Künstliche Intelligenz als Helfer Kollege KI mausert sich zum verlässlichen Sachbearbeiter

Von Dr. Stefan Riedl 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz will durchdacht eingeführt werden. Hier sind Systemintegratoren und IT-Dienstleister gefragt. Wird das gemeistert, sind die Effizienzgewinne enorm. Claus Jepsen, Chief Product and Technology Officer bei Unit4 wägt ab.

Im Beschaffungswesen verkürzt KI die Rechnungsbearbeitung immens.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Im Beschaffungswesen verkürzt KI die Rechnungsbearbeitung immens.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

KI ist nicht gleich KI. Claus Jepsen, Chief Product and Technology Officer bei Unit4, betrachtet die Lage differenziert: „KI rationalisiert die Abläufe in der ERP- und BI-Branche erheblich, indem sie Routineaufgaben automatisiert, Fehler reduziert und eine schnellere Entscheidungsfindung ermöglicht. Maschinelles Lernen (ML) hilft bei der Erkennung von Anomalien in Prozessen wie der Rechnungsbearbeitung und der Steuerermittlung, während generative KI die Kommentierung und das Feedback von Berichten verbessert und so die Gesamteffizienz und das Datenverständnis erhöht.“

Herausforderungen und Risiken

Claus Jepsen, Chief Product and Technology Officer, Unit4(Bild:  Unit 4)
Claus Jepsen, Chief Product and Technology Officer, Unit4
(Bild: Unit 4)

„Sie [die KI] bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, wie zum Beispiel das Risiko der Überforderung der Nutzer, bei der Lösungen scheitern können, wenn sie nicht auf die spezifischen organisatorischen Bedürfnisse abgestimmt sind“, sagt der Manager. Eine durchdachte Einführung von KI könne dabei helfen, diese Fallstricke zu vermeiden, indem sichergestellt wird, dass die Technologie echte Probleme angeht.

Konkreter Nutzen am Beispiel „Rechnungsbearbeitung“

Im Beschaffungswesen habe KI-gestütztes Maschinelles Lernen die Rechnungsbearbeitung optimiert, manuelle Eingaben und Fehler um bis zu 30 Prozent reduziert, sagt Jepsen. Die Reaktionszeit sei um rund 40 Prozent verkürzt. Darüber hinaus ermögliche KI genauere Prognosen und die Erkennung von Anomalien.

Neue Aufgaben für den Channel

IT-Dienstleister sehen eine Verlagerung hin zur Verwaltung KI-gesteuerter Plattformen und zur Integration fortschrittlicher KI-Lösungen in den Kundenbetrieb, so Jepsen. Dadurch verlagere sich der Schwerpunkt von der manuellen Dateneingabe und dem grundlegenden Support hin zur strategischen Aufsicht, bei der sie sicherstellen, dass KI-Modelle optimiert werden und die erwarteten Ergebnisse liefern. Ihre Rolle wandle sich so sukzessive von der eines Systembetreuers hin zum Lösungsberater.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

„Das empfindliche Gleichgewicht zwischen Innovation und Überautomatisierung ist von entscheidender Bedeutung“, betont der Software-Experte. Ein übermäßiges Vertrauen in KI könne auch zu Ineffizienzen führen, wie es der Fall ist, wenn Organisationen KI ohne klare Ziele einsetzen. Jepsen konkretisiert: „Wenn KI-Implementierungen beispielsweise nicht auf den Menschen ausgerichtet oder nicht klar definiert sind, können sie den Betrieb eher stören als verbessern.“ Für den langfristigen Erfolg von KI ist von entscheidender Bedeutung, die Benutzererfahrung in den Mittelpunkt zu stellen und realistische Erwartungen zu haben.

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