Definition Was ist Juice Jacking?

Von Nicole 2 min Lesedauer

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Juice Jacking bedeutet grob übersetzt „Saft kapern“, doch steht der Begriff für einen Cyberangriff, der über die Stromverbindung beim Aufladen eines Mobilgerätes erfolgen kann. Dabei wird der USB-Port genutzt, um Schadsoftware auf das Gerät zu übertragen.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
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An öffentlichen USB-Ladestationen auf Flughäfen oder Bahnhöfen können Smartphones oder Tablets beim Aufladen mit Schadsoftware infiziert werden. Bei dem sogenannten Juice Jacking handelt es sich um einen Hardware-basierten „Man-in-the-Middle-Angriff“. Wird das Mobilgerät per USB aufgeladen, können dabei auch Daten übertragen werden. Diese im Eigengebrauch erwünschte Funktion nutzen Hacker, indem Sie über eine infizierte USB-Ladestation während des Aufladens eine Datenverbindung herstellen: Sobald das mobile Gerät verbunden wird, fließen neben dem Strom auch Daten. Unbemerkt können so Informationen ausspioniert, Manipulationen durchgeführt oder Schadsoftware auf das Gerät übertragen werden. Möglich ist das auch über ein infiziertes USB-Ladekabel.

Wo besteht ein Risiko?

Ein Sicherheitsrisiko besteht vor allem an öffentlichen USB-Ladestationen für mobile Geräte. Angeboten werden sie beispielsweise in Hotels, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen oder Flughäfen, an Universitäten, in größeren Firmen und in öffentlichen Gebäuden wie Museen. An öffentlichen Orten haben Hacker leichten Zugang, um die entsprechende Malware auf die Ladestation zu übertragen. Eine weitere Möglichkeit ist das wie zufällig vergessene infizierte Ladekabel, welches von einem ahnungslosen Finder genutzt wird.

Erste Warnung bereits 2011

Auf das Sicherheitsrisiko wurde bereits im Jahr 2011 auf der Hackerveranstaltung DEFCON in Las Vegas hingewiesen. Dort wurden zur Demonstration kostenlose USB-Ladestationen aufgestellt. Nach dem Anschluss eines mobilen Gerätes tauchte auf diesem eine Textmeldung auf, die vor der Nutzung öffentlicher Ladestationen warnte. Ein weiterer Hinweis folgte 2019 durch US-Institutionen wie das FBI, eine Auffrischung der Warnung 2023.

Mögliche Schäden durch Juice Jacking

Es können je nach Intention konkret Daten ausspioniert und missbräuchlich genutzt werden. Möglich sind zum Beispiel Identitätsdiebstahl oder Geldtransfers. Daneben ist die Installation von Schadsoftware auf dem mobilen Gerät möglich, die unterschiedlich agieren kann:

  • weitere Datenübertragungen
  • Keylogging-Software
  • Spyware
  • Fremdsteuerung des Gerätes
  • Deaktivierung des Gerätes
  • Übertragung von Malware an andere Geräte.

Schutzmaßnahmen

Der beste Schutz vor Juice Jacking besteht darin, öffentliche Ladestationen zu meiden und keine fremden USB-Kabel zu nutzen. Weiterhin kann die Datenübertragung während des Aufladens per USB auf dem mobilen Gerät deaktiviert werden. Das Aufladen per USB lässt sich vermeiden, indem ein Steckdosenadapter und das Stromnetz genutzt werden. Sogenannte USB-Data-Blocker sind kleine Adapter, die auf den USB-Stecker aufgesetzt zwar noch die Stromverbindung zulassen, den Datenfluss jedoch blockieren. Andere Bezeichnungen für den Adapter sind USB-Condom oder SyncStop.

Auch das Zwischenschalten einer Powerstation kann den Datenfluss beim Aufladen verhindern.

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