Österreichische und Schweizer Niederlassung problematisch Trotz Insolvenz läuft bei Sensix das Geschäft

Autor Sarah Gandorfer

IT-Beratungs-Unternehmensgruppe Sensix hat für fünf Gesellschaften Insolvenzanträge gestellt. Der Insolvenzverwalter hält den Betrieb aufrecht und sucht einen Käufer.

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Am 28. November musste die in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätige IT-Beratungs-Unternehmensgruppe Sensix für fünf Gesellschaften Insolvenzanträge stellen. Die in Deutschland betroffene Sensix GmbH mit Sitz in Germering bei München beschäftigt derzeit an den Standorten Germering, Usingen (bei Frankfurt) und Hamburg knapp 50 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von rund acht Millionen Euro. Der IT-Dienstleister hat sich auf CRM-Beratung, Implementierung und Support spezialisiert. Neben den Niederlassungen hierzulande hat Sensix auch Standorte in Wien und Zürich.

Aufgrund der hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Geschäftsentwicklungen in den Jahren 2013 und 2014 mussten sämtliche Gesellschaften der Sensix-Gruppe Insolvenzanträge stellen. Die zuständigen Gerichte für die drei österreichischen Gesellschaften (BD Verwaltungs GmbH, Sensix GmbH Österreich und Sensix IT Solutions GmbH) und die schweizerische Gesellschaft (Sensix GmbH Schweiz) haben die dortigen Insolvenzverfahren bereits vergangene Woche eröffnet. Wie es aus einer Unternehmensveröffentlichung heißt, werden dort wohl in Kürze die Geschäftstätigkeiten eingestellt.

Gute Aussichten hierzulande

Für die in Germering bei München ansässige deutsche Gesellschaft hat das zuständige Insolvenzgericht München den Rechtsanwalt Dr. Matthias Hofmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Hofmann, ist auf Sanierungsfälle und Insolvenzen spezialisiert. Er verschaffte sich in den vergangenen Tagen einen Überblick über die Unternehmenssituation.

Hofmann geht davon aus, den Geschäftsbetrieb hierzulande vorerst aufrechterhalten zu können: „Die Ausgangslage für eine Sanierungslösung in Deutschland ist trotz der komplexen Verknüpfungen insbesondere zur österreichischen Schwestergesellschaft gut. Das deutsche Insolvenzrecht bietet hierzu mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung andere Möglichkeiten als dies in Österreich und der Schweiz der Fall ist“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter.

Mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit konnte er die Bezahlung der Löhne und Gehälter bis einschließlich Januar 2015 über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung sicherstellen. Mit den Kunden wie auch mit wesentlichen Geschäftspartnern von Sensix Deutschland ist Hofmann bereits in Gesprächen. Laut dem Insolvenzverwalten stehen sowohl Kunden wie auch Geschäftspartner weiterhin hinter Sensix.

Zugleich hat der Sanierungsexperte damit begonnen, Investoren für die Zukunft von Sensix Deutschland zu suchen. „Sensix Deutschland ist mit seinem Know-how und sowie den gewachsenen Kunden- und Geschäftsbeziehungen insbesondere für Wettbewerber und strategische Investoren interessant. Wir stehen bereits in Kontakt mit ersten Interessenten und werden in den kommenden Tagen den Kreis möglicher Investoren noch erweitern“, sagt Hofmann.

Der Insolvenzverwalter will in den kommenden Tagen einen breit angelegten Investorenprozess initiieren, um durch einen Firmenverkauf so schnell wie möglich eine Lösung für die langfristige Fortführung des Unternehmens präsentieren zu können.

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