Channel Fokus: AV & Digital Signage Rote Karte für Leuchtreklame?

Von David Binnig 2 min Lesedauer

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In Städten und Kommunen erleuchten immer mehr Werbeflächen den öffentlichen Raum. Das ist einigen Bewohnern ein Dorn im Auge. Bürgerinitiativen wie „Hamburg werbefrei“ empfinden das Medium Digital Out of Home (DooH) gar als Störfaktor im Stadtbild.

Digitale Außenwerbung ist bei Werbetreibenden und Agenturen zunehmend beliebt.(Bild:  Alex - stock.adobe.com)
Digitale Außenwerbung ist bei Werbetreibenden und Agenturen zunehmend beliebt.
(Bild: Alex - stock.adobe.com)

Die Vision intelligent vernetzter Städte treibt alle an, die sich mit der Digitalisierung des öffentlichen Raums beschäftigen. Für die DooH-Branche ist ein Netz an Außendisplays deshalb ein elementarer Baustein um das Konzept Smart City zu realisieren. Werbetreibende können im Gegensatz zur klassischen Plakatwerbung ihre Kampagnen an hochfrequentierten Orten dynamisch und in Echtzeit ausspielen.

Außerdem nutzen Städte die Außen-Screens als Kommunikationsmedium zwischen Stadt und Bürgern. So können die digitalen Werbetafeln etwa bei Großereignissen oder in Krisensituationen unterstützen, um die Bevölkerung schnell im öffentlichen Raum zu informieren. Auch die Sicherheit an öffentlichen Plätzen, etwa in Bahnhöfen oder Unterführungen, soll mithilfe der digitalen Werbeträger gewährleistet werden. Doch wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten.

Wem gehört die Stadt?

So geraten die digitalen Werbeträger verstärkt ins Schussfeuer von Bürgerinitiativen, die Werbeflächen größtenteils oder komplett aus dem öffentlicher Raum entfernen möchten. Laut offizieller Website der Bürgerinitiative Hamburg Werbefrei greift digitale Außenwerbung verstärkt in das Stadtbild ein – mit negativen Folgen.

Neben der Verkehrssicherheit wird auch die Belastung für sensible oder behinderte Menschen kritisch gesehen. Auch der Faktor der Lichtverschmutzung und die Auswirkungen auf Mensch und Tier wird von den Werbegegnern als Argument für ein Verbot herangezogen.

Volle Kassen für Städte und Kommunen

Städte und Kommunen sind jedoch finanziell auf Werbung angewiesen. In Hamburg beliefen sich die städtischen Einnahmen aus Außenwerbung im vergangenen Jahr auf 32 Millionen Euro. Im Jahr 2020 waren es noch 28 Millionen Euro. In Berlin sieht es ähnlich aus. Auch dort gibt es eine Initiative gegen Außenwerbung. Der Hauptstadt würden bei einem Verbot Einnahmen von geschätzt 30 Millionen Euro im Jahr fehlen.

In der Schweiz bekam die Werbebranche hingegen einen Platzverweis erteilt. Die Stadt Genf hat sich mit der Initiative „Zéro Pub“ (Null Werbung) gegen Werbetreibende durchgesetzt. Ab 2025 herrscht dort ein Werbeverbot, mit Ausnahme von Kulturveranstaltungen.

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