Neue Kündigungswelle bei Intel Intel streicht weiter: 15 bis 20 Prozent der Foundry-Belegschaft betroffen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Intel will wachsen und baut dafür massiv ab: Der Konzern streicht weltweit Tausende Stellen in seinem Foundry-Geschäft, das eigentlich zum Hoffnungsträger werden sollte. Das geht es aus einem internen Schreiben hervor, das „The Oregonian“ zugespielt wurde.

Einem internen Memo zufolge, das der Redaktion von The Oregonian zugespielt wurde, plant Intel im Foundry-Bereich einen massiven Stellenabbau um 15 bis 20 Prozent.(Bild:  Intel)
Einem internen Memo zufolge, das der Redaktion von The Oregonian zugespielt wurde, plant Intel im Foundry-Bereich einen massiven Stellenabbau um 15 bis 20 Prozent.
(Bild: Intel)

Intel setzt seinen Sparkurs fort und trifft damit ausgerechnet den Unternehmensbereich, den es zuletzt wieder stärken wollte: das Foundry-Geschäft. Laut einem Bericht der US-Zeitung The Oregonian sollen weltweit 15 bis 20 Prozent der Mitarbeiter in diesem Bereich entlassen werden. Das wären nach aktuellen Schätzungen rund 10.000 Beschäftigte.

Interner Strategiewechsel mit bitteren Folgen

Einst war Intel weltweit führend in der Chipfertigung. Doch die Konkurrenz hat das Unternehmen mittlerweile überholt. Die Folgen zeigen sich in rückläufigen Geschäftszahlen. Seit Monaten betont die neue Führung um CEO Lip-Bu Tan die strategische Bedeutung des Foundry-Geschäfts und will es zu einem zentralen Wachstumsfeld machen. Umso überraschender wirkt nun die massive Kürzung.

Wie die US-Tageszeitung berichtet, basiert die Information auf einem internen Memo von Foundry-Vizechef Naga Chandrasekaran, das den Reportern vorliegt und von vier Intel-Angestellten bestätigt wurde. Besonders betroffen dürften die Standorte in Oregon sein, denn dort befindet sich mit der Hillsboro-Fab das Herzstück von Intel Foundry. Allein in diesem US-Bundesstaat arbeiten rund 20.000 Beschäftigte für den Konzern.

Mehr als 10.000 Stellen in Gefahr?

Ende 2024 beschäftigte Intel weltweit fast 110.000 Menschen. Sollte der angekündigte Abbau von 15 bis 20 Prozent tatsächlich auf die gesamte Foundry-Belegschaft zutreffen, könnte die Zahl der betroffenen Mitarbeiter sogar noch deutlich über den geschätzten 10.000 liegen.

Laut Memo soll der Abbauprozess im Juli 2025 beginnen. Intel wollte den Inhalt des Schreibens auf Nachfrage nicht kommentieren, teilte aber mit, dass man „die Menschen mit Respekt behandeln werde, während wir diese wichtige Arbeit abschließen“ (zitiert nach The Oregonian).

Sozialverträglichkeit auf dem Prüfstand

Schon 2024 hatte Intel rund 15.000 Stellen gestrichen, und zwar durch Entlassungen, freiwillige Abgänge, Vorruhestand und natürliche Fluktuation. Dieses Mal jedoch soll es laut internen Hinweisen keine freiwilligen Abfindungsangebote mehr geben. Stattdessen werde nach Investitionsprioritäten und individueller Leistung entschieden, wer das Unternehmen verlassen muss.

„Diese Kürzungen basieren auf einer Kombination aus Portfolioveränderungen, dem Abbau von Ebenen und Positionen, einer Bewertung der Fähigkeiten verbleibender Funktionen und einigen schwierigen Investitionsentscheidungen“, heißt es im Memo. Auch betriebliche Auswirkungen auf den laufenden Fabrikbetrieb sollen dabei berücksichtigt werden.

Dieser Artikel ist zunächst in unserer Schwesterpublikation ElektronikPraxis erschienen.

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