Trennung von der OSMAB-Gruppe

Torsten Belverato und Thomas Hoffmann kaufen B.com

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Getrennt wachsen

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Hintergrund der Entscheidung sei das starke Wachstum, das sowohl B.com als auch deren Muttergesellschaft OSMAB in den vergangenen drei Jahren vorgelegt haben. „Der Verkauf ist die Konsequenz dieses Wachstums, denn es wurde einfach deutlich, dass beide Unternehmen getrennt voneinander ihr weiteres Potenzial besser ausschöpfen können“, so Belverato.

B.com wird in diesem Geschäftsjahr, das am 30. Juni endet, voraussichtlich über 300 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Das sind 50 Millionen mehr als im Vorjahr (253 Millionen Euro). Die Profitabilität bewege sich stabil und positiv auf dem Vorjahres-Nivau, erklärte der B.Com-Chef.

Neues Finanzierungs-Modell

„Positive Effekte werden sich jedoch auf der neuen Finanzbasis schon kurzfristig auswirken und den weiteren Ausbau des Unternehmens sicherstellen“, so der B-Com-Chef weiter. „Wir wollen mit neuen Finanzpartnern die Basis für das angestrebte Wachstum schaffen“.

Auf der für 7. Juli anberaumten Pressekonferenz, an der auch Vertreter der Hausbanken der B.com teilnehmen werden, sollen weitere Details dazu bekannt gegeben werden.

„Als Alternative zum Management-Buyout wäre natürlich auch die Zusammenarbeit mit einer Investorengruppe möglich gewesen“, so Belverato. „Die Erfahrungen in unserer Branche zeigen aber, dass bei dieser Variante bislang eher die Interessen der jeweiligen Investorengruppe im Vordergrund standen, und nicht die Erfordernisse eines mittelständischen, dynamischen Unternehmens, das vom operativen Geschäft lebt. Deshalb haben wir uns für den Management-Buyout entschieden.“

Mit dem neuen Setup habe man nun die Basis geschaffen, den Platz vier in der deutschen Distributionslandschaft (laut GfK-Studie) auch weiterhin zu belegen. „Das ist unser Anspruch, unsere Vision“, so Belverato.

B.com-Gründer steigt aus

B.com-Gründer Horst-Peter Beck hatte vor einem Jahr den Posten des Vorstandsvorsitzenden an Belverato übertragen, war allerdings sowohl für die B.com als auch für deren Muttergesellschaft OSMAB weiterhin beratend tätig, in der er einer der Aktionäre ist. Die Berater-Tätigkeit für B.com erstreckte sich dabei vor allem auf die IT-Systeme und -Prozesse. Sie sei nun abgeschlossen, wie Belverato erklärte.

Davon unberührt bleiben jedoch Becks Verbindungen zur OSMAB: Er ist dort weiterhin Aktionär und als Berater tätig.

„Kein Management nach Gutsherrenart“

Auch in der neuen Formation sei B.com zwar ein klassisches, inhabergeführtes Unternehmen. „Es gab und wird hier allerdings kein Management nach Gutsherrenart geben“, betonte der künftige Mitinhaber Torsten Belverato. „Thomas Hofmann und ich haben in den vergangenen zwölf Monaten ein Management-Team von rund 15 Mitarbeitern geschaffen, das aktiv in alle Umstrukturierungs-Maßnahmen und die weiteren Planungen zur strategischen Ausrichtung involviert ist. Die Entscheidungen wurden gemeinsam getroffen. Der Grundstein für die jetzige Formation wurde bereits vor einem Jahr gelegt, weshalb es durch diesen Schritt weder für unsere Mitarbeiter noch für Reseller und Lieferanten Änderungen geben wird.“

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