AWS-Studie KI als Schlüsseltechnologie

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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In den vergangenen Jahren hat der Einsatz von KI-Technologien in deutschen Unternehmen signifikant zugenommen und das Potenzial ist laut einer AWS-Studie enorm. Auch auf die Stellenpläne hat die KI-Technologie starke Auswirkungen.

Die Nutzung von KI eröffnet Europa wirtschaftliche Chancen und setzt neues Potenzial frei.(Bild:  Midjourney/ KI-generiert)
Die Nutzung von KI eröffnet Europa wirtschaftliche Chancen und setzt neues Potenzial frei.
(Bild: Midjourney/ KI-generiert)

In den letzten Jahren hat die Nutzung von KI-Technologien in deutschen Unternehmen spürbar zugenommen – und das Potenzial ist enorm, wie eine aktuelle Studie von Amazon Web Services (AWS) zeigt. Die Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2030 digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz und Cloud Computing der deutschen Wirtschaft einen wirtschaftlichen Gesamtnutzen von 668 Milliarden Euro bringen könnten. Besonders in Bereichen wie Prozessautomatisierung und Kundenservice erweist sich KI schon jetzt als echter Gamechanger.

Wachsende Akzeptanz und Einsatz von KI

KI wird in deutschen Unternehmen immer vertrauter. Laut der Studie kennen inzwischen 80 Prozent der befragten Unternehmen die Technologie gut, und fast die Hälfte (48 %)t setzen KI bereits aktiv ein – eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren. Noch 2023 lag dieser Anteil bei nur 36 Prozent, und 2022 waren es sogar nur 28 Prozent. Pilotprojekte für den Einsatz von KI haben 19 Prozent der Unternehmen losgetreten.

Im Gesundheitswesen wird KI bei den Befragten bereits seit über fünf Jahren eingesetzt, was zu Kosteneinsparungen, insbesondere in der Forschung, beiträgt. 69 Prozent der Unternehmen haben KI eingeführt, doch nur 38 Prozent nutzen sie aktiv. Die Hauptanwendungen sind Prozessautomatisierung (64 ) sowie prädiktive Analytik und Kundenservice (je 45 %). Trotz der geringsten KI-Vertrautheit aller Branchen (73 %) erwarten 75 Prozent der Unternehmen eine Steigerung ihres Unternehmenswerts durch den Einsatz von KI, vor allem durch Effizienzgewinne.

Die Automobilbranche in Deutschland ist in der Untersuchung führend bei der Nutzung und dem Verständnis von KI. 71 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI ein, während 90 Prozent damit vertraut sind. Hauptziele sind Kostensenkung und Effizienzsteigerung. Zudem erwarten 77 Prozent der Firmen positive Effekte auf den Unternehmenswert und 79 Prozent auf die Produktivität der Mitarbeiter. Um diese Entwicklung zu fördern, investieren 40 Prozent in Schulungen und 58 Prozent planen, KI-Fachkräfte einzustellen.

Startups als Vorreiter der KI-Innovation

Besonders dynamisch zeigt sich die Startup-Szene: 68 Prozent nutzen bereits KI, während 89 Prozent mit der Technologie vertraut sind. Besonders aktiv sind 18 Prozent, die mit verschiedenen KI-Anwendungen experimentieren. Kundenerwartungen sind ein wichtiger Treiber für KI-Projekte (24 %), und Standortvorteile wie KI-Infrastruktur (32 %) und das lokale KI-Ökosystem (30 %) werden geschätzt. KI wird von Startups vor allem zur Prozessoptimierung und Automatisierung eingesetzt, um Kosteneffizienz zu steigern und Kundenanforderungen gerecht zu werden. Ihre Innovationsfreude treibt nicht nur die Prozessoptimierung voran, sondern wird auch maßgeblich bestimmen, inwiefern das enorme Potenzial der KI-Technologie in Deutschland und Europa ausgeschöpft werden kann.

Fachkräftemangel und regulatorische Unsicherheiten

Trotz des wachsenden Einsatzes von KI stehen viele Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen. Eine der größten Hürden ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften mit digitalen Kompetenzen. Nur 15 Prozent der Unternehmen finden problemlos Mitarbeiter mit den notwendigen Fähigkeiten. Besonders kleinere Unternehmen sowie die Bau- und Fertigungsbranche haben damit zu kämpfen. Dennoch planen 52 Prozent der Unternehmen, in den kommenden Jahren vermehrt KI-Spezialisten einzustellen. Arbeiten werden sie insbesondere in den in der Studie identifizierten Hotspots wie Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Regulatorische Unsicherheiten sind eine weitere Barriere. Trotz des EU-weiten AI Act, der im Dezember 2023 verabschiedet wurde und klare rechtliche Rahmenbedingungen für den Umgang mit KI-Technologien schafft, herrscht bei vielen Unternehmen noch Unklarheit über die genauen rechtlichen Vorgaben. Ab August 2026 tritt er voll in Kraft und viele befürchten, dass es KI-Modellen aus Europa schwerfallen wird, mit den großen amerikanischen Modellen zu konkurrieren, da sich die rechtlichen Vorgaben stark unterscheiden und nicht dieselben Daten für das Training verwendet werden dürfen. Von der Umsetzung des AI Act wird sehr viel abhängen, wie sich KI in Deutschland und Europa zur Schlüsseltechnologie entwickelt.

Zur Studie

Das Beratungsunternehmen Strand Partners hat im Auftrag von Amazon Web Services eine Analyse zum Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die deutsche und europäische Wirtschaft durchgeführt. Im Zuge einer repräsentativen Untersuchung wurden insgesamt fast 30.000 Unternehmen und Privatpersonen befragt. In einer darauf aufbauenden Folgeuntersuchung wurden zusätzlich 1.000 Führungskräfte in Deutschland sowie weitere 300 Entscheider ausgewählt. Sie stammten aus den drei Schwerpunktbranchen Automobilindustrie, Gesundheitswesen und Startups.

Zu den kompletten Ergebnissen

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