Causa VMware Netgo und VMware: Ist das Tischtuch zerschnitten?

Von Dr. Dietmar Müller 2 min Lesedauer

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An der Übernahme von VMware durch Broadcom scheiden sich die Geister. Wir haben bei Partnern nachgefragt. Heute: Patrik Menne, Vice President Cloud & DataCenter, sowie Sarah Baumeister, Service Strategist von Netgo. Ihr Urteil fällt hart und eindeutig aus.

Patrick Menne kam durch die Übernahme des Managed Cloud Service Providers ITgration durch die Netgo group ins Unternehmen und hat bei Netgo den Posten als Vice President Cloud & DataCenter inne.(Bild:  Netgo)
Patrick Menne kam durch die Übernahme des Managed Cloud Service Providers ITgration durch die Netgo group ins Unternehmen und hat bei Netgo den Posten als Vice President Cloud & DataCenter inne.
(Bild: Netgo)

Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom ist die Partner-Szene in Aufruhr. Das alte VMware-Partnerprogramm ist ausgelaufen, an seine Stelle ist ein exklusives „Broadcom Advantage Partner Program“ getreten. Das und andere Schritte haben zur Reduzierung der Anzahl an Partnern geführt – aber auch zu einem enorm gestiegenen Aktienkurs.

Wie erleben das die deutschen Partner? Wir haben bei Netgo nachgefragt, das erst im Sommer 2023 zum Principal Partner des Spezialisten für Virtualisierungstechnologie gekürt worden war. Dann kam die Übernahme. Haben sich die Wogen mittlerweile geglättet? „Die anfänglichen ‚Stressflecken‘ sind weitgehend abgeklungen“, so Patrik Menne, Vice President Cloud & DataCenter, gegenüber IT-BUSINESS. „Wir haben uns frühzeitig strategisch breiter aufgestellt und entsprechende Maßnahmen ergriffen.“

Dennoch sei seit den von Broadcom eingeführten Veränderungen klar, dass Broadcom aufgrund seines Verhaltens und der intransparenten Informationspolitik für Netgo kein strategischer Partner mehr sein könne. „Wir leben unsere Werte auch in der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und erwarten diese Verlässlichkeit ebenso von der Gegenseite“, so Menne. „Wir sehen weder kommerzielle noch inhaltliche Gründe, die eine strategische Partnerschaft mit Broadcom rechtfertigen würden.“

„Trend weg von VMware“

Ein hartes Urteil, das Sarah Baumeister, Service Strategist von Netgo, ausführen kann. „Unsere Gründe sind eindeutig: Zum einen bietet die weitere Zusammenarbeit aus kommerzieller Sicht keinen erkennbaren Vorteil. Die von Broadcom eingeführten Lizenz- und Preismodelle sind für unsere Kunden wirtschaftlich weder attraktiv noch zukunftsfähig. Zudem erleben wir Broadcom nicht als zuverlässig oder verlässlich – Eigenschaften, die für eine langfristige Geschäftsbeziehung essenziell sind.“

Sarah Baumeister, Service Strategist von Netgo(Bild:  Netgo)
Sarah Baumeister, Service Strategist von Netgo
(Bild: Netgo)

Darüber hinaus sei da der ethische Aspekt: Der Umgang von Broadcom mit Kunden und Partnern seit der Übernahme stehe im klaren Widerspruch zum Verständnis von Netgo bezüglich Fairness, Transparenz und nachhaltiger Partnerschaft. „Unter diesen Rahmenbedingungen fehlt die Basis für eine strategische Zusammenarbeit“, so Baumeister.

Sie macht einen deutlichen Trend weg von VMware aus: „In dieser Entwicklung sehen wir Chancen, mit unserem alternativen Portfolio die Kunden bestmöglich auf ihrem Weg der Veränderung zu begleiten und nachhaltige Lösungen zu bieten.“ Netgo habe sein Portfolio bereits vor der Broadcom-Übernahme entsprechend angepasst und frühzeitig das Bewusstsein für Alternativen geschaffen – „immer mit Blick auf die Kundenanforderungen und deren geschäftlichen Nutzen“, so Menne. „Unser Netgo Cloud-Offering basiert heute schon auf einer OpenStack-Plattform. In On-Premises-Szenarien setzen wir unter anderem auf Lösungen wie Proxmox und Nutanix.“

Für die Zukunft sehen beide Manager keine Chance auf eine Wiederannäherung. „Unsere Erwartungen sind deutlich getrübt – bis hin zu nicht mehr vorhanden“, so Baumeister gegenüber IT-BUSINESS. „Wir als Netgo haben jedoch schon immer bewusst auf Diversifizierung gesetzt. Diese Unabhängigkeit ist für uns ein wesentlicher Faktor, um Souveränität und Handlungsfähigkeit langfristig sicherzustellen.“

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