Wie Behörden beim Thema KI mit gutem Beispiel vorangehen Künstliche Intelligenz und das öffentliche Vertrauen

Von Travis Galloway 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

KI-gestützte Technologien sind in verschiedensten Sektoren zur transformativen Kraft geworden – so auch in Bundesbehörden. Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert, wie Regierungen mit Bürgern interagieren, und bietet nie dagewesene Effizienz und neue Möglichkeiten. Doch dieser technologische Sprung macht es auch zwingend erforderlich, öffentliches Vertrauen in die integrierte KI zu schaffen.

Gerade öffentliche Einrichtungen, Behörden, Kommunen und Regierungen müssen beim Einsatz von KI vorsichtig sein. Denn so positiv die Technik dort auch wirken kann, ein mal verspieltes Vertrauen ist hier besonders schwerwiegend.(Bild:  AhmadTriwahyuutomo - stock.adobe.com / KI-generiert)
Gerade öffentliche Einrichtungen, Behörden, Kommunen und Regierungen müssen beim Einsatz von KI vorsichtig sein. Denn so positiv die Technik dort auch wirken kann, ein mal verspieltes Vertrauen ist hier besonders schwerwiegend.
(Bild: AhmadTriwahyuutomo - stock.adobe.com / KI-generiert)

KI wurde bereits im großen Maßstab in Funktionen des öffentlichen Sektors integriert und hat dabei eine deutliche Wirkung gezeigt. KI-Nutzungsszenarien von der Automatisierung von Routineaufgaben bis hin zu tiefgehenden Analysen für die Entscheidungsfindung werden in vielen Bereichen zunehmend unverzichtbar. Diese Anwendungsmöglichkeiten verbessern nicht nur die Effizienz, sondern auch die Genauigkeit und Reaktionsschnelligkeit im öffentlichen Dienst. Damit bieten KI-gestützte Anwendungen dem öffentlichen Sektor eine Menge Vorteile.

Das öffentliche Vertrauen in die von Regierungen genutzte Technologien basiert auf einem empfindlichen Gleichgewicht. Das hängt davon ab, wie die Öffentlichkeit die Effizienz und Fairness einer Technologie und die Umsetzung von Datenschutzmaßnahmen wahrnimmt. KI bringt hier zwangsläufig Herausforderungen mit sich: Ihre komplexen Algorithmen sind oft undurchsichtig und die Entscheidungsprozesse der KI bleiben undurchschaubar. Wenn KI-Systeme versagen, egal ob aufgrund von Fehlern, Bias oder unsachgemäßer Verwendung, kann dies dem öffentlichen Vertrauen einen heftigen Dämpfer verpassen. Gleichzeitig hat verantwortungsbewusst implementierte KI das Potenzial, durch nachgewiesene Effizienz und Zuverlässigkeit das Vertrauen deutlich zu stärken.

Ein kürzlich veröffentlichtes Whitepaper von SolarWinds [registrierungspflichtig] unterstreicht, wie wichtig Vertrauen als Eckpfeiler für eine erfolgreiche KI-Implementierung im öffentlichen Sektor ist. Das Whitepaper empfiehlt die Umsetzung eines neuen „AI by Design“-Frameworks mit Prinzipien für die ethische und effektive Nutzung von KI, um sicherzugehen, dass KI der Öffentlichkeit zugutekommt. Gleichzeitig werden die individuellen Rechte geschützt und Verantwortlichkeit gefördert. Eines dieser Prinzipien ist Transparenz und Vertrauen.

Transparenz ist der entscheidende Faktor, um das öffentliche Vertrauen in KI aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Entsprechend wichtig ist es, dass der öffentliche Sektor mit effektiven Methoden sicherstellt, dass KI-Prozesse transparent und für die Öffentlichkeit verständlich bleiben. Zu diesen Methoden gehören das Entwickeln von Open-Data-Initiativen, die von KI-Systemen genutzte und generierte Daten öffentlich verfügbar machen, sowie das regelmäßige Reporting zu KI-Performance und Ergebnissen. Diese Maßnahmen vereinfachen den KI-Betrieb und zeigen der Öffentlichkeit, dass der Regierung Offenheit und Verantwortlichkeit wichtig sind.

