Milliarden-Invest ins Chip-Universum Nvidia stützt Intel, auch mit technischer Kooperation

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der kriselnde Chip-Pionier Intel bekommt milliardenschwere Unterstützung vom erfolgreicheren Konkurrenten Nvidia. Zum einen wird Nvidia Intel-Aktien für fünf Milliarden Dollar kaufen. Noch wichtiger könnte für Intel aber die technische Kooperation sein.

Nvidia stützt Intel nicht nur monetär, auch eine technologische Kooperation ist angedacht.(Bild: ©  maew - stock.adobe.com)
Nvidia stützt Intel nicht nur monetär, auch eine technologische Kooperation ist angedacht.
(Bild: © maew - stock.adobe.com)

Schützenhilfe vom Mitbewerber. Die Ankündigung Nvidias, Intel mit einem milliardenschweren Investment zu unterstützen, hat die Kurse beider Unternehmen befeuert. Zu Handelsbeginn am Donnerstag waren fast 28 Prozent mehr für die Aktien des kriselnden Prozessorherstellers gezahlt worden. Der Kurs von Nvidia profitierte davon auch. In einem guten Umfeld für Techwerte gewannen die Anteilsscheine an der Spitze des Leitindex Dow Jones Industrial 2,7 Prozent. Die Anleger von AMD reagierten jedoch verunsichert, der Kurs des Intel-Konkurrenten fiel um 3,5 Prozent.

Technologische Zusammenarbeit

Neben der monetären Zuwendung, könnte langfristig aber vor allem die technische Kooperation bedeutsam sein. Die Unternehmen wollen gemeinsam Chips entwickeln. Intel wird unter anderem Prozessoren seines X86-Systems bauen, die an Nvidia-Technik für Rechenzentren angepasst sind. Die Intel-Aktie sprang im US-Handel um rund 23 Prozent hoch.

Nvidias Chipsysteme wurden zur Schlüsseltechnologie für Training und Betrieb von Software mit Künstlicher Intelligenz. Der zuvor vor allem für ihre Grafikkarten bekannte Firma bescherte dies ein explosives Wachstum und den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt mit einem aktuellen Börsenwert von 4,3 Billionen Dollar. Die Marktkapitalisierung von Intel ist dagegen in den vergangenen Jahren kräftig gefallen - auf zuletzt nur noch rund 140 Milliarden Euro. Die Partnerschaft mit Intel zeuge davon, dass sich die Computerwelt grundlegend verändert habe, sagte Nvidia-Chef Jensen Huang.

Chip-Pionier in der Krise

Intel war einst eine führende Kraft in der Chipindustrie. Doch in den vergangenen Jahren verlor der Konzern zunehmend an Bedeutung. Smartphones und die meisten Tablet-Computer laufen mit Technologie des Chipentwicklers Arm. Bei Künstlicher Intelligenz kommt niemand an Nvidia heran.

Der Plan von Intel ist, verstärkt zum Auftragsfertiger für andere Chipfirmen zu werden - doch bisher zögern potenzielle Kunden. Die ambitionierten Pläne zum Bau neuer Fabriken wurden deshalb zurückgefahren. Unter anderem wurde das geplante Werk in Magdeburg gestrichen. Nvidia-Chef Huang machte in einer Pressekonferenz nach der Ankündigung auf Nachfrage keine Zusage, Intels Auftragsfertiger-Kapazitäten zu nutzen.

Nvidia folgt auf Regierungs-Beteiligung

Die US-Regierung sicherte sich jüngst einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel. Dafür dienten bereits im vergangenen Jahr zugesagte Milliarden-Subventionen als Kaufpreis. Intel sollte das Geld ursprünglich unentgeltlich als Unterstützung beim Bau neuer Fabriken in den USA bekommen. Aber US-Präsident Donald Trump wollte eine Gegenleistung dafür.

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