Collaboration Maturity Score von Atlassian So fortschrittlich ist Deutschland bei digitaler Zusammenarbeit
Deutschland ist in Sachen digitale Zusammenarbeit relativ weit fortgeschritten, wie die Ergebnisse der Collaboration-Maturity-Studie von Atlassian zeigen. Remote Work und cloud-basierte Kollaborations-Tools gehören hierzulande inzwischen zum Alltag.
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Für den Collaboration Maturity Score haben IT-Entscheider zwölf Fragen beantwortet, aus denen Atlassian den Score berechnet. Demnach haben deutsche Unternehmen Remote Work weitestgehend etabliert und nutzen cloud-basierte Kollaborationstools, um einfacher zu skalieren und effektiver zusammenzuarbeiten.
Ziel der Erhebung ist es, den Status quo von Unternehmen hinsichtlich ihres Fortschritts im Bereich der digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit darzustellen. Werden deutsche Unternehmen ein Jahr nach Beginn der Pandemie den steigenden Anforderungen an eine moderne digitale Umgebung gerecht? Dieser Status Quo beinhaltet ebenfalls die Evaluierung von getätigten und geplanten Investitionen in die digitale Zusammenarbeit sowie die Wahrnehmung der Mitarbeiter und die Einschätzung der Herausforderungen, die mit Remote Work und digitaler Zusammenarbeit einhergehen.
Plus- und Minuspunkte
Der höchste Score von 3,8 ergibt sich aus der Frage, die die internen Weiterentwicklungsmaßnahmen betrifft: So ist der Großteil der IT-Entscheider sehr bestrebt, Projekte und Prozesse regelmäßig und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dies zeigt, dass Unternehmen den Mehrwert von Transformation und digitaler Zusammenarbeit erkannt haben und nun nachhaltig in diese investieren.
Die weitere Auswertung einzelner Fragen und demographischer Faktoren nach dem gleichen Score-Prinzip offenbart tiefere Einblicke: Im Gegensatz zu den Investitionen in die nachhaltige Weiterentwicklung zeigen sich Unternehmen weniger bereit, spezialisierte Kollaborations-Teams einzurichten – der Wert sinkt hier auf 3,0. Betriebe, denen solche Teams fehlen, haben Schwierigkeiten, Kompetenzen effektiv zu managen.
Dies zeigt sich besonders bei der Frage nach dem Einsatz eines eigenen Center of Excellence, dessen Mitglieder sich auf die digitale Zusammenarbeit konzentrieren. Mit einem Score von 2,9 findet sich hier die geringste Zustimmung. Dies bedeutet, dass Unternehmen bisher nur vereinzelt Kollaborationskompetenzen sammeln und zentralisiert einsetzen, um die digitale Zusammenarbeit zu fördern.

Bisherige und zukünftige Investitionen
Dem Großteil deutscher Unternehmen ist daran gelegen, ihre technische Ausstattung anzupassen, um der Belegschaft eine reibungslose, optimale Collaboration Experience zu verschaffen. So haben Unternehmen in den letzten zwölf Monaten vor allem Investitionen für Tools in den Bereichen Projektmanagement (45 %), Social Intranet, Messaging oder Chat (40 %) sowie Wissensmanagement (31 %) getätigt. In den kommenden zwei Jahren sollen diese Investitionen nur geringfügig abflachen. Dabei wollen sich Unternehmen weiterhin auf die Anschaffung bzw. den Ausbau von Projektmanagement- (38 %) und Wissensmanagement-Lösungen konzentrieren (28 %). Außerdem planen 40 Prozent der Unternehmen, verstärkt in Videokonferenz-Tools zu investieren.
Damit die Investitionen zur Förderung der digitalen Zusammenarbeit für die Collaboration Experience der Mitarbeiter einen Mehrwert schaffen können, gilt es, die Meinung der Teams in der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Die Collaboration-Maturity-Studie ergab, dass IT-Tools laut den Angestellten nutzerfreundlich (71 %), sicher (60 %) und flexibel (49 %) sein müssen, damit Remote Work effizient sein kann. Mitarbeiter wünschen sich vor allem Tools für Wissensmanagement (20 %) und Videokonferenzen (17 %). Außerdem betrachten 16 Prozent von ihnen eine Änderung der Teamstrukturen als notwendig. Letzteres ist sogar Voraussetzung für einen höheren Collaboration Maturity Score.
Neben der Steigerung von Effizienz und Produktivität trägt eine fortschrittliche IT-Infrastruktur nach Meinung der befragten Büroangestellten zudem erheblich zur Verbesserung der Unternehmenskultur bei (74 %). Doch in der praktischen Umsetzung sieht es anders aus: Hohe Kosten (32 %), Zeitintensivität (23 %) sowie Kompetenzfragen (23 %) halten ihrer Meinung nach die Hinderungsgründe, um Veränderungen voranzutreiben.
Die Stärkung der digitalen Zusammenarbeit
Kleinere Unternehmen mit bis 99 Mitarbeitern scheinen größere Schwierigkeiten damit zu haben, die digitale Zusammenarbeit zu fördern. Zwischen ihnen und Unternehmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern liegt die größte digitale Kluft: Mit 2,9 unterschreiten kleine Unternehmen den durchschnittlichen Score, wohingegen die großen Unternehmen mit einem Score von 3,7 sogar den insgesamt höchsten Wert aufweisen.
Um den Weg zu einem höheren Score ebnen zu können, müssen sich Unternehmen einer Vielzahl von Herausforderungen stellen. Diese sehen IT-Entscheider vor allem in Sicherheitsfragen (40 %) sowie hohen Anschaffungs- und Umsetzungskosten (33 %). Darüber hinaus begegnet etwa ein Drittel von ihnen (30 %) einer geringen Akzeptanz von Seiten der Belegschaft, wenn es um die digitale Zusammenarbeit geht.
Doch nicht nur Kosten und Mitarbeiter, sondern auch die technische Ausstattung, fehlende digitale Kompetenzen sowie langsame Prozesse stehen einer stärkeren digitalen Zusammenarbeit im Weg: So geben 48 Prozent der befragten IT-Entscheider an, dass sie zwar die für diese Zwecke passende Software bereits implementiert haben, es unter den Mitarbeitern jedoch am notwendigen Verständnis zur richtigen Nutzung fehlt. Darüber hinaus gehen 38 Prozent von ihnen davon aus, dass die internen Prozesse nicht mehr mit dem IT-Stack mithalten können und dadurch viel zu schleppend vorangehen.
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