Sovereign Cloud
Souveränität als Spektrum

Von Alexander Siegert 7 min Lesedauer

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Die Debatte um Digitale Souveränität pendelt zwischen Warnungen vor großen Abhängigkeiten und antiamerikanischen Beißreflexen. Entscheidend ist nicht, ob ein US-Anbieter souverän sein kann, sondern welcher Grad an Souveränität für welchen Workload nötig ist.

US-Hyperscaler verstehen den Begriff Digitale Souveränität als Spektrum und bieten unterschiedliche Sovereign Clouds an.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
US-Hyperscaler verstehen den Begriff Digitale Souveränität als Spektrum und bieten unterschiedliche Sovereign Clouds an.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Europa braucht eigene souveräne Cloud-Infrastrukturen – in diesem Punkt sind sich ­IT-Branche und Digitalpolitik weitgehend einig. Zu groß sei die Gefahr, dass in einer geopolitischen Krise jemand den Stecker zieht oder den berüchtigten Kill Switch betätigt. So weit der Konsens. Danach ­geraten wirtschaftspolitische Wunschbilder und unternehmerische Realitäten durcheinander, und die Debatte schrumpft schnell auf eine simple ­Formel: gute europäische Cloud, böse US-Cloud. Wer nachfragt, bekommt das Stichwort CLOUD Act serviert – oder ein ganz persönliches Unbehagen über Donald Trumps Zoll- und Außenpolitik.

Zuspitzungen und Verkaufsargumente

Zwei Beispiele gefällig? Christian Scholz, VP Health & Energy bei Stackit, kommt in einem Blog zu dem Schluss, dass „US-IT-Firmen für europäische Unternehmen zum Geschäftsrisiko“ geworden sind.“ Benjamin Schilz, CEO des Messengerdienstes Wire, lässt US-Präsident Trump in einem LinkedIn-Post gleich per Panzer über Europa rollen. Das Kettenfahrzeug trägt dabei die Logos von AWS, Google und Microsoft. Wie sich das mit den eigenen US-Partnerschaften der Schwarz-Gruppe – etwa Zscaler oder Crowdstrike – und den unzähligen Hard- und Softwareabhängigkeiten Europas verträgt, müssen die Beteiligten selbst beantworten.