Das Dilemma der verteilten Arbeit Innovation oder Arbeitszufriedenheit

Von Bernhard Lück

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Laut einer VMware-Studie glauben 63 Prozent der Befragten in Deutschland, dass ihr Unternehmen innovativer ist, wenn die Mitarbeiter im Büro sind. Die Studie zeigt auch, dass dort, wo sich die Befragten am innovativsten fühlen, nicht der Ort ist, an dem sie am liebsten arbeiten würden.

76 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Arbeit zufriedener, wenn sie sie an einem Ort ihrer Wahl verrichten können.(Bild:  © – pedrosala – stock.adobe.com)
76 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Arbeit zufriedener, wenn sie sie an einem Ort ihrer Wahl verrichten können.
(Bild: © – pedrosala – stock.adobe.com)

Für die Studie „The Distributed Work Dilemma: When Innovation and Job Satisfaction Compete“ hat Vanson Bourne im Auftrag von VMware von Juli bis August 2022 weltweit Daten von 5.300 Personal-, IT- und Business-Entscheidern sowie von Befragten auf Mitarbeiterebene erhoben. Ein Ergebnis: 76 Prozent der Deutschen sind zufriedener, wenn sie von einem Ort ihrer Wahl aus arbeiten können. Darüber hinaus berichtet mehr als die Hälfte (56 %) der im europäischen Raum befragten Unternehmen mit hybrider Arbeitsweise, dass die Arbeitsmoral, die Kreativität (52 %) und die Zusammenarbeit (53 %) in ihren Teams seit der Zeit vor der Pandemie zugenommen haben.

Messen ist Wissen

In Anbetracht der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit könnten Führungskräfte ihre Mitarbeiter aber wieder ins Büro schicken – in dem Glauben, dass sie dadurch innovativer und produktiver würden. Es gibt jedoch keine Gewissheit über den tatsächlichen Nutzen.

97 Prozent der europäischen Unternehmen mit Richtlinien für ortsunabhängiges und hybrides Arbeiten verwenden formale Metriken, um Innovationen und ihre Auswirkungen auf das Unternehmen und die Mitarbeiter zu messen. Von den Unternehmen mit einer reiner Büropräsenz tun dies nur 82 Prozent.

„Die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit treibt Unternehmen dazu, sich noch stärker auf Innovation und Produktivität zu konzentrieren. Dies sollte jedoch nicht auf Kosten der Fortschritte gehen, die bei der Entwicklung flexiblerer Arbeitspraktiken erzielt wurden“, sagt Ralf Gegg, Vice President End-User Computing VMware EMEA. „Untersuchungen haben gezeigt, dass hybride Arbeitsformen zu zufriedeneren, engagierteren und besser zusammenarbeitenden Teams führen, was sich in einer höheren Produktivität niederschlagen kann. Die Mitarbeiter sind der Meinung, dass sie bessere Leistungen erbringen können, wenn sie die Möglichkeit haben, hybrid zu arbeiten, und sie die entsprechenden Tools nutzen können. Unsere Untersuchung legt nahe, dass mehr Unternehmen formale Messgrößen definieren sollten, damit die qualitative Wahrnehmung mit konkreten, quantifizierbaren Werten untermauert werden kann.“

Untersuchungen haben gezeigt, dass hybride Arbeitsformen zu zufriedeneren, engagierteren und besser zusammenarbeitenden Teams führen, was sich in einer höheren Produktivität niederschlagen kann.

Ralf Gegg, Vice President End-User Computing VMware EMEA

Auf Innovation, Produktivität und Flexibilität setzen

Fast drei Viertel (72 %) der befragten Unternehmen in der EMEA-Region planen, in den nächsten zwölf Monaten deutlich mehr in ihre digitale Kultur zu investieren. In Deutschland sind es sogar 78 Prozent. Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen (31 %) legt den Schwerpunkt auf Investitionen, die Innovation und Kreativität fördern.

Automatisierung und digitale Tools helfen Unternehmen, mit weniger mehr zu erreichen. Von den deutschen Unternehmen, bei denen die Investitionen in Automatisierung gestiegen sind, investiert die Hälfte in Lösungen zur Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter. Darüber hinaus wollen 40 Prozent durch Automatisierung Innovationen beschleunigen, während 50 Prozent schnellere und kostengünstigere Abläufe anstreben. Die höchsten Investitionen sind bei Unternehmen mit hybriden oder ortsunabhängigen Arbeitsplätzen zu verzeichnen, im Gegensatz zu Unternehmen mit reinen Büroarbeitsplätzen. Geschäftliche Innovation und Produktivität haben also Vorrang, müssen aber nicht auf Kosten der Flexibilität des Arbeitsplatzes gehen.

Ralf Gegg von VMware erklärt: „Wir gehen nicht davon aus, dass es eine große Trendwende geben wird und die Mehrzahl der Mitarbeiter gezwungen wird, wieder komplett im Büro zu arbeiten. Unternehmen sollten weiterhin das richtige Gleichgewicht zwischen der Förderung von Innovationen und der Motivation und Produktivität der Mitarbeiter finden. Durch Investitionen in Tools für die digitale Zusammenarbeit, Automatisierung und teambildende Maßnahmen können Unternehmen ihre Effizienz und ihren Erfolg steigern und gleichzeitig die Flexibilität bieten im Büro, von zu Hause aus oder mobil zu arbeiten.“

Innovation am Arbeitsplatz ist eines von vielen Themen, die in der Distributed-Work-Dilemma-Studie behandelt werden. Weitere Erkenntnisse sind:

  • Machtverschiebung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern: Während Resignation und Fachkräftemangel die Arbeitnehmer in den letzten Monaten in den Mittelpunkt des Interesses gerückt haben, sorgt das aktuelle Wirtschaftsklima für Turbulenzen in der Machtdynamik zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern – wobei die Arbeitgeber langsam die Oberhand gewinnen.
  • Großer Fachkräftemangel und steigende Fluktuation: Trotz eines allgemeinen Anstiegs der Arbeitszufriedenheit in den vergangenen zwei Jahren ist in allen Branchen und Regionen ein gravierender Mangel an Arbeitskräften zu verzeichnen.
  • Automatisierung erleichtert ortsunabhängiges und hybrides Arbeiten: Investitionen in Technologie – und insbesondere in Automatisierung – sind entscheidend für die Verringerung von Burn-out und die Erleichterung der Zusammenarbeit, die für die Aufrechterhaltung von Innovationen erforderlich ist, selbst bei verteilten Arbeitsumgebungen.

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