Der gleiche Tagesablauf, es folgt Meeting auf Meeting. In der heutigen Arbeitswelt gehören Videocalls selbstverständlich dazu. Problematisch nur, dass diese nachgewiesen für zunehmende Erschöpfung sorgen. Was tun gegen die sogenannte „Zoom-Fatigue“?
Der moderne Business-Alltag besteht aus einer Reihe an Videocalls. Das kann ermüdend sein. Dabei gäbe es Möglichkeiten, der sogenannten Zoom-Fatigue ein Stück weit zu entkommen.
(Bild: Kateryna - stock.adobe.com)
Im Allgemeinen beschreibt der Begriff Zoom-Fatigue Müdigkeit und Erschöpfung durch virtuelle Kommunikationsplattformen. Sie stellt sich oftmals nach zahlreichen virtuellen Meetings am Tag und in der Woche ein und beeinträchtigt Betroffene auf starke Art und Weise. Zu erkennen sind verschiedene Symptome wie beispielsweise Reduktion der Konzentration, Ungeduld, erhöhte Reizbarkeit, unwirsches Agieren gegenüber Mitmenschen, Kopfschmerzen, Rücken- und Gliederschmerzen, Magenschmerzen, Schlafstörungen und Sehstörungen.
Um diesen entgegenzuwirken, gilt es sich mit den drei identifizierten Kategorien von Belastungstreibern auseinanderzusetzen: Dabei geht es um zwischenmenschliche Aspekte, organisatorische Rahmenbedingungen und die eingesetzte Technik. Zum Beispiel bleiben non-verbale Signale in den Videocalls auf der Strecke, was sich negativ auswirkt – etwa durch nicht vollständig vorhandene Gestik und Mimik werden diese Signale nicht oder nicht richtig wahrgenommen; im allerschlimmsten Fall falsch verstanden und missinterpretiert. Vor allem durch den richtigen Einsatz der technologischen Möglichkeiten kann dieses Problem bereits an den Ursachen gelöst werden.
Einfache Mittel, große Wirkung
Ohne ein aktives Vorgehen der Unternehmen besteht die große Gefahr, dass die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten Beeinträchtigung erfährt, was letztlich zu steigenden Krankenständen und weniger Produktivität führt. Wirkungsvoll ist es, die Dauer der Meetings zu reduzieren beziehungsweise entsprechende Begrenzungen einzuführen oder auch die Gesamtmenge herunterzuschrauben. Damit einher geht, dass eine ausreichende Anzahl von (aktiven Mini-)Pausen eingehalten werden. Außerdem spielt die Ergonomie des Arbeitsplatzes eine entscheidende Rolle. Dazu zählen nicht nur ein individuell eingestellter Bürostuhl, ein höhenverstellbarer Tisch und ergonomische Maus und Tastatur, sondern vor allem die Blickrichtung ist von essenzieller und besonderer Bedeutung. Nach der DGUV Information 215-410 sollte die Blicklinie circa 35 Grad betragen.
Und hier ist auch schon gleich der Haken: In Videocalls stellt sich dieser Winkel wegen der Kameraposition bisher als unmöglich heraus. So sieht es auch für den gegenseitigen Blickkontakt aus, der für Kommunikation unabdingbar ist. Warum? Weil Teilnehmer nicht gleichzeitig auf den Bildschirm und in die Kamera schauen können. Auch deswegen strengen Videokonferenzen Menschen erheblich mehr an als physische Meetings – und sorgen somit für weniger Effektivität im Unternehmen. Die Lösung: der Einsatz einer (virtuellen) Webcam, die diese bisher physische Unmöglichkeit möglich macht.
Ungesunde Einstellungen am Arbeitsplatz haben große Auswirkungen
Als Standard bei Videokonferenzen kommt es immer wieder vor, während der Calls zwischen verschiedenen Aktionen zu wechseln: Die Blickrichtung zwischen Kamera und Bildschirm zu variieren, die Kamera auszulassen und auf den Bildschirm zu starren. Letzteres wird dabei aus einem falschen Winkel aufgezeichnet. Ein Umstand, auf den auch der Gesetzgeber reagieren sollte in Form von Etablierung entsprechender Punkte in bereits bestehende Regelungen.
Problematisch bei dieser Thematik ist zudem, dass gängige Ratschläge von Beratern und Coaches oftmals in die falsche Richtung führen. In der Folge finden Gespräche nämlich nicht mit der Person am anderen Ende statt, sondern lediglich mit der Kamera – ein Widerspruch der Leitfäden für ergonomische Bildschirmarbeit. An dieser Stelle könnte die KI-basierte Webcam-Software von Casablanca ins Spiel kommen, die authentischen Blickkontakt herstellt. Sie löst neben dem Winkel der Kopfhaltung auch den der Augenrichtung auf, so lange Augen und Kopf auf den Bildschirm gerichtet sind. Auf diese Weise gestalten sich Meetings natürlich, was auf Strecke Stress reduziert, Effektivität und Effizienz der Gespräche erhöht.
Gesamtpaket muss stimmen
Um zielgerichtet gegen Zoom-Fatigue vorzugehen, bedarf es einer Kombination aus Softwarelösungen, optimierter Meeting-Kultur und ergonomischen Anpassungen. Ressourcenschonend und effektiv zeigt sich dabei vor allem der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Nichtsdestotrotz tritt auch die Evaluation der Meeting-Kultur in den Vordergrund. Hat ein Meeting eine klare Zielsetzung? Ist es schlicht wirklich notwendig?
Asynchrone Kommunikationsformen wie Sprachnachrichten, kollaborative Dokumente und Chat-Tools verkörpern echte Alternativen, Dinge effektiv anzugehen. Unternehmen profitieren von fokussierter Arbeitszeit und vermeiden damit die negativen Folgen überflüssiger Meetings. Vorab definierte Zeiten ohne Meetings sorgen darüber hinaus dafür, dass die Mitarbeitenden konzentrierter und zudem ungestört arbeiten können.
Stand: 08.12.2025
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* Der Autor Markus Vollmer ist seit 2022 COO des Pforzheimer KI-Start-ups Casablanca.AI. Mit Masterabschlüssen in den Bereichen General Management und International Business Management widmete er sich Tätigkeiten in der Finanzbranche und verantwortet seit über einer Dekade die Personal- und Finanzbereiche von Wachstumsunternehmen.
Casablanca.AI wurde von KI-Experten und Business Angel des Jahres Carsten Kraus mit der Vision gegründet, digitale Kommunikation menschlicher zu machen. Die KI-Lösung ermöglicht authentischen Blickkontakt in Videokonferenzen – und das rein durch Software. Casablanca.AI verbindet modernste GAN-Algorithmen mit einer proprietären 3D-Rekonstruktion, um ein natürliches Gesprächserlebnis ohne Zusatzhardware zu schaffen.