Securepoint für Souveränität Keine Macht den US-Servern

Von Natalie Forell 3 min Lesedauer

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Mehr Sicherheit, weniger Abhängigkeit: In Zeiten wachsender digitaler Risiken setzen Unternehmen wieder stärker auf europäische IT-Lösungen. Securepoint adressiert gezielt das Gesundheitswesen sowie KMU mit Lösungen, die auf digitale Souveränität ausgerichtet sind.

Die Abhängigkeit Europas wird immer spürbarer. Deutsche Unternehmen wie Securepoint versuchen, mit neuen Perspektiven und Lösungen dagegenzuhalten.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Die Abhängigkeit Europas wird immer spürbarer. Deutsche Unternehmen wie Securepoint versuchen, mit neuen Perspektiven und Lösungen dagegenzuhalten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Als die US-Regierung kurzfristig den Zugang zur öffentlichen CVE-Datenbank einschränkte, wurde einmal mehr deutlich: Wer auf amerikanische Infrastruktur baut, macht sich politisch abhängig. Für Securepoint ist die Lehre aus solchen Vorfällen eindeutig: Digitale Souveränität sollte oberste Priorität haben. Das Unternehmen aus Lüneburg setzt daher seit Jahren auf Partnerschaften mit deutschen und österreichischen Unternehmen. Auch intern nutzt man bevorzugt eigene Lösungen für beispielsweise Videokonferenzen oder Messaging – um systematische Abhängigkeiten zu vermeiden. Doch so ganz lässt sich das nicht verhindern. Völlige Unabhängigkeit sei derzeit kaum erreichbar, räumt Eric Kaiser, Produktmanager bei Securepoint, ein: „Deutschland hat sich lange zurückgelehnt und zu wenig investiert.“ Der europäische Markt sei dadurch in den Hintergrund geraten – vor allem gegenüber den großen US-Anbietern.

Deutschland hat sich lange zurückgelehnt und zu wenig investiert.

Eric Kaiser, Produktmanager bei Securepoint

Mit 27 Vertriebsgebieten im DACH-Raum setzt Securepoint auf einen flächendeckenden Channel-Vertrieb, der vor allem kleinere Unternehmen, wie Arztpraxen oder Rechtsanwälte adressiert. Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen wächst das Interesse an europäischen Security-Lösungen spürbar. Endkunden beschäftigen sich zunehmend mit digitalen Abhängigkeiten und suchen nach Möglichkeiten, digitale Souveränität zu stärken. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass IT-Sicherheit in vielen KMU noch nicht die oberste Priorität hat: Das Budget und die personellen Ressourcen sind stark begrenzt und Investitionen in die IT-Sicherheit müssen erst abgewogen werden.

Bewegung im Gesundheitswesen

Eric Kaiser, Produktmanager bei Securepoint(Bild:  Securepoint)
Eric Kaiser, Produktmanager bei Securepoint
(Bild: Securepoint)

Ein wichtiger Bereich für Securepoint ist das Gesundheitswesen. Die Sicherheitsrichtlinien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wurden zuletzt verschärft – ab Oktober gelten diesbezüglich strengere Vorgaben. Selbst kleine Arztpraxen müssen künftig unter anderem Firewalls, Antivirenschutz und regelmäßige Backups nachweisen. Außerdem werden Awareness-Schulungen Pflicht. „Bei Arztpraxen war es immer schwer, IT-Security durchzusetzen – da kommt jetzt endlich Bewegung rein“, sagt Kaiser. Der Sicherheitshersteller kooperiert in diesem Bereich mit Anbietern von Praxisverwaltungssystemen (PVS), in welche die IT-Security direkt integriert wird. Eric Kaiser erklärt: „Zuerst kam die Pflicht für die Ärzte, dann kamen Apotheken. Inzwischen müssen aber auch alle anderen Heilberufe wie Hebammen, Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen werden“, erklärt Kaiser. „Dort laufen künftig alle Prozesse zusammen: Abrechnung, E-Rezept, elektronische Patientenakte. Und je mehr Berufsgruppen daran teilnehmen, desto größer wird natürlich auch der Markt.“

Firewalls der Zukunft

Und auch auf technischer Ebene verändert sich der Markt: Cloud-basierte Security-Lösungen ersetzen zunehmend klassische Modelle. „Noch ist davon wenig zu spüren“, sagt Kaiser, „aber wir bereiten uns vor.“ Ein Schritt in diese Richtung ist „Cloudshield“ – Securepoint bietet damit die ersten Dienste für DNS-Sicherheit aus der Cloud an. IT-Sicherheitslösungen müssen flexibler sein, da Unternehmensdienste „wandern“. Unternehmensdienste werden nicht mehr nur lokal betrieben, sondern über zentrale IT-Abteilungen oder neue Cloud-Services. Solche Dynamiken müssen sich bei Unternehmen dann natürlich auch in der Infrastruktur widerspiegeln – die Systeme müssen intelligent werden. „Das sind dann schon Firewalls,“ betont Kaiser. Die Technik würde dann nur anders genannt werden. Noch ist das Zukunftsmusik, aber mit ersten Lösungen bereitet sich Securepoint bereits darauf vor. Und dabei gilt: Abwägen, was sicher und sinnvoll ist. Denn: Nicht alles, was technisch umsetzbar ist, ist gleichzeitig auch sicher.

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