Chiligreen bleibt bei Pleite außen vor Lintec stellt Insolvenzantrag
Die Lintec Information Technologies AG hat am Dienstag beim Amtsgericht Leipzig Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Davon betroffen sind auch fünf Lintec-Töchter, die zusammen allerdings nur drei Prozent des operativen Lintec-Umsatzes erwirtschaften.
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Angesichts drohender Zahlungsunfähigkeit hat Lintec-Vorstand Thomas Goletz jetzt die Reißleine gezogen. Er beantragte am Dienstag für die Lintec-Holding sowie für fünf Töchter der Gruppe beim Amtsgericht Leipzig Antrag die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Betroffen sind die Lintec Services GmbH, Lintec Solution GmbH, Lintec Systems GmbH und die Batavia Multimedia Verwaltungs GmbH sowie die Fastfame Deutschland GmbH.
Für die Batavia AG wurde bereits vor vier Wochen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Volkhard Frenzel aus Halle berufen, der auch schon das Insolvenzverfahren der ehemaligen Lintec-Tochter Pixelnet AG führte.
Die einst als Börsenstar gefeierte Lintec AG war Anfang 2002 in massive Schieflage geraten und hat sich von zahlreichen Altlasten einiger Töchter – unter anderem der Batavia AG – nicht erholt.
Letzter Auslöser für die Insolvenz war, so Vorstand Thomas Goletz im Gespräch mit IT-BUSINESS.de, ein für Februar anvisierter Großauftrag aus Asien, der sich nun auf Mai verschoben hatte. Es sei nicht mehr möglich gewesen, die dadurch entstandene Liquiditätslücke durch das operative Geschäft der anderen Töchter zu schließen.
Allerdings erwirtschaften jene Lintec-Firmen, für die nun Insolvenzantrag gestellt wurde, lediglich rund drei Prozent des Gesamtumsatzes der Lintec-Gruppe. Der Löwenanteil geht mit den restlichen 97 Prozent auf das Konto der österreichischen Chiligreen Computer GmbH, die Lintec im Januar 2007 übernommen hatte, und der HSC GmbH in Leizpig. Für diese beiden Firmen wurde kein Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb dieser beiden Unternehmen soll uneingeschränkt fortgesetzt werden, heißt es.
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