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Deutsche Ingenieurskunst im Power 7

Maßgeblich an der Entwicklung des Power 7 beteiligt war das IBM-Entwicklungslabor in schwäbischen Böblingen unter der Leitung von Ralf Fischer. Hier arbeiten 300 Mitarbeiter an neuen Technologien. „Der neue Chip ist ein Quantensprung im Datendurchsatz“, schwärmt Fischer. Der Datendurchsatz hat sich gegenüber dem Power 6 vervierfacht. Er erklärt: „Wir mussten auf die 45-Nanometer-Technologie warten, denn erst sie hat es uns erlaubt, einen so enorm großen Cache mitten auf dem Chip unterzubringen.“ Alle acht Kerne können auf den gemeinsamen 32-Megabyte-Level-3-Cache zugreifen. Mittels dieser Speicherbandbreite können 100 Gigabyte pro Sekunde verarbeitet werden. Werden vier der acht Cores abgeschaltet, laufen die einzelnen Threads in den verbleibenden Kernen um etwa 20 Prozent schneller, da der Cache effektiver genutzt wird. Einfache Batch-Jobs können dann sogar in der Hälfte der Zeit abgearbeitet werden.
Doch wozu werden dieses gigantischen Rechenleistungen benötigt?
Außer den typischen Supercomputer-Rechenzentren wie sie etwa die NASA, die NSA und verschiedene Universitäten auf der ganzen Welt betreiben, rückt ein neues Schlagwort in den Fokus der Wirtschaft: „Business Analytics“, kurz BA. Ralf Fischer hat ein anschauliches Beispiel parat: „Nehmen wir an, wir befinden uns in der Modebranche und fertigen Hosen, Hemden und Röcke. Wir nähern uns dem Ende des Geschäftsjahres und planen die Bestellung neuer Stoffe für das neue Jahr. Wir analysieren die Verkäufe und versuchen Trends abzuleiten. Wir kommen jedoch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis. Nun analysieren wir alle Youtube-Videos aus den letzten sechs Monaten daraufhin, was die Leute für Hosen und Hemden tragen, wie lang die Röcke sind und welche Farben angesagt sind. Das ist Business Analystics. Einfach formuliert heißt das, ich nutze einfach alle mir zu Verfügung stehenden Daten. Hierfür sind gigantische Rechenleistungen notwendig.“ (Anm. d. Red. : Auf bekannten Videoportalen wie Youtube und MyVideo erscheinen jede Woche rund 1,3 Millionen neue Filme.) Die hohe Leistung wird auch für neue Geschäftsmodelle und Branchen-Innovationen von intelligenten Stromnetzen bis hin zur Echtzeit-Datenanalytik benötigt.
Preise und Verfügbarkeit
Preise für Deutschland sind noch nicht bekannt. Laut IBM kosten die Power-7-Systeme jedoch gleichviel wie ihre Vorgänger. Also gilt: „Doppelte Leistung, gleicher Preis.“ Mit der Verfügbarkeit auf dem deutschen Markt dürfte ab April zu rechnen sein.
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