Wilfried Pruschak nennt „unterschiedliche Sichtweisen zur strategischen Ausrichtung“ als Grund für Löschkes Ausstieg Was die neue PC-Ware-Führung nach Löschkes Abgang vorhat

Redakteur: Regina Böckle

Nach dem überraschenden Vorstands-Wechsel bei der PC-Ware AG nimmt Wilfried Pruschak, Aufsichtsratsvorsitzender der PC-Ware AG, im Interview mit IT-BUSINESS Stellung zur künftigen Ausrichtung.

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Der Gründer und bisherige Vorstandsvorsitzende von PC-Ware, Dr. Knut Löschke, hatte gestern das Unternehmen verlassen, gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Tillmann Blaschke IT-BUSINESS.de berichtete.

ITB: Was sind die Ursachen und Gründe für dieses plötzliche Ausscheiden – zumal der neue Aufsichtsrat ja bereits die Nachfolger ernannt hat?

Pruschak: Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Sichtweisen hinsichtlich der zukünftigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der PC-Ware. Der Aufsichtsrat der PC-Ware ist davon überzeugt, dass eine stärkere Schwerpunktsetzung und eine deutlichere Segmentierung der Geschäftsfelder Value- und Volume-Business die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg und für die Weiterentwicklung des Konzerns bilden soll. Darüber hinaus erwartet sich der Aufsichtsrat und die Raiffeisen Informatik eine verstärkte Konzentration auf den Vertrieb im Geschäftsfeld IT-Operations. Durch entsprechende Zielsetzungen und strukturelle Anpassungen bei der PC-Ware soll diese neue Strategie zur Umsetzung gelangen.

ITB: Knut Löschke wird in der gesamten IT-Branche als außerordentlich kompetenter und um ein offenes Wort nie verlegener Geschäfts- und Gesprächspartner geschätzt. Deshalb erstaunt es umso mehr, weshalb der Wechsel so unvorbereitet kommt. Was hat aus der Sicht von Raiffeisen Informatik dazu geführt?

Pruschak: Der Aufsichtsrat betont ausdrücklich, dass die Leistungen der beiden Vorstände in der Vergangenheit das Unternehmen PC-Ware dahin geführt hat, wo es jetzt steht und bedankt sich bei den Vorständen für ihren langjährigen Einsatz und ihr Engagement im Dienste der PC-Ware-Gruppe. Einzig die Vorstellungen der zukünftigen strategischen Ausrichtung gingen auseinander. Die Veränderung im Management ist eine Konsequenz aus den sich veränderten Paradigmen. Allerdings wird Dr. Löschke weiterhin der Raiffeisen Informatik Gruppe in beratender Funktion verbunden bleiben.

ITB: In der im März 2009 getroffenen Vereinbarung bezüglich der Mehrheitsbeteiligung der Raiffeisen Informatik hieß es ja, dass es keine Änderungen geben soll bezüglich: der Brands PC-Ware und Comparex, der strategischen Ausrichtung und drittens der operativen Ausrichtung. Inwiefern sind diese Aussagen noch gültig?

Pruschak: Die entsprechenden Aussagen haben grundsätzlich weiterhin Gültigkeit. Allerdings bedingen verändernde Märkte auch Anpassungen im Unternehmen und in der Marktbearbeitung. Der Aufsichtsrat der PC-Ware ist davon überzeugt, dass eine stärkere Schwerpunktsetzung und eine deutlichere Segmentierung der Geschäftsfelder Value- und Volume-Business die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg und für die Weiterentwicklung des Konzerns bilden soll. Darüber hinaus erwartet sich der Aufsichtsrat und die Raiffeisen Informatik eine verstärkte Konzentration auf den Vertrieb im Geschäftsfeld IT-Operations. Durch entsprechende Zielsetzungen und strukturelle Anpassungen bei der PC-Ware soll diese neue Strategie zur Umsetzung gelangen.

Welche konkreten Änderungen mit dieser neuen Ausrichtung verbunden sind, erläutert Wilfried Pruschak auf der nächsten Seite.

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