Steuermann des PC-Herstellers verlässt nach 16 Jahren das Unternehmen Leo-Chef Torsten Duffner geht von Bord

Redakteur: Regina Böckle

Torsten Duffner, langjähriger Geschäftsführer des PC-Fertigers Leo wird demnächst das Unternehmen verlassen. Seinen Posten wird künftig der derzeitige Vertriebsleiter Rico Siefermann übernehmen. Wie lange Duffner noch genau an Bord bleiben wird, ist derzeit noch unklar. Es werde einen sanften Übergang geben, da sein Ausstieg seit längerer Zeit bereits geplant sei, erklärte Duffner.

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Der Appenweierer PC-Fertiger Leo steht vor einem großen Einschnitt in seiner Firmengeschichte. Ganze 16 Jahre lang hat Torsten Duffner als Geschäftsführer das Unternehmen erfolgreich durch gute und turbulente Zeiten geführt. »Für mich ist es nach so vielen Jahren nun Zeit, etwas Neues anzupacken«, erklärt der rührige Manager gegenüber IT-BUSINESS. Zu welchen Ufern er aufbrechen wird, verriet er noch nicht.

Der Ausstieg sei seit längerem geplant, weshalb auch die Nachfolge für seinen Posten bereits geregelt ist. So wird der bisherige Vertriebsleiter Rico Siefermann künftig das Ruder übernehmen. An der strategischen Ausrichtung werde sich nichts ändern, hieß es. Nähere Angaben zu den Gründen seines Ausstiegs gab es nicht.

Aus Branchen-Kreisen allerdings ist zu vernehmen, dass es zwischen dem Geschäftsführer und dem Mehrheitsgesellschafter zu Differenzen über die Ausrichtung des Unternehmens gekommen sei. Den Namen des Investors gibt das Unternehmen nicht bekannt, doch angesichts der Gerüchte liegt die Vermutung nahe, dass der bislang stille Gesellschafter offenbar so still nicht ist. Weder Siefermann noch Duffner wollten dazu etwas sagen.

Ende einer Ära

Für den Hersteller der beiden Business- und Consumer-Linien »Delphin« und »Piranha« dürfte der Abgang des bisherigen Geschäftsführer Torsten Duffner trotz geregelter Nachfolge ein großer Einschnitt sein. Denn nicht zuletzt hat die Person Duffner aus Sicht von Lieferanten und Partner das Unternehmen entscheidend geprägt.

Das zeigte sich vor allem während des äußerst turbulenten Jahreswechsels 2004/2005, als der Hersteller infolge betrügerischer Machenschaften des damaligen Prokuristen in die tiefste Krise seiner Geschichte geriet. Unter Leitung Duffners packte das damals 60 Mitarbeiter starke Leo-Team kräftig an und schaffte es, die existenzbedrohende Krise zu überwinden und wieder auf Erfolgskurs zu schwenken. Die beiden Gesellschafter griffen ein, beglichen den auf rund eine Million Euro geschätzten Verlust aus eigener Tasche und retteten so das Unternehmen vor dem Kollaps.

Ohne die Treue der Lieferanten und Kunden wäre die Wende jedoch ebenfalls nicht gelungen. Dass sie dem Unternehmen die Stange hielten, war vor allem auch dem persönlichen Einsatz Duffners zuzuschreiben, der sich in der Branche einen sehr guten Namen und viel Sympathie erarbeitet hat. Für sein Krisenmanagement erhielt er damals entsprechend viel Schulterklopfen und Anerkennung. Leo zählt zu den wenigen Unternehmen, die aus einer Krise dieser Art gestärkt hervorgegangen sind statt umzukippen.

Der »Fall Leo« war auch ein Beweis dafür, dass Kreditversicherer und Banken zu Zugeständnissen bereit sein können, wenn vorher die Basis gestimmt hat. Und der Fall Leo bestätigte außerdem, dass selbst die schnellebige IT-Branche ein über viele Jahre erarbeitetes Vertrauen immer honoriert.

Was meinen Sie: wird das Geschäft normal weiterlaufen oder wird Torsten Duffner eine Lücke bei Leo hinterlassen? Diskutieren Sie mit im IT-BUSINESS-Forum!

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