Definition Was ist Globalisierung?

Autor / Redakteur: Diderot / Ann-Marie Struck

Globalisierung ist ein bekanntes historisches Phänomen. Aber erst durch die digitale Revolution, die Entwicklung neuer Transporttechniken und die Beendigung des Kalten Krieges ist eine wirklich globale Vernetzung in Gang gesetzt worden.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Der Globalisierungs-Begriff ist erstmals Mitte des 20. Jahrhunderts aufgetaucht. In den allgemeinen Sprachgebrauch gelangte er in den 90er Jahren. Er steht für die weltweite Vernetzung von Politik, Wirtschaft und Kultur. Auch die Umwelt wird inzwischen als Teil des Globalisierungs-Prozesses betrachtet.

Globalisierung ist eine historische Grundtendenz

Globalisierung kann als historisch fortschreitender Prozess gedeutet werden. Zwar ist der Begriff jüngeren Datums, aber die Tendenz des Zusammenwachsens hat es wirtschaftlich, politisch und kulturell in der gesamten Menschheitsgeschichte gegeben. Als Beispiele seien die Handelsunionen des antiken Mittelmeerraums, wichtige Wirtschaftsrouten wie die Seidenstraße und die Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts genannt. Wirklich beflügelt wurde die Globalisierung durch die technischen Möglichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts.

Meilensteine der Globalisierung

Ein wichtiger historischer Meilenstein auf dem Weg zu einer echten Globalisierung ist das Ende des Kalten Krieges mit dem Fall der Mauer gewesen. Im gleichen Zeitraum begann die Epoche der Digitalisierung mit ihrer ersten Evolutionsstufe von 1990 bis 2000. Heute sind die Menschen, ihre Tätigkeiten, ihre kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen eingebettet in eine Infrastruktur von vernetzten Informationssystemen. Datenaustausch ist weltumspannend für nahezu jeden möglich geworden.

Die Märkte öffnen sich

Einherschreitend mit diesen technischen Möglichkeiten öffnen sich global die nationalen Märkte. Alte Einfuhrbeschränkungen werden gemildert oder ganz aufgehoben. Die politischen und wirtschaftlichen Großverbände wie UNO, EU oder G-20 rücken enger zusammen. Die Unternehmen agieren transnational. Gleichzeitig steigt mit der Globalisierung der internationale Wettbewerb. Die Global Player lassen sich auf der ganzen Welt an günstigen Produktionsstandorten nieder. Durch die entsprechend niedrigen landesüblichen Löhne bleiben die Warenpreise auf günstigem Niveau. Im Rahmen der Globalisierung gewinnen Industrieländer zunehmend an Macht und Geld. Auch Schwellenländer, beispielsweise Industrieländer, profitieren von der weltumspannenden Standortsuche. Zunehmende Verbreitung findet in diesem Zuge auch die westliche Kultur - zum Schaden kleinerer landestypischer Traditionen.

Finanzstarke Nationen im Vorteil

Die neuen Technologien im Rahmen der Digitalisierung sind die stärksten Motoren der Globalisierung. Durch erdumspannende Datennetze, die Kommunikation via Satelliten und eine computergestützte Logistik werden nationale Standorte abgenabelt. Der barrierefreie Datenaustausch beschleunigt Transaktionen über den ganzen Erdball und verbilligt diese. Allerdings liegen die Vorteile der Globalisierung immer noch in den Händen der finanzstarken Nationen. Tatsächlich sind bisher nur etwa 30 Prozent aller Menschen in die Weltwirtschaft integriert.

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