Laut Siemens Enterprise Communications war die Entwicklung positiv Update: Siemens wehrt sich gegen Mitschuld an Niggemann-Pleite
Die Niggemann Group hat Insolvenz angemeldet. Einer der Gründe für die Pleite soll der Verlust der Siemens-Distributionsrechte sein. Siemens Enterprise Communications widerspricht diesen Vorwürfen.
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Bereits im April musste die Niggemann Innovations GmbH einen Insolvenzantrag stellen. Alle anderen Niggemann-Töchter folgten bald darauf. Grund für die Pleite soll das Wegfallen des Distributionsvertrages mit Siemens Enterprise Communications (SEN) sein. Der Vertrieb der Siemens-Telefonalagen bildet das Rückgrat des Unternehmens, wie Olaf Niggemann, Geschäftsführer und Gründer der Niggemann Group, in einem Interview mit IT-BUSINESS erklärte. Aus Sicht von SEN liegen die Dinge ein wenig anders. Laut dem Hersteller, hätten sich nur die Belieferungskonditionen geändert.
Positive Zusammenarbeit
Seit 1995 arbeitet SEN mit der Niggemann-Tochter Online zusammen. Zwei Jahre später erhält Online den Status eines Distributors. Als SEN das Partnerprogramm 2007 entsprechend der geänderten Marktlage überarbeitete, wurde mit Online ein Vertrag als Subdistributor geschlossen. „Dadurch änderte sich lediglich die Belieferung, die nun nicht mehr über SEN direkt, sondern über einen anderen zertifizierten SEN-Distributor erfolgte. Die Partnerschaft wurde 2008 im gegenseitigen Einvernehmen zügig in die Mitgliedschaft im Go-Forward!- Programm überführt“, heißt es in einem Schreiben des Herstellers.
Im vergangenen Geschäftsjahr wurde Online als Selected Distributor auditiert. Heuer hat das Unternehmen den Sprung in den Premier-Status geschafft. Damit ist nach Angaben von SEN die gemeinsame Entwicklung „alles in allem positiv verlaufen“. Die derzeitige Entwicklung nehme man mit Bedauern zur Kenntnis, an Spekulationen zu den Hintergründen wolle man sich jedoch nicht beteiligen.
Update: Niggemann gibt sich kämpferisch
Olaf Niggemann hingegen findet, dass der nicht angekündigte Verlust des Hauptdistributor-Status bei Siemens im Jahr 2007 überraschend kam: „In der Folge sind uns bis zu 70 Prozent des Umsatzes weggebrochen. Wir waren er erste Siemens Distributor, noch bevor Siemens ein Distributionskonzept hatte. Zeitweise waren wir der umsatzstärkste Partner in Deutschland“, betont der Geschäftsführer,
Er gibt sich kämpferisch: „Ich habe dieses Unternehmen aus dem Nichts aufgebaut – jetzt sind 16 Jahre Lebenswerk dahin. Aber ich werde wiederkommen – meine Erfahrungen als Unternehmer und in der Telekommunikationsbranche werden sich dabei noch als sehr wertvoll erweisen.“
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