inhalte für Marketing und Vertrieb schaffen und sogar Softwarecode allein auf Basis sprachbasierter Eingaben erstellen.

Trotz dieser vielversprechenden Potenziale sehen viele Beschäftigte die Gefahr des Arbeitsplatzverlusts durch den Einsatz von generativer KI. Die Diskussion um die Auswirkungen von KI erstreckt sich allerdings nicht nur auf die Arbeitswelt, sondern gewinnt auch in der Gesellschaft und Politik an Bedeutung. Das bidt hat sich entschieden, mittels einer Befragung die tatsächliche Nutzung und Akzeptanz von generativer KI in der Bevölkerung und unter Erwerbstätigen zu untersuchen.

Vier von fünf haben bereits von KI gehört

Das Marktforschungsinstitut DCORE führte die repräsentative quantitative Befragung im Auftrag des bidt durch. Zwischen dem 20. Juli und dem 4. August 2023 wurden 3.020 Internetnutzer ab 16 Jahren in Deutschland befragt, darunter 1.008 hauptberuflich Erwerbstätige. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht, Bildung und Bundesland repräsentativ für Deutschland gewichtet.

Die Studie zeigt, dass etwa ein Drittel der Internetnutzer in Deutschland bereits generative KI genutzt hat – von ihre gehört haben bereits 81 Prozent. Bei erwerbstätigen Personen liegt der Anteil, die generative KI genutzt haben, bei 40 Prozent, während es bei den nicht erwerbstätigen Personen nur 27 Prozent sind.

Jüngere und formell höher gebildete Personen nutzen generative KI häufiger für das Erstellen und/oder Prüfen von Texten und Programmcode im Vergleich zu älteren oder weniger gebildeten Personen. Die meisten Nutzer verwenden generative KI für die Recherche von Informationen (56 Prozent), Zusammenfassung von Texten (48 Prozent) und das Erstellen neuer Texte sowie das Führen von Gesprächen (jeweils rund 42 Prozent).

Risiken überwiegen aktuell noch den realen Nutzen

Interessanterweise zeigt die Studie, dass die Wahrnehmung von generativer KI eher von Risiken als von Chancen geprägt ist. Während knapp die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland glaubt, dass Chancen und Risiken ausgewogen sind, sieht ein Viertel der Studienteilnehmer hauptsächlich Risiken und nur bei 18 Prozent überwiegen die Chancen den Risikofaktoren. Personen mit niedriger formaler Bildung neigen eher dazu, Risiken zu sehen, während diejenigen, die viel über KI wissen, eher die Chancen betonen.

Die Nutzung generativer KI im beruflichen Kontext ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt der Studie. Rund ein Viertel der erwerbstätigen Internetnutzer hat generative KI bereits im beruflichen Kontext genutzt. Die Mehrheit davon hat die Nutzung offen am Arbeitsplatz kommuniziert, wobei 79 Prozent angeben, dass ihre Arbeitgeber über die Nutzung Bescheid wissen.

Die Studie hebt auch das Bewusstsein über Risiken beim Umgang mit generativer KI hervor. Knapp 40 Prozent der erwerbstätigen Internetnutzer, die von generativer KI gehört haben, glauben, erkennen zu können, in welchen Fällen die Anwendung hilfreich ist. In Bezug auf Datenschutz geben etwas weniger als zwei Drittel der Befragten an, sorgfältig abzuwägen, welche Daten sie bei der Nutzung generativer KI angeben.

KI: befürchteter Kontrollverlust

Eine weitere Erkenntnis ist, dass fast die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland befürchtet, die Kontrolle über generative KI zu verlieren. Knapp 50 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der bidt-Studie stimmen der Aussage zu, dass der zunehmende Einsatz generativer KI dazu führen kann, dass die Menschheit die Kontrolle über die Technologie verliert.

Im Hinblick auf die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung von generativer KI zeigen sich gemischte Meinungen. Etwas mehr als die Hälfte der Internetnutzer wünscht sich eine stärkere Regulierung von generativer KI, während etwa ein Viertel der Meinung ist, dass die Weiterentwicklung gestoppt werden sollte. Zugleich sehen 37 Prozent generative KI als eine Technologie, die das Leben in Zukunft erleichtern wird.

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Zusammenfassend verdeutlicht die bidt-Studie, dass generative KI bereits weite Verbreitung gefunden hat und in verschiedenen Bereichen genutzt wird. Die Einschätzung der Chancen und Risiken sowie die Erwartungen an die Zukunft sind allerdings ambivalent und spiegeln die vielfältigen Perspektiven der Bevölkerung und der erwerbstätigen Personen wider. In Anbetracht dieser Vielfalt betont die Studie die Notwendigkeit einer ausgewogenen Regulierung und eines umfassenden Bildungsansatzes, um die Potenziale von generativer KI optimal zu nutzen und mögliche Risiken zu minimieren.

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