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Managementfehler vermeiden
Neben diesen externen, schwer beeinflussbaren Gründen tragen nach wie vor hausgemachte Fehler die Hauptschuld an drohenden Pleiten, beispielsweise ein unzureichendes Debitorenmanagement. Allerdings kommt es im Rahmen der aktuellen wirtschaftlichen Situation zu einer anderen Gewichtung: Waren es in Nicht-Krisenzeiten eher rein betriebswirtschaftliche Faktoren wie fehlendes Controlling, die bemängelt wurden, werden aus Sicht der Insolvenzverwalter jetzt verstärkt strategische Aspekte vernachlässigt. So fehle es vielfach an finanziellen Rücklagen und einer Person, die sich ausschließlich mit strategischen Aufgaben befasst. Auch das zu starre Festhalten an alten Konzepten sei ein häufiger Fehler.
Hans Reuter, Vorstand der auf KMUs spezialisierten Unternehmensberatung Abos-Conworks Unternehmerverbund, weiß aus praktischer Erfahrung, dass in vielen KMUs immer noch keine Kostenrechnung existiert und das strategische Controlling eine zu geringe Bedeutung hat. Controlling-Instrumente wie Balanced Scorecard oder eine GAP-Analyse würden zu wenig oder fehlerhaft eingesetzt, mit der Folge, dass Schieflagen zu spät entdeckt werden.
Auch beobachtet er nach eigener Aussage häufig Finanzierungslücken durch zu wenig Eigenkapital oder zu hohe Zinsbelastungen aufgrund oft nur unterdurchschnittlicher Verhandlungsmöglichkeiten gegenüber Banken. Auch mangelhaftes Forderungsmanagement sei oft anzutreffen. Ein strukturelles Problem sei zudem der „immer noch weit verbreitete autoritäre und rigide Führungsstil“, verbunden mit wenig Flexibilität und mangelndem Teamwork. Auch Reuter verweist auf die zusätzlich härter gewordenen externen Rahmenbedingungen.
Welche Hilfe in Anspruch genommen werden kann und welcher Ausweg sich im Falle einer Insolvenz möglicherweise bietet, erfahren Sie auf der nächsten Seite.
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