Gartner zum Handy-Markt Knapp eine Milliarde Handys wurde 2006 verkauft

Redakteur: Sylvia Lösel

Motorola kann zwar dank des Riesenerfolgs seines Razr-Handys ein paar Prozente auf Nokia gutmachen, langfristig brauchen die Amerikaner aber weitere Zugpferde. Nokia dagegen baut seine Marktstellung auch ohne eine »Slim-Line« aus.

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Mit einer Stückzahl von mehr als 990 Millionen Einheiten wurden im letzten Jahr 21,3 Prozent weltweit mehr Geräte unters Volk gebracht als noch im Jahr zuvor. Davon konnten vor allem die Top Sechs Hersteller profitieren, die kleineren Mitspieler im Handymarkt dagegen mussten weiter Federn lassen.

Prominentestes Beispiel ist BenQ. Das taiwanische Unternehmen fiel vom sechsten auf den neunten Platz zurück. Den richtigen Riecher für die weltweiten Märkte bewies einmal mehr Nokia. Die Finnen offerierten ein breites Angebot im hochpreisigen Segment, das in den reifen Märkten verstärkt nachgefragt wurde. Sie hatten aber auch Geräte am unteren Ende der Preisskala in den Entwicklungsländern im Angebot und konnten mit dieser Strategie ihren Marktanteil weltweit auf 34,8 Prozent hochschrauben. Dies entspricht einem Zugewinn von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Kritik, dass die Finnen sich zu wenig um schlanke Modelle und das Preis-Mittelfeld kümmern, verstummt dennoch nicht.

Dünnes Gerät, dünne Margen

Wenn es um schlanke Modelle geht, fällt im Moment zuerst der Name Motorola. Die Amerikaner konnten sich mit dem Razr im vergangenen Jahr nach einigen schwächeren Quartalen wieder sehr gut platzieren. Dennoch reicht das eine Erfolgsmodell langfristig noch nicht aus, zumal auch die Margen dafür immer dünner werden. Mit knapp 210 Millionen verkaufter Handys lag der Marktanteil von Motorola bei 21,1 Prozent.

Dritter im Bunde ist Samsung. Mit 11,8 Prozent befinden sich die Koreaner gerade noch im zweistelligen Bereich. Vor allem die Ultra-Serie hat es 2006 gerichtet, mit Vorstellung der Ultra-II-Edition auf der diesjährigen 3GSM könnte sich der Erfolg auch 2007 fortsetzen. Die Kombination von Innovationsfreude seitens Samsungs und der geplante Ausbau der Wimax- und HSDPA-Netze könnte für einen weiteren positiven Impuls für das Unternehmen sorgen.

Dank der starken Marken Walkman und Cybershot im Musik- und Fotosegment konnte Sony Ericsson punkten. Mit fast 74 Millionen verkauften Geräten kommt das Gemeinschaftsunternehmen auf 7,4 Prozent Marktanteil. Für 2007 könnte das schlanke W880i einer der Erfolgsfaktoren werden.

Bei LG reichte der Erfolg des Chocolate-Handys nicht aus, um näher an Sony Ericsson heranzukommen. Das Unternehmen rutschte 2006 auf einen Marktanteil von 6,3 Prozent (6,7 Prozent im Vorjahr) ab.

»Emerging Markets« sind der Motor der EMEA-Region

Für die EMEA-Region verzeichnete das Marktforschungsunternehmen im vierten Quartal 2006 den Kauf von 52,4 Millionen neuen Mobilgeräten. Dies ist eine Steigerung um 13 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2005, bedeutet aber auch einen Rückgang gegenüber den vorangegangenen Quartalen. Im Gesamtjahr betrug der Zuwachs in EMEA stolze 21 Prozent und liegt damit auf dem Niveau der weltweiten Entwicklung. Auch dies ist allerdings vor allem den starken Zuwächsen in den »Emerging Markets« zu verdanken, die vom Engagement von Nokia, Motorola und neuerdings auch Samsung und LG profitierten.

Weltweite Marktanteile der Handy-Hersteller im Jahr 2006

  • Nokia 34,8 Prozent
  • Motorola 21,1 Prozent
  • Samsung 11,8 Prozent
  • Sony Ericsson 7,4 Prozent
  • LG 6,3 Prozent

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