Strikte Hierarchien oder viel Freiraum Motivationskiller unpassender Führungsstil
Jeder dritte Mitarbeiter rebelliert einer Studie der Haufe Gruppe zufolge gegen seinen Chef. Und das keineswegs nur im „stillen Kämmerlein“. Doch welches Führungsmodell ist zeitgemäß?
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„Tu, was ich dir sage und damit basta!“ Vorgesetzte, die entsprechend diesem Leitbild agieren, müssen sich über eines im klaren sein: Sie fördern Unzufriedenheit in ihren Teams. Gemäß einer Studie der Haufe Gruppe, in der 400 Führungskräfte und 800 Mitarbeiter in deutschen Unternehmen Auskunft gaben, sind 20 Prozent der Angestellten unzufrieden mit dem praktizierten Führungsstil. 63 Prozent dieser werden aus ihrer Perspektive klassisch-hierarchisch geführt. Sie fühlen sich in starren Top-down-Hierarchien mit geringem Handlungsspielraum gefangen. „Ein Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Mitarbeiter und der Art, wie sie geführt werden, liegt also nahe“, so Bernhard Münster, Senior Product Manager bei Haufe und Initiator der Studie. „Generell vermissen unzufriedene Mitarbeiter jedoch vor allem eines: Anerkennung für ihre Leistung.“
Was außerdem demotiviert
Fehlendes Lob nennen 58 Prozent der Mitarbeiter als Hauptgrund für ihre Unzufriedenheit, gefolgt von dem Gefühl, sich nicht entwickeln zu können (50 Prozent). Letzteres ist mit 57 Prozent vor allem bei Mitarbeitern in starken Hierarchien besonders ausgeprägt. Doch auch die allgemeine Arbeitssituation kann zu Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern führen. Hauptgründe sind dabei das Führungsverhalten (36 Prozent), eine als negativ empfundene Unternehmenskultur (34 Prozent) und Unterforderung (29 Prozent).
Die Konsequenz: 31 Prozent der Mitarbeiter setzen sich zeitweise über die Entscheidung seines direkten Vorgesetzten hinweg. Dies geschieht, um langwierige Abstimmungsprozesse zu vermeiden oder aufgrund der Annahme, Markt- und Kundenanforderungen besser zu kennen.
Die gute Nachricht
Zwei Drittel der Führungskräfte und die Hälfte der Mitarbeiter sind mit dem Führungsstil des direkten Vorgesetzten zufrieden. Doch wie wird hierzulande geführt – eher autoritär oder laissez-faire? Darüber gehen die Ansichten der Chefs und Angestellten auseinander.
Während 33 Prozent der Führungskräfte die Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter als „agile Netzwerke“ beschreiben, die sich nach Bedarf in variierenden Projektgruppen organisieren, empfinden das nur ein Fünftel der Mitarbeiter so. 41 Prozent erleben eine klassisch-hierarchische Top-Down-Struktur. Welches Führungsmodell allerdings den künftigen Geschäftserfolg sichert, sollte situativ entschieden werden, lautet die Meinung der meisten Befragten. Dass jedoch das klassische-hierarchische Modell Zukunft hat, glauben nur rund zehn Prozent.
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