Nach der Übernahme SoftM bekennt sich zu Semiramis

Redakteur: Philipp Ilsemann

Die im Dezember zugekaufte Semiramis-Software wird künftig einen wesentlichen Teil der Produktstrategie von SoftM ausmachen. Eine verstärkte Branchenausrichtung sowie die Internationalisierung der ERP-Lösung sollen zum gewünschten Erfolg beitragen.

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Die Geschichte von Semiramis geht weiter. Hatte es vor der Übernahme durch SoftM im Dezember des vergangenen Jahres noch zappenduster für die deutsche ERP-Lösung ausgesehen, so spielt das javabasierte Produkt inzwischen eine gewichtige Rolle in den Zukunftsplänen des Münchner Softwareherstellers und Beraters.

Erste Früchte des Assetkaufs werden auf der CeBIT zu bewundern sein. So hat die ebenfalls übernommene Entwicklermannschaft bereits die neue Release-Version 4.3 fertiggestellt, die Mitte März zum Vertrieb freigegeben wird. Weitere Neuerungen sollen folgen. So ist mittelfristig geplant, neben Varial, der aktuell für Semiramis angebotenen OEM-Financials-Lösung, eine eigene Rechnungswesenlösung anzubieten, die auf der Technologiebasis des Schweizer Anbieters Bison entwickelt wird.

Branchenfokus

Vertriebstechnisch soll in Zukunft die Branchenausrichtung in den Fokus rücken. So existieren bereits Spezialisierungen für die Bekleidungsbranche und die Getränke-Industrie. Der Systemintegrator Steinhilber Schwehr hat zudem unter der Leitung des ehemaligen Brain-Veteranen Kurt Rembold eine Automotive-Lösung entwickelt. Zudem hat der Partner KTW um Semiramis-Gründer Reinhold Karner für die CeBIT eine weitere Branchenlösung angekündigt. SoftM wird sich als Systemhaus auf die Prozessindustrie sowie auf Zulieferer von Handelsketten konzentrieren.

Zusätzliche Einnahmen sollen darüber hinaus durch eine verstärkte Internationalisierung erzielt werden. So will SoftM auf seinen Erfahrungen im osteuropäischen Markt aufbauen und plant, unter anderem in Tschechien und Polen aktiv zu werden. Neue Sprachversionen befinden sich bereits in der Entwicklung.

Auch Greenax hat eine Zukunft

Doch nicht nur Semiramis, auch die gemeinsam mit Bison entwickelte ERP-Lösung Greenax wird weiter auf dem Markt angeboten. Hier fokussiert sich SoftM jedoch auf sein Systemhaus-Geschäft. Kernzielgruppe sind Unternehmen im Agrarhandel sowie größere Firmen mit hohem Anpassungsbedarf. Zudem wird das selbst entwickelte Rechnungswesen unter dem Namen Greenax Finance auf der CeBIT vorgestellt und voraussichtlich am 1. August im Markt eingeführt.

Den Vertrieb der gesamten Greenax-Suite koordiniert die Schweizer Bison, während SoftM das Partnernetzwerk von Semiramis ausbauen will. Dazu wurde unter anderem die Kooperation mit der IBM-Tochter Sercon erweitert, die das Produkt gemeinsam mit Beratungs- und Integrationsdiensten an mittelständische und große Kunden verkaufen will. Besonders froh zeigt sich SoftM über die Tatsache, dass seit der Übernahme alle 31 Semiramis-Partner gehalten werden konnten.

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