Definition Was ist ein Kill Switch?

Von Holger Hagedorn 2 min Lesedauer

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Ein Kill Switch, auf Deutsch „Nothaltschalter“, ist eine Sicherheitsvorrichtung in IT-Systemen, die den Betrieb eines Geräts oder die Ausführung eines Programms in Gefahrenlagen unterbricht. Er kann sowohl hardware- als auch softwarebasiert sein.

Ein Kill Switch ist eine Sicherheitsfunktion, die entwickelt wurde, um ein Gerät, ein System oder eine Software schnell abzuschalten oder zu deaktivieren, um potenziellen Schaden zu verhindern.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Ein Kill Switch ist eine Sicherheitsfunktion, die entwickelt wurde, um ein Gerät, ein System oder eine Software schnell abzuschalten oder zu deaktivieren, um potenziellen Schaden zu verhindern.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Ursprünglich bezeichnete ein Kill Switch gemäß der Norm DIN EN ISO 13850 einen manuell betätigten Schalter, der typischerweise durch ein rotes Bedienelement auf gelbem Gehäuse gekennzeichnet ist. Im Kontext der Informationstechnologie und des Internets hat der Begriff jedoch eine erweiterte Bedeutung erhalten. Hier umfasst er vor allem softwarebasierte Mechanismen, die bei Bedrohungslagen oder vordefinierten Szenarien automatisch Prozesse stoppen.

Softwarebasierte Kill Switches zur Abwehr von Cyberangriffen

Softwarebasierte Kill Switches greifen proaktiv bei Sicherheitsvorfällen ein. Beispielsweise kann ein Kill Switch in einer Firewall den gesamten Netzwerkverkehr bei einem Malware-Angriff blockieren, um Datenverlust oder unbefugtes Eindringen effektiv zu verhindern. In Kryptowährungs-Wallets deaktiviert er Transaktionen und den Zugriff, sobald Anzeichen unbefugter Aktivitäten erkannt werden.

Reaktion auf Verstöße gegen Nutzungsbedingungen

In Cloud-Diensten und Softwareanwendungen überwacht ein Kill Switch überdies oft die Einhaltung von Lizenzbedingungen oder Gebührenzahlungen. Bei Verstößen oder ausbleibenden Zahlungen kann er den Zugriff auf Ressourcen sperren, Konten blockieren oder die Programmausführung einschränken.

VPN-Kill-Switch für durchgehende Anonymität

Viele VPN-Dienste integrieren einen Kill Switch, der bei einem unerwarteten Verbindungsabbruch den gesamten Internetzugang unterbricht, um die reale IP-Adresse des Nutzers zu schützen. Alternativ kann er spezifische Anwendungen deaktivieren, um die Anonymität unter allen Umständen zu gewährleisten.

Kill Switch in mobilen Geräten

Der Kill Switch in mobilen Geräten ist ein Beispiel für einen softwarebasierten, aber manuell auslösbaren Schutzmechanismus. Im Falle eines Verlustes oder Diebstahls des Handys, Tablets oder Ähnlichem kann er per Fernzugriff aktiviert werden. Seit der Version 5.0 ist in Android ein Kill Switch integriert und von Apple gibt es seit iOS 7 mit der Aktivierungssperre eine Kill-Switch-Funktion.

Hardwarebasierte Kill Switches in Netzwerken und Rechenzentren

  • Unternehmen und andere Organisationen schützen ihre Netzwerke oft zusätzlich durch hardwarebasierte Kill Switches. Diese trennen physische Netzwerkkomponenten, um die Ausbreitung eines Cyberangriffs durch die Isolierung infizierter Netzwerksegmente schnell zu stoppen.
  • Im kommerziellen sowie im privaten Bereich gilt dies auch für IoT-Geräte. Über eine softwarebasierte Notabschaltung hinaus bieten diese gelegentlich einen hardwarebasierten Kill Switch, beispielsweise zur physischen Trennung der Stromversorgung.
  • In Rechenzentren sind hardwarebasierte Kill Switches ferner vorhanden, um auf kritische Ereignisse wie Stromschwankungen oder Überhitzungsrisiken umgehend zu reagieren.

Internet-Kill-Switch unter staatlicher Kontrolle

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass staatliche Stellen über einen Kill Switch das Internet zentral abschalten oder einschränken können. Dieses Instrument ist oft für Krisensituationen vorgesehen, birgt jedoch das erhebliche Risiko des Missbrauchs als Zensurmaßnahme.

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