Einer aktuellen Umfrage zufolge wünschen sich 61,1 Prozent mehr Frauen in IT-Berufen, 87 Prozent halten Frauen wie Männer gleichermaßen für entsprechende Berufe geeignet. Welchen Rolle spielen Stereotype in dieser Entwicklung?
Die Initiative #LiT soll gerade auch jungen Frauen Lust auf eine Karriere im Tech-Sektor machen.
Die IT-Branche braucht weibliche Verstärkung. Dieser Ansicht sind über 60 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, so das Ergebnis einer Umfrage des ECO, Verband der Internetwirtschaft e. V. anlässlich des Girls' Day am 22. April 2021 in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey1, an der sich 2.500 Menschen aus Deutschland Anfang April beteiligt haben.
Dabei sind Frauen und Männer sich weitgehend einig: 62,8 Prozent Frauen, 59,5 Prozent Männer halten es für erstrebenswert, dass mehr Frauen Berufe in der IT- und Digitalbranche ergreifen. Nur etwa jede und jeder Zehnte hält nichts davon, dass Frauen verstärkt IT-Berufe ergreifen. 87 Prozent sind der Meinung, dass Männer wie Frauen gleichermaßen für eine Karriere im Tech-Sektor geeignet sind. 11,3 Prozent der Männer halten das eigene Geschlecht für geeigneter. Dem stimmen auch 4,7 Prozent der Frauen zu.
„Mädchen und Frauen sind das größte ungenutzte Potenzial der IT- und Digitalwirtschaft“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Verbands Oliver Süme. Die innovationsstarke und krisenfeste IT-Wirtschaft erlebe schon jetzt einen eklatanten Fachkräftemangel, der gravierende Auswirkungen für die Zukunftsfähigkeit des Digitalstandorts Deutschland bürge. Ursachen seien auch in der mangelnden digitalen Bildung wie in der fehlenden Berufsfeldvermittlung zu suchen, so Süme weiter. Der Verband unterstütze daher die Idee des Girls' Day, Stereotypen in der Berufswahl früh entgegenzuwirken und Mädchen für MINT und Technik zu begeistern. So engagiere sich der Verband beispielsweise in der Initiative MINT - Zukunft schaffen sowie im Schulterschluss mit der Gesellschaft für Informatik dafür, dass die Informatik und digitale Technologien Eingang in die Curricula der Schulen finden. Zudem treibe ECO mit der Initiative #LiT – Ladies in Tech selbst die Förderung von Frauen in Tech gezielt voran.
Frauen ebenso wie Männer für eine Tech-Karriere geeignet
Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern prägen nach wie vor stark die Berufswahl junger Mädchen. „Töchter beziehungsweise Schülerinnen sollten ermutigt werden, technische Berufe zu ergreifen und die damit verbunden tollen Chancen zu nutzen“, mahnt Lucia Falkenberg, Chief People Officer beim Verband der Internetwirtschaft e. V. Wichtig sei es zudem, falschen inneren Glaubensätzen wie „Mädchen können kein Mathe“ entgegenzuwirken.
Schließlich schreitet die Digitalisierung in allen Lebensbereichen voran, ist auch in Pandemiezeiten ein Jobmotor und bietet lukrative Karrieremöglichkeiten. Gesucht werden nicht nur Fachkräfte in klassischen IT-Feldern wie der Entwicklung oder Programmierung, sondern beispielsweise auch im digitalen Marketing, im Bereich Datenschutz oder im Controlling. Diese vielfältigen beruflichen Perspektiven sollten sich weder Mädchen noch Frauen entgehen lassen.
Digitalbranche boomt, doch nur wenige Mädchen und junge Frauen profitieren
Die Nachfrage nach Fachinformatikerinnen und -informatikern ist am Ausbildungsmarkt stetig gestiegen: Selbst in 2020 wurde ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gehört der Ausbildungsberuf Fachinformatiker*in mittlerweile zu den Top-10-Berufen in der Rangliste der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen.
Während der Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung bei den Jungen zu den gefragtesten Ausbildungsberufen zählt, findet bei den Mädchen kein Ausbildungsberuf der IT Eingang in die Top 10.
Auch in den MINT-Studiengängen sind Frauen unterrepräsentiert. Im Wintersemester 2019/2020 waren in Deutschland 237.530 Studierende im Fach Informatik eingeschrieben. Nur 21,8 Prozent davon sind weiblich.2
„Der klischeebehaftete IT-Boysclub und das Nerd-Image der Informatik wirken auf Mädchen und junge Frauen wenig attraktiv“, weiß Falkenberg. Das Fehlen weiblicher Vorbilder attestierten auch die Autoren der vom ECO in Kooperation mit dem Institut für Innovation und Technik Berlin (IIT) im Jahr 2020 veröffentlichten Studie „Frauen in der Internetwirtschaft“ als zentrales Hemmnis. Deshalb sei es so wichtig, erfolgreiche Frauen der Internetwirtschaft sichtbar zu machen. Mit der im Frühjahr 2019 gegründeten Initiative „LiT – Ladies in Tech“ vernetzt der Verband daher Frauen in Tech und verleiht ihnen Sichtbarkeit, um so auch junge weibliche Talente zu inspirieren und zu ermutigen, diese spannende Branche für sich zu entdecken.
Stand: 08.12.2025
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Anmerkungen
1 Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von eco 2.501 Personen zwischen dem 08.04. und 09.04.2021 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Einwohner der BRD ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,4 bzw. 3,5 Prozent.