GfK-Konsumklimastudie für März 2022 Konsumstimmung rauscht nach unten
Der Krieg in der Ukraine hinterlässt bei den Deutschen deutliche Spuren und führt im März zu einer erheblichen Eintrübung des Konsumklimas. Während die Anschaffungsneigung gegenüber dem Vormonat moderate Einbußen verzeichnet, brechen die Konjunktur- und Einkommensaussichten ein.
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Der Abwärtstrend des Konsumklimas in Deutschland setzt sich im März nicht nur fort, sondern wird erheblich beschleunigt. Ein deutlicher Anstieg der Sparneigung verstärkt die Abwärtsbewegung weiter, wie die Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für März 2022 zeigen.
„Noch im Februar waren die Hoffnungen groß, dass sich mit den absehbaren Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen auch die Konsumstimmung deutlich erholen kann. Mit Beginn des Ukraine-Krieges hat sich dies jedoch schlagartig in Luft aufgelöst. Steigende Verunsicherung sowie die Sanktionen gegenüber Russland haben vor allem die Energiepreise explosionsartig in die Höhe schnellen lassen und drücken damit spürbar auf die allgemeine Verbraucherstimmung“, erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte.
Einkommensaussichten
Die Einkommensaussichten der Bundesbürger verlieren im März gegenüber dem Vormonat 25 Punkte und rutschen auf -22,1 Punkte ab. Das ist der niedrigste Wert seit Januar 2009, als infolge der Finanzkrise der Einkommensindikator auf -22,9 Zähler zurückging. Durch die stark gestiegenen Preise für Gas, Heizöl und Benzin sehen die Verbraucher ihre Kaufkraft dahinschmelzen.
„Eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas kann es nur dann geben, wenn es zu einem raschen Waffenstillstand mit anschließenden Friedensverhandlungen kommt“, so Bürkl. „Dann wird auch die Binnenkonjunktur durch die sinkende Verunsicherung wieder einen wichtigen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten und die Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen würden ebenfalls ihre positive Wirkung entfalten können.“
Konjunkturerwartung
Nach zwei Anstiegen in Folge muss auch die Konjunkturerwartung im März einen Einbruch hinnehmen. Der Indikator verliert 33 Punkte und fällt damit auf -8,9 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt während des ersten pandemiebedingten Lockdowns im Frühjahr 2020 gemessen (Mai 2020: -10,4 Punkte).
Die Verbraucher sehen zunehmend Gefahren für die deutsche Konjunktur, erklären die Experten der GfK. Sanktionen, hohe Energiepreise sowie unterbrochene Lieferketten hätten das Risiko einer Rezession sprunghaft ansteigen lassen. Die Risikofaktoren würden damit die positiven Impulse, die aus den Lockerungen zu erwarten seien, klar in den Schatten stellen.
Anschaffungsneigung
Im Gegensatz zu den Konjunktur- und Einkommensaussichten verliert die Anschaffungsneigung im März nur sehr moderat. Der Indikator sinkt um 3,5 Zähler und weist aktuell -2,1 Punkte auf. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt vor knapp zwei Jahren mit -4,6 Punkten im April 2020 gemessen.
Erfahrungsgemäß reagiert die Anschaffungsneigung auf steigende Preise negativ. Vor allem der Benzinpreis als wichtiger Signalpreis spielt in diesem Zusammenhang eine signifikante Rolle, da Verbraucher ihn im Alltag kontinuierlich überwachen und sofort entsprechend reagieren, so die Marktforscher.
Aussichten für April
Die GfK prognostiziert für das Konsumklima für April -15,5 Punkte und damit sieben Zähler weniger als im März dieses Jahres (revidiert -8,5 Punkte).
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