Fitnessprogramm für die „Digitale Dekade“ Europas Plan für technologische Souveränität und nachhaltige digitale Innovation

Von Barbara Gribl 3 min Lesedauer

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Hinter der „Digitalen Dekade“ steckt eine strategische Initiative der EU, um die Digitale Transformation bis 2030 entscheidend voranzutreiben. Diese Strategie basiert auf vier zentralen Zielen, die als Fahrplan für den digitalen Fortschritt dienen sollen.

Die Digitale Dekade Europas: Der Fahrplan für technologischen Fortschritt und Innovation ebnet neue Wege in die Zukunft.(Bild: ©  kalafoto - stock.adobe.com)
Die Digitale Dekade Europas: Der Fahrplan für technologischen Fortschritt und Innovation ebnet neue Wege in die Zukunft.
(Bild: © kalafoto - stock.adobe.com)

Grundlegend sollen zum einen digitale Kompetenzen bei der Bevölkerung gestärkt werden. Bis 2030 wird angestrebt, dass mindestens 80 Prozent der EU-Bürger über fundamentale digitale Kompetenzen verfügen und 20 Millionen Fachkräfte im Bereich der Informationstechnologie (IT) beschäftigt sind.

Zum anderen fokussiert sich die Strategie auf die digitale Transformation von Unternehmen. Hierbei sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durch Integration von Technologien wie Cloud Computing, künstliche Intelligenz (KI) und Big Data ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Während die Nutzung solcher Technologien im Jahr 2023 noch unter der gesetzten Zielmarke lag, sollen bis 2030 mindestens 75 Prozent der Unternehmen der EU diese Technologien nutzen.

Ausbau von Highspeed-Internet, 5G und Online-Services für alle Bürger

Infrastrukturell strebt die EU eine umfassende Versorgung mit gigabitfähigem Internet und 5G für alle Haushalte an und plant den Ausbau sicherer, moderner und nachhaltiger digitaler Infrastrukturen, einschließlich der Verdopplung des EU-Anteils an der globalen Halbleiterproduktion. Schließlich soll sich auch in puncto Digitalisierung in öffentlichen Diensten mehr tun, wobei wesentliche Dienstleistungen vollständig online verfügbar sein sollen und alle Bürger Zugang zu einer sicheren digitalen Identität sowie zu elektronischen Patientenakten erhalten.

Ein eigenständiges Digitalministerium ist im Aufbau. Staatsmodernisierung, Bürokratieabbau, Wirtschaftswachstum und digitale Souveränität sind die großen Schlagworte. Lediglich schnelle Konkretisierungen stehen noch aus.

Das neue [digitale] Ministerium wird Motor sein für konkrete, sichtbare Fortschritte der Digitalisierung und eine moderne, handlungsfähige Verwaltung.

Dr. Karsten Wildberger, Bundesdigitalminister

Dr. Karsten Wildberger, erster Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung der Bundesrepublik Deutschland, bezieht sich öffentlich auf die Rolle des digitalen Ministeriums und sieht dieses als treibende Kraft für Fortschritte in der Digitalisierung sowie für eine moderne Verwaltung.

Diese Ausrichtung passt gut zur Digitalen Dekade. Ein digitales Ministerium kann die Umsetzung ihrer Ziele entscheidend unterstützen, indem es die Einführung digitaler Technologien fördert, regulatorische Rahmenbedingungen schafft und die Digitalisierung innerhalb der Verwaltung vorantreibt. Es könnte somit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der gesetzten Ziele, wie beispielsweise der Digitalisierung öffentlicher Dienste und der Stärkung digitaler Kompetenzen, leisten.

Stärkung Europas: Technologische Unabhängigkeit und digitale Regulierung

Das politische Programm der Digitalen Dekade, das am 9. Januar 2023 in Kraft trat, etabliert einen verbindlichen Rahmen für die Verwirklichung dieser Ziele. Ein integraler Bestandteil dieses Vorgangs ist der jährliche Kooperationszyklus, der durch den Index der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) geführte Fortschrittsmessungen und Empfehlungen für Maßnahmen umfasst.

Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der EU-Kommission, betont die Notwendigkeit technologischer Souveränität und Resilienz innerhalb Europas: „Wenn wir über technologische Souveränität sprechen, ist es wichtig, dass wir in allen wichtigen Sektoren über eigene Kapazitäten verfügen und bei kritischen Dienstleistungen nicht von einem Unternehmen oder Drittstaat abhängig sind.“

Investitionen in Schlüsseltechnologien wie KI, Quantentechnologien und Halbleiter sollen Europas Unabhängigkeit und Kapazitäten in diesen Bereichen stärken, dabei jedoch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern nicht ausschließen.

Ein wichtiger Teil unserer Wettbewerbsfähigkeit im Technologie- und Digitalbereich ist die enge Zusammenarbeit mit Partnern. Gleichzeitig sollten wir über eigene Kapazitäten verfügen.

Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der EU-Kommission

Durch die Umsetzung all dieser Maßnahmen will die EU sicherstellen, dass der digitale Wandel nicht nur die technologische Innovation, sondern auch die europäischen Werte wie Inklusion, Sicherheit und Nachhaltigkeit voranbringt und die Gesellschaft in die digitale Zukunft führt.

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