Channel Fokus: Sovereign Cloud Souveräne Cloud: Anspruch trifft Wirklichkeit

Von Agnes Panjas 2 min Lesedauer

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Die „souveräne Cloud“ wird oft darauf reduziert, US‑Hyperscaler wegen des Cloud Act zu vermeiden. Rechtslage, Betrieb und Schlüsselhoheit sind jedoch kontextabhängig. An Hyperscalern führt meist aber kein Weg vorbei – oder etwa doch?

Mehr News zum Channel Fokus „Sovereign Cloud“ finden Sie auf unserer Microsite.(Bild:  Vogel IT-Medien)
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(Bild: Vogel IT-Medien)

Die Debatte um die „souveräne Cloud“ ist vielschichtig: Zwischen strengen Forderungen nach vollständiger EU‑Kontrolle und pragmatischen Mischmodellen mit Hyperscalern spannt sich ein breites Spektrum. Treiber sind rechtliche Rahmenbedingungen (Cloud Act, DSGVO, DPF), steigende Compliance‑Auflagen, knappe Budgets – und vor allem KI, die Hyperscaler‑Ressourcen attraktiv macht.

Cloud Act als Streitpunkt

Am Streitpunkt Cloud Act scheiden sich die Geister. Kritiker argumentieren, dass US‑Recht die Souveränitätsversprechen unterlaufen kann, selbst wenn Daten in EU‑Rechenzentren liegen. Reine Standortzusagen reichen dann nicht aus, wenn Schlüsselverwaltung oder Betriebsprozesse eine Verbindung in die USA behalten. Hintergrund ist der Cloud Act – ein US‑Gesetz, das amerikanische Unternehmen unter Umständen verpflichtet, Daten herauszugeben, auch wenn diese in Europa liegen. Aus dieser Sicht führt für echte Digitale Souveränität kein Weg an europäischen Providern vorbei, die Eigentum, Betrieb und Schlüssel vollständig in der EU verankern.

US-Anbieter können keine digital souveräne Cloud-Lösung bereitstellen. Solange ein Anbieter mit einem Bein in den USA steht, bleibt immer ein Risiko.

Daniel Zielke, Direktor strategische Partnerschaften der Heinlein Gruppe

Ohne Hyperscaler geht es nicht

Auf der anderen Seite steht die pragmatische Perspektive: Hyperscaler bleiben zentraler Bestandteil vieler IT‑Strategien. Ihr Vorsprung liegt nicht nur in Reichweite, Skalierbarkeit und Zugriff auf moderne Infrastruktur wie GPUs, sondern vor allem in einem eng verzahnten Service‑Ökosystem für Sicherheit und Compliance – etwa Bedrohungserkennung, Cloud‑Sicherheits- und Richtlinienmanagement sowie detailliertes Audit‑Logging. Auch Fabian Dörk, Cloud Services Director bei Claranet, sieht dies so: „Hyperscaler werden auch künftig relevant bleiben und integraler Bestandteil jeder IT-Strategie sein.“

Hyperscaler DSGVO-konform nutzen?

Und wie sieht es bei der rechtlichen Perspektive bezüglich der DSGVO aus? Nach heutigem Stand sei laut Dörk eine DSGVO‑konforme, also rechtssichere Datenverarbeitung in Hyperscaler‑Clouds unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Grundlage dafür ist unter anderem das 2023 in Kraft getretene Data Privacy Framework (DPF), das Datentransfers unter bestimmten Auflagen an zertifizierte US‑Unternehmen erlaubt.

Mehr zu den unterschiedlichen Positionen zum Thema „Souveräne Cloud“ im Channel, erfahren Sie auf unserer Microsite zu Sovereign Cloud.

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