„Made in Germany“ Neue Batterien braucht das Rechenzentrum

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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Ist die Stromversorgung für Rechenzentren angesichts der Energiewende noch sicher? Fortschritte in der Batterie-Entwicklung sollen Betreiber gegen Ausfälle wappnen. IT-BUSINESS sprach mit Andreas Bichlmeir von Online USV-Systeme, über die jüngsten Trends für mehr Nachhaltigkeit.

Andreas Bichlmeir, Vorstand von Online USV-Systeme   (Bild:  ONLINE USV-Systeme AG)
Andreas Bichlmeir, Vorstand von Online USV-Systeme
(Bild: ONLINE USV-Systeme AG)

„Made in Germany“ hat mancherorten immer noch einen guten Klang. Online USV-Systeme wirbt damit für seine Lösungen für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Damit, und mit über 30 Jahren an Erfahrung mit energieeffizienten Backup-USV-Anlagen, Zubehör-Produkten wie Netzwerk-Management-Karten sowie Software. Um diese Produkte in die Rechenzentren zu bekommen, setzt das Unternehmen auf den Channel: „Wir leben Partnerschaft und agieren auf Augenhöhe mit unseren Partnern. Wir setzen alles daran, ihnen USV-Lösungen anzubieten, die den wachsenden Anforderungen an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Energieeffizienz gerecht werden“, so Andreas Bichlmeir, Vorstand von Online USV-Systeme. „Besonders wichtig ist für uns die persönliche Beratung und individuelle Serviceleistungen.“

Als selbstständiges Unternehmen sei Online USV-Systeme in der Lage, bei Bedarf schnellere Entscheidungen zu treffen als etwa Filial- oder Tochterunternehmen. „Unsere Kunden und Partner profitieren von kurzen Entscheidungswegen, persönlicher Erreichbarkeit, umfassender Betreuung und Liefertreue“, so Bichlmeir. Wobei alle Aktivitäten stets den Umweltaspekt mitberücksichtigten: „Wir handeln nachhaltig und unterstützen unsere Partner und Kunden dabei, mit dem Einsatz hochwertiger USV-Technologien ihre Energieeffizienz zu steigern und gleichzeitig Kosten einzusparen.“

Jüngste Nachhaltigkeits-Trends

Bichlmeir nimmt in diesem Zusammenhang aktuell eine intensive Diskussion über die Auswahl des geeigneten Batterietyps wahr. Für RZ-Betreiber stünde insbesondere die Abwägung zwischen Blei-Gel- und Lithium-Ionen-Batterien an. Ein Lithium-Ionen-Pack erlaubt typischerweise zwei bis viermal mehr Lade- und Entladezyklen, birgt aber die Gefahr der Überhitzung bis hin zum Brand. Blei-Gel-Akkus sind dagegen um bis zu 70 Prozent günstiger, 12V/20Ah Blei-Gel-Akkus gibt’s schon für weniger als 40 Euro. Bichlmeir rät Anwendern, ihren Bedarf an Energiedichte, Lebensdauer, Temperaturstabilität, Platz, Wartung, Sicherheit und Recycling genau zu eruieren und dann den passenden Typ auszuwählen.

Es gehe ja nicht zuletzt um die Sicherheit der Stromversorgung in Datacentern: „Die Frage nach einer stabilen und zuverlässigen Stromversorgung wird zunehmend kritisch betrachtet, insbesondere angesichts der anstehenden Energiewende, den andauernden globalen Unsicherheiten und Schwierigkeiten bei der Kalkulation der Strompreise. Es wird notwendig, Mechanismen zu etablieren, die eine sichere Stromversorgung gewährleisten und Stromkosten für Rechenzentrumsbetreiber gleichzeitig besser kalkulierbarer machen.“

Der Vorstand hat darüber hinaus festgestellt, dass Anfragen für Reparaturen im USV-Bereich zuletzt zugenommen haben: „Ich glaube, dass Rechenzentren und Betriebe vermehrt die Bedeutung nachhaltiger Praktiken erkennen. Statt eine USV-Anlage sofort komplett zu ersetzen, bevorzugen sie oft Reparaturen, um die Lebensdauer der Geräte zu verlängern und Elektroschrott zu reduzieren.“ Reparaturen können generell kosteneffizienter sein als der Kauf einer neuen Anlage. Insbesondere, wenn nur bestimmte Komponenten defekt sind, ermögliche die Reparatur eine gezielte und wirtschaftliche Instandsetzung.

Ein dritter großer „Trend“ in Bezug auf das Thema Energieeffizienz im Datacenter sei leider die Bürokratie, die oft die reibungslose Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen behindere.

Zukunftsthemen, um noch mehr Energie einzusparen

USV-Anlagen sind die absolute Basis-Technologie für Rechenzentren. Entscheidend dabei sei, eine ausgewogene Balance zwischen nachhaltigem Handeln und anfallenden Kosten zu finden. Die Energieeffizienz eingesetzter USV-Anlagen könne durchaus positiv beeinflusst werden und trage so direkt zur Kostensenkung bei. „Hier sehe ich noch Potenzial“, erklärt Bichlmeir:

„Betrachten wir die Energiebilanz einer USV-Anlage, so lässt sich der Wirkungsgrad durch verschiedene Parameter wie Auslastung der Anlage, USV-Technologie und Kühl- bzw. Lüftung des USV-Modells steigern. Moderne USV-Modelle, der Einsatz eines intelligenten Batterie-Managements und Monitoring Tools reduzieren den USV-Grundverbrauch vom ersten Tag an.“ Ein energetisches Gesamtkonzept könne darüber hinaus die Umwandlung, Speicherung und Verteilung von Energie in Kühlung, Lüftung, Heizung und Gebäudeautomation effizient verwalten und so zur Energie- und Kosteneinsparung beitragen.

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„Technologische Innovationen haben das Potenzial, die Stromversorgung langfristig zu verändern“, zeigt sich der Experte überzeugt. „Solarenergie, Wind- und Wasserkraft werden verstärkt eingesetzt, sind jedoch unregelmäßig verfügbar. Mit neuen Technologien lassen sich zukünftig überschüssige Energie speichern und bei Bedarf abrufen. Fortschritte in der Batterietechnologie - insbesondere in der Entwicklung von Feststoffzellen – unterstützen die Bereitstellung effizienter und sicherer Speicherlösungen. Und mit einem gesteigerten Wirkungsgrad von 10 Prozent auf 50 Prozent entwickeln sich Solarzellen weltweit positiv.“

Bichlmeir ist nur einer von vielen Mitwirkenden an unserem neuen Channel Fokus „Power & Cooling“, in dem insbesondere und ausführlich die Bereiche Stromversorgung und Kühlung angesprochen werden. Erfahren Sie, wie Partner und Serviceprovider im IT-Markt und der Rechenzentrums-Branche 2024 auf neue rechtliche Vorgaben reagieren und Ausgaben begrenzen können.

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