Definition Was ist Wiper?

Von andi_dd 2 min Lesedauer

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Bei Wiper handelt es sich um eine zerstörerische Malware, die zum ersten Mal 2012 auftauchte. Seitdem gab es zahlreiche Angriffe mit diversen Wiper-Varianten. Die Malware zielt darauf ab, in infizierten IT-Systemen maximalen Schaden anzurichten.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
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Die Wiper-Malware überschreibt, verschlüsselt und löscht vielfältige Dateien und Daten auf infizierter Hardware. Im Gegensatz zu Erpressungstrojanern streben die Verantwortlichen keine Geldzahlung an, stattdessen wollen sie den Betroffenen möglichst viel Schaden zufügen.

Was soll Wiper-Malware bezwecken?

Bei Erpressungstrojanern ist das Ziel klar: Cyberkriminelle wollen Lösegeldzahlungen einnehmen. Wiper-Malware weicht von diesem Ansatz ab, die Schadsoftware richtet unmittelbar irreparable Schäden an. Die meisten Varianten beginnen damit, Dateien mehrfach zu überschreiben und anschließend zu löschen. Auch Verschlüsselungstechnik kommt zum Einsatz. Zudem greift die Wiper-Malware Dateien der Systemwiederherstellung an. Die gesamte Attacke soll zur Funktionsunfähigkeit von Computern und IT-Systemen führen.

Wiper-Malware: Das sind die Verursacher

Die Zielstellung dieser Schadsoftware deutet darauf hin, dass für diese Angriffe keine gewöhnlichen Cyberkriminellen mit finanziellen Interessen verantwortlich sind. Mit diesen Attacken lässt sich im Gegensatz zu Erpressungstrojanern kein Geld verdienen. Wiper-Malware soll die anvisierten Unternehmen, Staaten und andere Institutionen nachhaltig schwächen. Als Akteure kommen deshalb Geheimdienste, mit Regierungen verbündete Gruppen und Terrororganisationen infrage.

Vielfältige Wiper-Attacken seit 2012

Die bisherigen Angriffe mit Wiper-Malware bestätigen die These, dass meist Staaten oder Terrorgruppen die Schadsoftware verbreiten. Die erste bekannte Wiper-Attacke betraf ein iranisches Ölterminal, kurz danach sahen sich das saudi-arabische Ölunternehmen Aramco und die katarische Firma RasGas mit diesem Problem konfrontiert. Es spricht angesichts der Ziele viel für einen politischen Hintergrund. Dasselbe gilt für die Wiper-Angriffe ab 2022 auf ukrainische Behörden und Unternehmen. Diese Angriffswelle begann mit dem Start des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Die wichtigsten Vorfälle mit Wiper-Malware und Varianten im Überblick

  • 2012: Wiper-Angriffe auf Unternehmen im Iran, Saudi-Arabien und Katar
  • 2018: Olympic Destroyer – Ziel: Olympische Spiele in Südkorea 2020. ZeroCleare – Betroffene: unter anderem der Energie- und Industriesektor im Nahen Osten
  • 2022: SwiftSlicer gegen die Ukraine

Die Ziele dieser Malware können eng begrenzt oder breit angelegt sein. Manche Attacken konzentrieren sich auf einzelne Unternehmen und Wirtschaftssektoren, andere zielen auf die gesamte Gesellschaft und Weltregionen.

Effektiver Schutz vor Wiper

Unternehmen, Behörden und andere Institutionen sollten sich umfassend vor diesen Angriffen schützen. Dazu gehört eine wirkungsvolle Backup-Strategie: Bestenfalls erfolgt die Sicherung in einer Cloud und auf einem Wechseldatenträger. Zugleich empfehlen sich professionelle Schutzprogramme, eine Sensibilisierung der Mitarbeiter und eine reaktionsfähige IT-Abteilung. Nach einer Infizierung ist schnelles Handeln wichtig, da die Wiper-Malware für das Verschlüsseln, Überschreiben und Löschen einige Zeit benötigt. In diesem Zeitfenster können IT-Experten den Schaden begrenzen.

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