Netskope-Studie über CISOs Veränderungen in der Cyber-Bedrohungslandschaft

Von Sophia Kos 5 min Lesedauer

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Netskope veröffentlicht mit einer globalen Studie Ergebnisse zur Entwicklung der Rolle des CISOs als Mitglied in Führungsteams. Sie beleuchtet außerdem, wie Cyber-Bedrohungslandschaften sich und die Risikobereitschaft von Unternehmen laut CISOs verändert haben.

Die neue globale Studie von Netskope beleuchtet unter anderem, wie Cyber-Bedrohungslandschaften sich und die Risikobereitschaft von Unternehmen laut CISOs verändert haben.(Bild:  Sean - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die neue globale Studie von Netskope beleuchtet unter anderem, wie Cyber-Bedrohungslandschaften sich und die Risikobereitschaft von Unternehmen laut CISOs verändert haben.
(Bild: Sean - stock.adobe.com / KI-generiert)

Im Rahmen einer globalen Studie des SASE-Unternehmens Netskope wurden über 1.000 Chief Information Security Officers (CISO) befragt. Die Studie soll aufdecken, inwiefern sich Cyber-Bedrohungslandschaften verändert haben und wie dieser Prozess auf die Einschätzung der CISOs auf die Risikobereitschaft ihres Unternehmens abgefärbt hat. Dabei bestätigen bereits 92 Prozent der deutschen CISOs, dass unterschiedliche Einstellungen zur Risikobereitschaft zu Spannungen in der C-Suite führen. Auch außerhalb von Deutschland liegt diese Zahl bei 92 Prozent.

59 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie zwischen den Wünschen des Unternehmens und dem, was aus der Sicherheitsperspektive sinnvoll ist, permanent abwägen müssen. Etwas weniger als die Hälfte der befragten CISOs sehen ihre Verantwortung in der Verbesserung der Widerstandsfähigkeit ihres Unternehmens und nicht mehr in der Verwaltung von Cyberrisiken (55 %). Bei dieser Frage steigt die Zahl im internationalen Durchschnitt sogar auf 65 Prozent.

Änderungen in der Risikobereitschaft von CISOs

Aus Netkopes Studie geht hervor, dass CISOs zwar immer risikofreudiger werden, aber dennoch eine bessere Abstimmung mit der Führungsebene erforderlich ist. Allein in Deutschland schätzen nur 16 Prozent der Befragten ihre Risikobereitschaft als gering ein. Verglichen mit dem Vereinigten Königreich ist dort die Abneigung gegenüber Risiko mit 27 Prozent wesentlich höher.

Aus globaler Sicht halten CISOs ihre CEOs im Schnitt für viel risikoscheuer als sich selbst, wobei weltweit doppelt so viele Befragte ihren CEO als wenig risikofreudig einschätzen (32 %). Hierzulande lag diese Zahl mit 40 Prozent sogar noch höher. Mit 49 Prozent gab fast die Hälfte der deutschen CISOs an, dass ihre Risikobereitschaft in den letzten fünf Jahren gestiegen ist, verglichen mit 38 Prozent in Großbritannien, 60 Prozent in Frankreich und 84 Prozent in Japan. Hintergrund sei immer die Zunahme des Umfangs und der Raffinesse von Cyber-Bedrohungen.

Dabei spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle für die wachsende Risikobereitschaft der CISOs. In Deutschland zählt beispielsweise ein besseres Vertrauen in die eigene Rolle (68 %), ein neues Mandat der Unternehmensleitung (68 %), ein besserer Zugang zu Daten und Analysen (66 %) sowie ein bestimmtes Cybersicherheitsproblem bzw. eine bestimmte Erfahrung im Unternehmen, die das Vertrauen gestärkt hat, zu den Schlüsselpunkten.

Allerdings zeigt Netskope mit der Studie auch Konfliktpotenzial innerhalb der Management-Teams in Bezug auf Risiken und die Rolle der CISOs auf:

