Channel Fokus: Fachkräfte für die IT-Branche Frauen in IT-Berufen: Zeit, umzudenken!

Von Heidi Schuster 3 min Lesedauer

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Haben Frauen kein Interesse an Tech-Berufen? Marisa Mohr, Head of Research & Development und Anna-Lena Popkes, Machine Learning Engineer bei Inovex, berichten über das Nachwuchs-Engagement ihres Arbeitgebers und über falsche Vorurteile.

In den EU-Mitgliedstaaten sind bislang nur 22 Prozent Frauen in der Technologie-Branche tätig.(Bild:  Roman - stock.adobe.com)
In den EU-Mitgliedstaaten sind bislang nur 22 Prozent Frauen in der Technologie-Branche tätig.
(Bild: Roman - stock.adobe.com)

Ein Vorreiter im Channel in Sachen IT-Nachwuchs ist sicherlich der IT-Dienstleister Inovex, der mit zahlreichen Angeboten und mit der Teilnahme an mehreren Initiativen versucht, Mädchen und Jungen für Tech-Berufe zu begeistern. Aktuell liegt der Frauenanteil bei dem IT-Dienstleister bei 23 Prozent. 17 Prozent arbeiten dabei in IT-Berufen – mit positiver Entwicklung.

Bei Inovex steigt der Frauenanteil kontinuierlich.(Bild:  Inovex)
Bei Inovex steigt der Frauenanteil kontinuierlich.
(Bild: Inovex)

Marisa Mohr, Head of Research & Development und Anna-Lena Popkes, Machine Learning Engineer bei Inovex, kennen die Probleme, mit denen Mädchen und Frauen in der IT kämpfen und berichten über die Nachwuchsförderung von Inovex, insbesondere der von Mädchen und Frauen, im Interview.

ITB: Inovex macht seit längerem beim Girls´ Day mit und zeigt Mädchen, was man mit Software anstellen kann. In wie weit lohnt sich dieses Engagement für ihren Arbeitgeber?

Mohr: Das ist schwer messbar, da zwischen Schule und Berufseinstieg noch eine große Spanne liegt. Unser Engagement spiegelt unsere Unternehmenswerte wieder, insbesondere Empathie und Familienfreundlichkeit, die uns helfen, Bewerberinnen zu erreichen. Mit unserem großen Studierendenprogramm mit etwa 100 Studierenden, gewinnen wir einen großen Anteil unserer Mitarbeitenden – darunter viele und immer mehr Frauen.

Popkes: Ich stimme Marisa zu, die Spanne ist einfach zu groß. Ich finde, dass das Ziel nicht ausschließlich sein muss, Nachwuchs für Inovex zu gewinnen. Wir wollen vor allem Frauen und Mädchen stärken und ermutigen, in die technischen Felder zu gehen. Und das erreichen wir auf jeden Fall! Beim Projekt „KI macht Schule“ haben wir auch Events nur für Mädchen angeboten. Dabei konnten wir einige Schülerinnen ermutigen, die technische Studienwahl zu verfolgen, die sie sich insgeheim wünschen, aber oft nicht zutrauen.

ITB: Sehen Sie, dass es bei Mädchen und Frauen am Interesse gegenüber der IT fehlt?

Mohr: Nein. Aber es braucht ein geschütztes Umfeld, in dem sich Mädchen ausprobieren und das Interesse stärken können. Ohne direkt in Konkurrenz zu Jungs zu stehen.

Popkes: Im Gegenteil! Das Interesse ist groß. Jedoch sind Mädchen oft unsicher ob diese „Jungssachen“ etwas für sie sind und ob sie sich technische Berufe zutrauen. Es fehlen weibliche Vorbilder, die greifbar sind. Also nicht unbedingt Frauen, die im Silicon Valley ein großes Unternehmen leiten, sondern welche, die im unmittelbaren Umfeld vorleben, dass Frauen in technischen Berufen genauso gut aufgehoben sind wie Männer. Auch das können wir durch unser Engagement erreichen.

Im Interview

Dr. Marisa Mohr

Dr. Marisa Mohr

Head of Research & Development
Inovex

Anna-Lena Popkes

Anna-Lena Popkes

Machine Learning Engineer
Inovex

Bildquelle: Inovex

ITB: Ist der Einstieg in die Tech-Branche für Frauen wirklich schwerer?

Mohr: Ja, in gewissen Punkten schon. Frauen bringen häufiger einen anderen Mix aus Hard- und Softskills mit. Softskills werden in Vorstellungsgesprächen meistens weniger gewichtet, sodass Männer im direkten Vergleich schneller überzeugen. Wobei gerade bei der Kundenarbeit Softskills von großem Interesse sind. Hinzu kommt, dass Diskriminierung von Mädchen und jungen Frauen an Schulen oder Universitäten noch viel zu häufig stattfindet und abschreckt. Da braucht es ein dickes Fell. Außerdem findet man Diskriminierung im Arbeitsumfeld und familienunfreundliche Bedingungen noch viel zu häufig vor, sodass die Ausstiegsquote bei Frauen viel höher ist, als bei Männern. Es erfordert ein allgemeines Umdenken der gesamten Arbeitswelt, dass Chancengleichheit ermöglicht, ohne dass Frauen und Männer über einen Kamm geschert werden.

Popkes: Ich habe zig mal den Spruch gehört „Du studierst Informatik? So siehst du gar nicht aus!“

ITB: Ihr Arbeitgeber engagiert sich insgesamt sehr stark beim Nachwuchs. Neben der Teilnahme am Girl´sDay ist Inovex Bildungspartner der Girls’ Day Akademie. Dazu kommen Devoxx4kids, KI macht Schule und das Engagement bei der Initiative Naturwissenschaft & Technik. Spürt Inovex den Fachkräftemangel dennoch am eigenen Leib oder zahlen sich die Mühen aus?

Mohr: Ja, den Fachkräftemangel spüren wir auch. Es ist schwer, erfahrene, gute Leute zu bekommen. Deshalb investieren wir auf unterschiedlichen Ebenen viel in die Nachwuchsförderung. Den Frauenanteil konnten wir über die Jahre stetig erhöhen – auch wenn es langsam geht und noch viel Luft nach oben ist.

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