eMail aus der Redaktion Anglizismen in der IT

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

IT-Profis sprechen in Deutschland gepflegtes Denglisch. IT-BUSINESS hakte beim FSC-Chef Hans-Dieter Wysuwa nach, ob das neue Firmenkonzept »Dynamic Infrastructures« nicht doch eher »Infrastruktur-Dienstleistungen« sind.

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Stefan Riedl, Leitender Redakteur, IT-BUSINESS (Archiv: Vogel Business Media)

Sehr geehrter Herr Wysuwa,

Ende vergangenen Jahres wurde diskutiert, ob der Passus »Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch« in das Grundgesetz aufgenommen werden soll. In unserer Branche sind englischsprachige Begriffe aber an der Tagesordnung: Statt »Festplatte« sagen viele »Hard Disk«, da sich das deutsche Wort nach leckerem Feiertags-Buffet anhört. Das Wort »Zentraleinheit« kommt auch mit der Anmut einer »Justizvollzugsanstalt« daher, weswegen »CPU« dann doch die schnittigere Alternative darstellt. Einen deutschen Begriff für Raid-Controller muss man erst einmal lange suchen.

Ein »Device« könnte man meiner Meinung nach aber ruhig öfter mal »Peripheriegerät« nennen und ein »Service« ist meistens immer noch eine Dienstleistung. Insbesondere auf Kundenseite sind nämlich viele »Customer« schon mal überfordert, wenn IT-Begriffe so gar nicht verraten wollen, wovon eigentlich gesprochen wird. Und wer will sich schon die Blöße geben und beispielsweise fragen: »Was ist eigentlich Dynamic Infrastructures?«

Fördert Ihr Unternehmen durch das Branding Ihres neuen Geschäftskonzeptes Infrastructure-as-a-Service nicht den Anglizismen-Wildwuchs? Hätte man »Dynamic Infrastructures« nicht auch »Infrastruktur-Dienstleistungen« oder ähnlich nennen können?

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Riedl

Redaktion IT-BUSINESS

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Antwort von FSC-Vertriebschef Hans-Dieter Wysuwa.

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