Verhandlungen abgebrochen Western Digital und Kioxia stoppen Gespräche über Fusion

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Berichten zufolge wurden die Gespräche über eine Fusion der NAND-Speicherchip-Sparte von Western Digital und des Unternehmens Kioxia abgebrochen. Es heißt, dass der indirekte Kioxia-Investor SK Hynix wirtschaftliche Bedenken geäußert habe und der Fusion nicht zustimme.

(Bild:  spainter_vfx - stock.adobe.com/ Western Digital Corporation)
(Bild: spainter_vfx - stock.adobe.com/ Western Digital Corporation)

Die Fusion der NAND-Speicherchip-Sparte des US-Herstellers Western Digital und des japanischen Flash-Speicher-Herstellers Kioxia hätte das Potenzial gehabt, Branchenprimus Samsung Konkurrenz zu machen. Kioxia belegt Analysen zufolge Rang 3 im globalen Markt für NAND-Flash-Speicherchips, Western Digital befindet sich auf Position 4.

Gerüchte über die Gespräche zwischen beiden Parteien gibt es bereits seit Jahren und waren kürzlich erst wieder befeuert worden. Jetzt allerdings scheint die angepeilte Fusion geplatzt zu sein, wie unter anderem Nikkei Asia und Reuters berichten. Ursprünglich wäre eine Einigung hinsichtlich der Fusion Ende Oktober 2023 angepeilt gewesen, doch nun wurden die Gespräche beendet und werden mutmaßlich vorerst nicht wieder aufgenommen.

Es heißt, dass die Verantwortlichen von Western Digital den Stecker gezogen hätten, nachdem keine Einigung mit Kioxias indirektem Aktionär SK Hynix erreicht werden konnte (via Nikkei Asia). Insbesondere der südkoreanische Chip-Hersteller SK Hynix, Berichten zufolge weltweit der zweitgrößte Produzent von NAND-Flash-Speichern und damit Mitbewerber von WD sowie Kioxia, hatte Bedenken, dass die Fusion der Position des Unternehmens sowie der Partnerschaft mit Kioxia schaden könne. Zur Erklärung: SK Hynix ist Mitglied des von Bain Capital geleiteten Konsortiums, das Hauptaktionär von Kioxia ist. Auch habe man sich mit dem Hauptanteilseigner selbst nicht einigen können.

Fusionen und Anteilseigner: Eine komplizierte Lage

Ursprünglich war Kioxia Teil des Toshiba-Unternehmens (firmierte bis zum Jahr 2019 unter dem Namen Toshiba Memory Corporation) und wurde im September 2017 von einem Konsortium unter der Führung der Investmentgesellschaft Bain Capital übernommen. Die damalige Partnerschaft mit Western Digital blieb erhalten. Diese wiederum kam indirekt zustande, weil die Verantwortlichen von Western Digital zuvor Toshiba Memorys Kooperationspartner Sandisk übernommen hatten.

Mitglied des Bain-Capital-Konsortiums ist wiederum SK Hynix; das Unternehmen hat im Jahr 2017 knapp 400 Milliarden Yen in die Kioxia-Übernahme investiert. Mit 49,9 Prozent der Aktien hielt Bain Capital dann den größten Anteil an Kioxia, während 40,2 Prozent weiterhin bei Toshiba verblieben und 9,9 Prozent der Anteile dem japanischen Technologie-Unternehmen Hoya gehörten.

Seit Beginn der Fusionsgespräche vor zwei Jahren sind die Verhandlungen zwischen Kioxia und Western Digital mehrfach wegen verschiedener Probleme ins Stocken geraten. Außerdem gibt es Bedenken wegen möglicher kartellrechtlicher Probleme. (sb)

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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