Studie des AppliedAI Institute for Europe KI erzeugt Startup-Boom

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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In der EU, insbesondere aber in Deutschland, versuchen sich viele junge Firmen in Sachen generativer KI. Was fehlt, ist das Geld, so eine Studie des gemeinnützigen AppliedAI Institute for Europe mit Sitz in Garching bei München, für die 95 Startups befragt wurden.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die  Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für KI-Startups zu verbessern.(Bild:  sdecoret - stock.adobe.com)
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für KI-Startups zu verbessern.
(Bild: sdecoret - stock.adobe.com)

Die Künstliche Intelligenz lässt neue Firmen wie die Pilze sprießen: Insgesamt gibt es etwa 6.300 KI-Startups in der EU, davon sind 669 aus dem generativen KI-Bereich. Die meisten davon stammen mit 19,9 Prozent aus Deutschland, danach kommen Frankreich (17,5 %), die Niederlande (10,9 %) und Schweden (8,2 %).

Das ist das wesentliche Ergebnis der ersten Studie des gemeinnützigen AppliedAI Institute for Europe mit Sitz in Garching bei München, für die 95 Startups zur Entwicklung von generativer KI sowie zu ihren Herausforderungen im internationalen Wettbewerb befragt wurden. Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für KI-Startups zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas erheblich zu stärken.

In den genannten vier Ländern hat das das AppliedAI Institute wurde durch eine Umfrage unter den dort beheimateten 95 generativen KI-Startups durchgeführt. Die jungen Unternehmen wurden unter anderem zu Ihrer Finanzierung, den spezifischen Tätigkeitsfeldern, der Größe sowie ihren individuellen Herausforderungen befragt: Aktuell arbeiten 31 Prozent davon an der Entwicklung sogenannter Basismodelle. 41,6 Prozent konzentrieren sich auf die Bereitstellung von Entwicklungs-Tools und Infrastruktur für generative KI-Modelle.

Zusätzlich entwickeln 62,9 Prozent Downstream-Anwendungen auf Grundlage bestehender Basismodelle. „Downstream” bezeichnet hier eine nachgelagerte Phase und bezieht sich auf die Anwendbarkeit und Erledigung spezifischer Aufgaben, die auf den Ergebnissen von KI-Modellen aufbauen. Etwa die Hälfte der befragten Startups (52,6 %) fokussiert sich speziell auf einzelne Schichten des Technologie-Stacks, während 47,4 Prozent in mindestens zwei Schichten des Technologie-Stacks aktiv sind.

Größte Herausforderungen für KI-Startups

Als größte Herausforderungen für generative KI-Startups wurde ins Feld geführt (Mehrfachnennungen möglich):

Mangelnde Finanzierung (51 %)

Regulierung (24 %)

Begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung (19 %)

Mangel an qualifizierten Fachkräften (18 %)

Zugang zu hochwertigen Daten (17 %)

Faire Wettbewerbsbedingungen (14 %)

Sonstige regulatorisch-gesetzliche Aspekte (z. B. IP) (10 %)

Sicherheit (5 %)

Sonstige (11 %)

Knapp über die Hälfte der Befragten gibt damit ihre Finanznot preis. Offenbar ist in Europa das Funding, insbesondere im Vergleich zu den USA und China, eine große Herausforderung. Den Daten zufolge haben europäische generative KI-Startups bisher nur rund 2,37 Milliarden Euro an Finanzmitteln gesammelt. Im Gegensatz dazu haben allein zwei Player aus den USA, OpenAI und Anthropic, bis Dezember 2023 bereits über 14 Milliarden Euro an Finanzierung erhalten. Allein diese beiden außereuropäischen KI-Startups haben sechsmal so viel Geld erhalten wie alle rund 669 generativen KI-Startups in der EU zusammen.

„Das globale KI-Wettrennen ist in vollem Gange und Europa muss eine aktive und führende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft übernehmen. Akteure aus den USA und China können unter wesentlich günstigeren Bedingungen arbeiten. Diese Umstände erschweren es europäischen generativen KI-Startups erheblich, mit stark finanzierten Unternehmen aus den USA zu konkurrieren. Die ungleichen Wettbewerbsbedingungen stellen ein Hemmnis für Wachstum und Erfolg auf dem Markt dar und erfordern enorme Anstrengungen und Ressourcen”, so Dr. Andreas Liebl, Managing Director des AppliedAI Institute for Europe.

Neben Geld braucht es High-Performance Computing

Die Daten zeigen weiter, dass etwa die Hälfte (51,6 %) der europäischen Startups im Bereich generative KI den Zugang zu den Supercomputern der European High-Performance Computing Joint Undertaking nutzen möchte, um ihre Modelle zu trainieren. Das EuroHPC JU ist eine Einrichtung von europäischen Staaten und privaten Partnern, die darauf abzielt, die Hochleistungsrechenkapazitäten in der EU voranzutreiben.

„Generative KI-Startups sind an der Spitze neuer technologischer Entwicklungen und treiben Europas Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft voran. Um sicherzustellen, dass Europa eine aktive Rolle bei der Gestaltung und Entwicklung generativer KI spielt, ist daher unverzügliches Handeln notwendig. Andernfalls werden wir nur vom Spielfeldrand zusehen“, kommentierte Dr. Frauke Goll, ebenfalls Managing Director des AppliedAI Institute for Europe.

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