Fortinet 2024 Security Awareness and Training Global Research Report Mitarbeiter sind für 70 Prozent der Unternehmen ein Sicherheitsrisiko

Ein Gastbeitrag von Thorsten Henning 2 min Lesedauer

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Mitarbeiter sind die erste Verteidigungslinie gegen Cyberangriffe, doch klafft gerade hier oft eine gefährliche Sicherheitslücke. In Deutschland sehen bereits 70 Prozent der befragten Unternehmen einen Mangel an essenziellen Cybersecurity-Kenntnissen bei ihren Mitarbeitern – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr und sogar über dem weltweiten Durchschnitt von 67 Prozent.

Sind Mitarbeiter wirklich eine Schwachstelle? Viele Unternehmen erkennen bei ihren Mitarbeitern einen Mangel an essenziellen Cybersecurity-Kenntnissen.(Bild:  pathdoc - stock.adobe.com)
Sind Mitarbeiter wirklich eine Schwachstelle? Viele Unternehmen erkennen bei ihren Mitarbeitern einen Mangel an essenziellen Cybersecurity-Kenntnissen.
(Bild: pathdoc - stock.adobe.com)

Der Security Awareness and Training Global Research Report 2024 von Fortinet verdeutlicht einen alarmierenden Trend: Immer mehr Unternehmen erkennen erhebliche Defizite beim Cybersecurity-Bewusstsein ihrer Belegschaft. Diese Kompetenzlücke beim Thema Cybersecurity macht deutlich, dass Unternehmen dringend in die Schulung und Sensibilisierung ihrer Mitarbeiter investieren müssen. Denn während IT- und Security-Teams eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Cyberbedrohungen spielen, trägt jeder einzelne Mitarbeiter entscheidend zur Prävention von Sicherheitsvorfällen bei.

KI verschärft die Lage

Der zunehmende Einsatz von KI durch Cyberkriminelle verschärft die Bedrohungslage zusätzlich. KI-gestützte Angriffe, wie täuschend echte Phishing-Mails oder Deepfakes, sind oft schwer zu erkennen und stellen Security-Verantwortliche vor neue Herausforderungen. 60 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland befürchten eine weitere Verschärfung durch KI-basierte Angriffe, da diese vermehrt durch KI beschleunigt, skaliert und vereinfacht werden. Dabei bleiben Mitarbeiter ein attraktives Ziel: Über 80 Prozent der Unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr Angriffe wie Malware, Phishing oder Passwortattacken, die direkt auf ihre Angestellten abzielten.

Erfreulich ist jedoch die zunehmende Sensibilisierung für das Thema. Führungskräfte erkennen die Bedrohung durch den Missbrauch von KI-Tools und suchen aktiv nach Lösungen. Die Mehrheit der Befragten (62 Prozent weltweit, 60 Prozent in Deutschland) rechnet mit einem Anstieg der Opferzahlen durch KI-basierte Angriffe. 95 Prozent aller Unternehmen investieren bereits in KI-basierte Sicherheitslösungen oder evaluieren deren Einsatz, um Cyberangriffen effektiv zu begegnen. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft der Mitarbeiter, an Cybersecurity-Trainings teilzunehmen, in Deutschland liegt sie bereits bei 78 Prozent.

Was macht eine effektive Schulung aus

Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Cyberbedrohungen sind Cybersecurity-Schulungen unerlässlich. Die Studienergebnisse unterstreichen ihre positive Wirkung: In Deutschland berichten 86 Prozent der Führungskräfte von einer Verbesserung ihrer Sicherheitslage nach der Durchführung entsprechender Maßnahmen. Drei Viertel der Befragten planen bereits regelmäßige Sensibilisierungskampagnen – monatlich (34 Prozent) oder vierteljährlich (47 Prozent) –, oft motiviert durch eigene Erfahrungen mit Sicherheitsvorfällen.

Führungskräfte erkennen zwar die Bedeutung von Cybersecurity-Schulungen, betonen aber gleichzeitig die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger und zielgerichteter Programme. Obwohl 86 Prozent der Entscheidungsträger mit ihren aktuellen Schulungslösungen zufrieden sind, geben 41 Prozent der Schulungsteilnehmer den Mangel an ansprechenden Inhalten als Kritikpunkt an. Weitere Kritikpunkte sind umständliche Onboarding-Prozesse (26 Prozent) und schlechter Kundenservice (23 Prozent).

Auch der zeitliche Aufwand spielt eine wichtige Rolle: Um Überforderung und Demotivation zu vermeiden, sollte die Dauer der Schulungen idealerweise zwischen einer und zwei Stunden liegen, auch wenn der Durchschnitt derzeit bei drei Stunden liegt. Effektive Cybersecurity-Schulungen mit ansprechenden Inhalten und angemessener Dauer, kombiniert mit technischem Know-How der Security-Verantwortlichen und fortschrittlichen Security-Lösungen, bilden die Grundlage einer umfassenden Cybersecurity-Strategie.

Über den Autor: Thorsten Henning ist Regional Director Pre-Sales and Business Development DACH bei Fortinet.

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Der Fachkräftemangel in Deutschland bedroht die Wirtschaft, besonders in der IT-Sicherheit. Unternehmen suchen dringend qualifizierte Experten, um Cyberrisiken zu bewältigen. Der steigende Bedarf an IT-Sicherheitsfachkräften verschärft das Problem weiter. In dieser Serie sprechen wir mit HR-Expertinnen und Security-Profis aus der Praxis darüber, wie Unternehmen trotz knappem Angebot die perfekt passenden Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter finden und halten können.

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