Vertrauen durch Transparenz

Eine grundlegende Methode, mit der Bundesbehörden in ihren KI-Initiativen ihre Verantwortlichkeit sicherstellen, ist das Einhalten einer robusten Observability-Strategie. Observability bezeichnet die Möglichkeit, Systeme anhand der von ihnen generierten Daten zu überwachen und zu verstehen. So wird die Integrität aller Systeme in einer Infrastruktur sichtbar. Observability bietet tiefgehende Einblicke in IT-Systeme. Dadurch entstehen wertvolle Ressourcen, um komplizierte Tools und Workloads im öffentlichen Sektor zu überwachen. Diese Möglichkeit ist unverzichtbar, um sicherzustellen, dass der KI-Betrieb ordnungsgemäß und ethisch funktioniert. Durch die Einführung umfassender Observability-Tools können Behörden die Entscheidungsprozesse von KI-Systemen verfolgen und sicherstellen, dass die Verantwortlichkeit im Betrieb gewahrt wird. Diese Einblicke sind nicht nur für das interne Management wichtig, sondern auch, um gegenüber der Öffentlichkeit nachzuweisen, dass KI-Systeme fortlaufend sorgfältig überwacht werden.

Observability hilft außerdem bei der Compliance mit gesetzlichen Vorschriften, indem sie detaillierte Datenpunkte für Audits und Berichte liefert. Dies ist wichtig für Behörden, die sich an strenge Governance- und Rechenschaftsstandards halten müssen. Insgesamt verbessert Observability nicht nur den betrieblichen Aspekt von KI-Systemen, sondern spielt auch eine zentrale Rolle darin, das öffentliche Vertrauen zu stärken. Sie stellt sicher, dass die Systeme transparent und sicher sind und den Benutzeranforderungen sowie gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Ebenso entscheidend für das öffentliche Vertrauen sind solide Sicherheitsmaßnahmen. Daten und ihre Integrität zu schützen ist enorm wichtig. Nicht nur, um Missbrauch und unbefugten Zugriff zu verhindern, sondern auch, damit sich die Öffentlichkeit wohl fühlt, sich auf die Systeme zu verlassen. Zu den wichtigsten Sicherheitspraktiken für KI-Systeme in Behörden gehören eine solide Datenverschlüsselung, strenge Zugangskontrollen und umfassende Schwachstellenbewertungen. Diese Protokolle stellen sicher, dass sensible Daten geschützt werden und die Systeme selbst vor externen Angriffen und internen Datenlecks geschützt sind.

Doch selbst wenn all diese Maßnahmen umgesetzt werden, wird es immer wieder eine Herausforderung sein, sicherzustellen, dass KI das öffentliche Vertrauen stärkt, anstatt es zu untergraben. Angesichts der Komplexität der Technologie ist für Menschen die Funktionsweise von KI nur schwer nachzuvollziehen, was schnell zu Misstrauen führt. Innerhalb von Behörden kann Widerstand gegenüber Veränderungen die Einführung wichtiger Transparenz- und Sicherheitsmaßnahmen ausbremsen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, müssen Behörden fortlaufend aktiv Richtlinien entwickeln, Stakeholder einbeziehen und die Öffentlichkeit aufklären.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Dies gelingt, indem sie sich an eine weitere Säule des „AI by Design“-Frameworks halten: Einfachheit und Zugänglichkeit. Alle Strategien rund um die KI-Implementierung müssen durchdacht sein und allen Stakeholdern und Benutzern sinnvoll erscheinen. Dabei gilt es, das Vertrauen in die Tools nach und nach aufzubauen, statt mit einem abrupten Wechsel Benutzer direkt in die Defensive zu bringen. Neben dem Tempo der Einführung ist auch die regelmäßige Kommunikation mit Bürgern und Interessengruppen entscheidend – um ihre Erwartungen und Bedenken bezüglich KI zu erfahren und die KI-Strategien der Behörden entsprechend anzupassen. Eine offene Kommunikation und die Aufklärung der Öffentlichkeit sowie des Behördenpersonals über die Möglichkeiten und Grenzen von KI können die Technologie vereinfachen und einen informierten Dialog fördern.

Fazit

Bundesbehörden müssen ihre KI-Strategie kontinuierlich auswerten und verbessern – ein Prozess, der letztendlich nie endet. Dabei geht die Investition in die KI-Governance über die Compliance hinaus: Es geht darum, einen Standard für die verantwortungsbewusste und vertrauenswürdige Technologienutzung in Behörden zu schaffen.

Travis Galloway(Bild:  SolarWinds)
Travis Galloway
(Bild: SolarWinds)

KI hat ein enormes Potenzial für die Verbesserung des öffentlichen Diensts, doch ihre Auswirkungen auf die Öffentlichkeit sind komplex. Bundesbehörden haben die Chance, bei der verantwortungsvollen KI-Nutzung mit gutem Beispiel voranzugehen.

Über den Autor

Travis Galloway ist Head of Government Affairs bei SolarWinds.

(ID:50258055)