  • Mit 55 Prozent sind mehr als die Hälfte der deutschen befragten CISOs der Meinung, dass andere Mitglieder der Chefetage derzeit vor Augen haben, dass ihre Rolle Innovation ermöglicht. Im Vereinigten Königreich lag dieser Wert mit 50 Prozent etwas niedriger, in Nordamerika liegt er bei 57 Prozent und steigt in Frankreich sogar auf 74 Prozent sowie in Japan auf 88 Prozent.
  • Eine klare Mehrheit der CISOs in Deutschland (92 %) bestätigt, dass widersprüchliche Auffassungen über Risiken ein Problem in ihrer Führungsetage darstellen. Zudem gaben 29 Prozent an, dass es häufig zu Spannungen und Herausforderungen kommt.
  • Die größte Ursache für Spannungen in der Führungsebene sind laut den CISOs in Deutschland Cybersicherheitsrisiken (30 %), verglichen mit 40 Prozent in Frankreich, 36 Prozent in Japan sowie 31 Prozent in Nordamerika und 26 Prozent in Großbritannien. Dabei führen in deutschen Unternehmen zudem finanzielle, wirtschaftliche als auch betriebliche Risiken zu Spannungen (30 %).
  • 72 Prozent der CISOs in Deutschland gaben an, dass sie ihre Rolle darin sehen, gegensätzliche Prioritäten innerhalb der Organisation auszugleichen. 59 Prozent hingegen haben oft das Gefühl, auf einem schmalen Grad zwischen den Wünschen des Unternehmens und dem, was aus der Sicherheitsperspektive sinnvoll ist, zu wandeln.

Entwicklung der CISOs

In Deutschland ist sich mit 52 Prozent die Mehrheit einig darüber, dass sich ihre Rolle schnell verändert, und sie berichten, dass sie immer proaktiver und progressiver werden. Dieser Trend setzt sich in den anderen Ländern sogar stärker fort. So sind es in Japan 89 Prozent, in Frankreich 71 Prozent sowie in Nordamerika und Großbritannien 59 beziehungsweise 53 Prozent. Diese Entwicklung ist vor allem für die digitalen Technologien festzumachen und schafft Möglichkeiten für Innovation und Wachstum.

Darüber hinaus sehen sich in Deutschland nur 42 Prozent der CISOs in einer „schützenden“ Rolle, die sich ausschließlich auf die Verteidigung des Unternehmens konzentriert. Mehr als die Hälfte betrachtet die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit ihres Unternehmens und die Verwaltung von Cyberrisiken als ihre Verantwortung. Im internationalen Schnitt liegt diese Zahl bei 65 Prozent. 20 Prozent der deutschen CISOs sehen sich bereits heute als Katalysator von Geschäftsentscheidungen.

Mit 85 Prozent gibt eine Mehrheit zudem an, dass die Einflussnahme und Schulung anderer Mitglieder der Führungsetage zunehmend wichtige Aspekte ihrer Aufgabe sind, verglichen mit einem globalen Durchschnitt von 66 Prozent. 59 Prozent der CISOs, die lange Zeit als „die Abteilung des Neins“ bekannt waren, würden gerne öfter „Ja“ zum Unternehmen sagen können. Anknüpfend daran sagen fast 60 Prozent der deutschen CISOs, dass sie künftig eine noch aktivere Rolle spielen wollen, verglichen mit 73 Prozent in Frankreich und 54 Prozent in Großbritannien.

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„Angesichts der Tatsache, dass sich Unternehmenstechnologien und Cyber-Bedrohungen schneller entwickeln als je zuvor, ist es ermutigend zu sehen, dass CISOs in ihrem Denken zunehmend progressiv sind“, sagt Steve Riley, Field CTO bei Netskope. „CISOs haben nicht mehr das Bedürfnis, Zugänge komplett zu sperren, wenn dies zum Nachteil des Unternehmens ist. Die Ergebnisse zeigen, dass die CISOs allerdings nicht immer bereit sind, aus ihrer traditionellen Rolle auszubrechen. Sicherheitsverantwortliche müssen aufklären, dass Zero Trust ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Effizienz schaffen kann.“

„Die Studie macht deutlich, dass CISOs im Allgemeinen eine proaktivere Rolle spielen wollen, um Innovationen zu ermöglichen und gleichzeitig das Unternehmen zu schützen“, kommentiert James Robinson, Netskopes eigener CISO. „Meiner Erfahrung nach ist der beste Weg, CISOs zu proaktiven Partnern in der gesamten C-Suite zu machen. Sie sollen ein tiefes Verständnis der geschäftlichen Herausforderungen erlangen, die die Kollegen in der C-Suite lösen möchten, und diese mit den Sicherheitsstrategien in Einklang bringen. CISOs, die ihren Kollegen in der Geschäftsführung dabei helfen, neue Umsätze zu erzielen, die Effizienz zu steigern und regulatorische Anforderungen zu erfüllen, genießen große Anerkennung.“

Die Studie wurde im Auftrag von Netskope von Censuswide durchgeführt.

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