Vom Stiefkind zum Musterknaben Tiscons Pläne für die eTail-Tocher Avitos

Redakteur: Regina Böckle

Online-Händler Avitos ist für die Tiscon-Gruppe ein kompliziertes Erbe, auch wenn das Unternehmen mittlerweile Gewinne abwirft. Die künftigen Pläne für das Unternehmen erläutert Tiscon-Vorstand Michael Krings.

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Aus der Sicht vieler Beobachter passt der Lindener eTail-Spezialsit Avitos nicht so richtig in die klar Distributions-orientierte Strategie der Tiscon-Holding. Die Tatsache, dass Avitos überhaupt zum Firmenverbund gehört, hat historische Gründe. Denn das Unternehmen wurde im Frühjahr 2004 von der ehemaligen COS-Distributions-Mutter, der schweizerischen COS Computer Systems AG, übernommen. Mit dem Verkauf der COS Distribution an die Tiscon AG ging auch Avitos an die neue Holding-Gesellschaft über.

Seither fährt Avitos mit Rücksicht auf die Fachhandelspartner der Schwestergesellschaft COS Distribution bei der Preisgestaltung im Vergleich zu den Mitbewerbern mit angezogener Handbremse.

Organisatorisch ist der Lindener eTail-Spezialist zwar vollständig in die Tiscon-Gruppe integriert, aber dennoch selbstständig und jederzeit allein existenzfähig – zumal er seine Ware nicht nur bei COS, sondern auch bei anderen Distributoren bezieht.

Konkrete Verkaufsabsichten gebe es aber derzeit nicht, erklärte Tiscon- und COS-Chef Michael Krings. Er fügte allerdings hinzu: »Sollte sich ein strategischen Partner anbieten, der sich in diesem Segment weiter entwickeln will, dann werden wir es sicherlich nicht ablehnen, über dessen Einstieg zu verhandeln. Aber wir stehen weder unter Zwang zu verkaufen noch ist das aktuell unser vorrangiges Ziel«. Avitos habe sich im Endkundenmarkt mittlerweile sehr gut positioniert, arbeite profitabel und sei daher ein sehr guter, wertvoller Kandidat.

Das Kernproblem für die weitere Entwicklung der Avitos verhehlte Krings jedoch nicht:

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