AWS-Studie zur Einführung generativer KI in deutschen Unternehmen Generative KI wird Chefsache

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Eine Studie von AWS zeigt: Deutsche Unternehmen priorisieren generative KI bei ihren Investitionen für 2025. Die Technologie verändert nicht nur Budgets, sondern auch die Führungsetagen – mit dem Chief AI Officer als neuer Schlüsselrolle. Der größte Bremsfaktor bleibt der Mangel an Fachkräften.

Laut AWS-Studie 2025 setzen deutsche Unternehmen auf generative KI – mit neuen Rollen wie dem Chief AI Officer und hybriden Umsetzungsstrategien.(Bild:  KI-generiert)
Laut AWS-Studie 2025 setzen deutsche Unternehmen auf generative KI – mit neuen Rollen wie dem Chief AI Officer und hybriden Umsetzungsstrategien.
(Bild: KI-generiert)

Generative KI ist in der Mitte der deutschen Unternehmenslandschaft angekommen. 93 Prozent der befragten IT-Entscheider geben an, bereits entsprechende Tools zu testen; 88 Prozent führen aktiv Experimente durch. Fast die Hälfte (45 Prozent) ist über den Proof-of-Concept hinaus und beginnt mit der Integration in bestehende Workflows.

Doch trotz des Elans bleibt der nächste Schritt schwierig: Von durchschnittlich 48 Experimenten im Jahr 2024 werden nur 18 Projekte tatsächlich in den Betrieb überführt. Laut der von AWS beauftragten Studie ist der Hauptgrund dafür der Mangel an qualifizierten Fachkräften.

Für die Studie wurden IT-Entscheidungsträger aus mehr als 3.739 Unternehmen in neun Ländern – darunter 418 aus Deutschland – befragt. Die Umfrage wurde im Januar und Februar 2025 online durchgeführt.

Chief AI Officer auf dem Vormarsch

Mit dem technischen Fortschritt wächst auch der organisatorische Anpassungsdruck. 60 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits einen Chief AI Officer (CAIO) installiert, weitere 24 Prozent planen dies bis 2026. Diese neue Führungsrolle ist verantwortlich für die strategische Implementierung generativer KI über Abteilungsgrenzen hinweg – eine Reaktion auf die steigende Komplexität und den wachsenden Einfluss von KI auf Geschäftsprozesse.

IT-Budgets 2025: KI schlägt Security

Für das Jahr 2025 priorisieren 43 Prozent der IT-Entscheider generative KI bei ihren Technologieausgaben – vor Sicherheitslösungen (35 Prozent), Rechenleistung (9 Prozent), Speicher (8 Prozent) oder physischer Hardware (4 Prozent). Wichtigstes Entscheidungskriterium bei der Auswahl von KI-Tools ist die einfache Integration in bestehende Arbeitsabläufe. Zudem fordern 47 Prozent klare Sicherheitsrichtlinien für den KI-Einsatz.

Personalstrategie: Schulung und Zukauf

Um die Lücke zwischen Experiment und Umsetzung zu schließen, setzen Unternehmen auf Qualifizierung: 47 Prozent verfügen bereits über Schulungsprogramme für generative KI, 25 Prozent planen entsprechende Programme bis Ende 2025. Allerdings fehlt es vielen Unternehmen an Wissen darüber, wie solche Programme konkret aufgebaut werden sollen. Budgetrestriktionen verschärfen das Problem.

Parallel dazu planen 91 Prozent der Unternehmen, im Jahr 2025 neue Fachkräfte mit KI-Know-how einzustellen. Die Nachfrage nach KI-Talent wird damit zum kritischen Erfolgsfaktor.

Hybridstrategien dominieren

Statt eigene KI-Modelle zu entwickeln, setzen viele Unternehmen auf hybride Modelle:

  • 62 Prozent erstellen maßgeschneiderte Anwendungen auf Basis von Standardmodellen,
  • 57 Prozent nutzen feinjustierte bestehende Modelle,
  • nur 19 Prozent entwickeln KI-Systeme vollständig intern.

Auch beim Betrieb der Systeme ist Teamwork gefragt: 47 Prozent der Unternehmen kombinieren internes Know-how mit externen Partnern. Nur zehn Prozent verlassen sich ausschließlich auf Drittanbieter.

Die AWS-Studie zeigt: Generative KI ist schon längst kein Zukunftsthema mehr – sie hat bereits jetzt die strategische Ausrichtung deutscher Unternehmen verändert. Ob durch neue Rollen wie den CAIO, durch neue Budgetprioritäten oder durch veränderte Personalstrategien – Unternehmen, die skalieren wollen, müssen technologisch, organisatorisch und personell aufrüsten. Die kommende Phase wird zeigen, wer wirklich in der Lage ist, KI-Innovationen dauerhaft in den Geschäftsalltag zu integrieren.

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