Mangelnde Netzwerkkenntnis ist die Achillesferse aller IT-Strategien Studie bescheinigt vielen LANs Defizite bei Sicherheit und Performance

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Bereits zum zweiten Mal nach 2008 hat das System- und Softwarehaus Comco eine Befragung unter 308 (2008: 323) Unternehmen mit einem Umsatz von über 25 Millionen Euro jährlich zum Themm Local Area Network (LAN) im Allgemeinen und dem Netzwerk-Management im Speziellen durchgeführt. Fazit: Nur jedes vierte Unternehmen gibt seinen lokalen Netzwerken gute Noten und ein leichter Trend hin zu einem stärker qualitätsorientierten Netzwerk-Management zeichnet sich ab.

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Die Firmen haben sich seit 2008 etwas stärker als vorher den Leistungs- und Sicherheitsverhältnissen ihrer internen Netze gewidmet. Kontinuierliche Performance- und Security-Analysen sind zwar weiterhin nicht die Regel und nur jedes vierte Unternehmen gibt seinen lokalen Netzwerken gute Noten. Doch gegenüber dem vorletzten Jahr zeigt sich in der Vergleichserhebung der Comco AG ein leichter Trend hin zu einem qualitätsorientierteren Network Management.

So besteht ein wesentlicher Unterschied darin, dass inzwischen deutlich mehr Betriebe systematische Analysen vornehmen. Gaben 2008 nur 19 Prozent der Befragten an, in regelmäßigen Abständen einen umfassenden Check der internen Netzwerke vorzunehmen, so ist dieser Anteil inzwischen auf 28 Prozent gestiegen. Unregelmäßig erfolgen solche Untersuchungen in jedem dritten Unternehmen, 2008 war auch dieser Anteil etwas geringer. Parallel dazu sank der Kreis der Firmen, die sich nur in Ausnahmefällen genauerer Netzwerkanalysen widmen, von 53 auf 39 Prozent.

Zudem sind die Überprüfungsmaßnahmen inzwischen bei mehr Betrieben jüngeren Datums. Bei einem Drittel sind sie in den letzten zwölf Monaten vorgenommen worden, vorletztes Jahr lag die Quote lediglich bei einem Fünftel. Und lag die letzte Leistungs- und Sicherheitsanalyse der Netzwerke 2008 noch in 42 Prozent der Fälle über zwei Jahre zurück, so gilt dies aktuell nur noch für 32 Prozent der Anwenderunternehmen.

„Die Sensibilität für mögliche Schutzrisiken wächst durchaus“, hat der Comco-Vorstand Friedhelm Zawatzky-Stromberg im Markt beobachtet. Dies erfolge jedoch auf einem relativ geringem Niveau, sodass unverändert ein hoher Handlungsbedarf bestehe. „Sicherheitsschwächen sind im Regelfall nicht offenkundig und werden meist erst bei einer systematisch angelegten Analyse sichtbar“, problematisiert Zawatzky-Stromberg. Gerade wenn es um den Aspekt der unerlaubten internen Zugriffe auf Daten gehe, sei Zurückhaltung nicht angebracht. „In dieser Hinsicht verfügen viele Unternehmen sowieso nur über einen sehr begrenzten Schutz und dürften ihre Schwachstellen nicht ausreichend kennen“, gibt der Comco-Vorstand zu bedenken.

Aber nicht nur der Sicherheitsaspekt, sondern auch das Leistungsprofil vieler interner Netzwerke entspricht nach seinen Beobachtungen häufig nicht den Anforderungen. Tatsächlich gibt nur ein Viertel der Unternehmen in einer aktuellen Statusbewertung ihren Netzwerken gute Noten, weitere 31 Prozent urteilen befriedigend. Alle anderen sind entweder unzufrieden (12 Prozent) oder sind sogar nicht in der Lage (31 Prozent), eine Einschätzung abzugeben. „Die Netzwerke sind in vielen Unternehmen unverändert eine Art Blackbox“, kritisiert Zawatzky-Stromberg. Er sieht darin eine Achillesferse der gesamten IT-Strategien, weil plötzliche Instabilitäten oder andere Leistungsprobleme im Netz entstehen können. „Wenn die Folgen dann bis in die geschäftskritischen Prozesse hinein reichen, wird zwangsläufig ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden ausgelöst.“

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