GfK-Konsumklimastudie für Mai 2022 Es geht langsam bergauf

Von Heidi Schuster

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Die Verbraucherstimmung in Deutschland bricht im Mai nach dem Rekordtief im Vormonat nicht weiter ein. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung verzeichnen moderate Zuwächse, während die Anschaffungsneigung nahezu unverändert ist.

Mit einer schnellen Erholung des Konsumklimas ist derzeit nicht zu rechnen.(Bild:  Natalia - stock.adobe.com)
Mit einer schnellen Erholung des Konsumklimas ist derzeit nicht zu rechnen.
(Bild: Natalia - stock.adobe.com)

Im April hatte die Verbraucherstimmung in Deutschland ein Rekordtief erreicht, im Mai zeigt die GfK-Konsumklimastudie leichte Tendenzen nach oben.

„Damit verbessert sich das Konsumklima zwar geringfügig, die Konsumstimmung ist aber nach wie vor an einem absoluten Tiefpunkt,“ erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Trotz weiterer Lockerungen coronabedingter Beschränkungen drücken der Ukraine-Krieg und vor allem die hohe Inflation schwer auf die Stimmung der Verbraucher.“

Eine nachhaltige Trendwende bei der Konsumstimmung hängt laut den Marktforschern weiterhin von zwei wesentlichen Faktoren ab: Zum einen muss der Konflikt in der Ukraine durch erfolgreiche Friedensverhandlungen beendet werden und zum anderen muss die Inflation spürbar zurückgeführt werden. Bei letzterem wird es in erster Linie von der Europäischen Zentralbank abhängen, dies durch eine angemessene Geldpolitik zu begleiten.

Konjunkturerwartung

Nach zwei Monaten mit spürbaren Einbußen legt die Konjunkturerwartung im Mai etwas zu. Mit einem Plus von 7,1 Punkten weist der Indikator aktuell -9,3 Punkte auf. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres ist dies allerdings ein Minus von gut 50 Punkten.

Zwar bricht die Konjunkturerwartung im Mai nicht weiter ein, dennoch fürchten die Verbraucher immer noch eine Rezession. Lieferkettenprobleme und fehlende Halbleiter verhindern derzeit eine nachhaltige Erholung weiter Teile der deutschen Wirtschaft. Damit können auch die Lockerungen Corona-bedingter Beschränkungen ihre erhoffte positive Wirkung auf die Konjunktur vorerst nicht entfalten.

Einkommenserwartung

Nachdem die Einkommenserwartung im April auf den niedrigsten Wert seit fast zwanzig Jahren abstürzte, kann sie sich aktuell wieder etwas erholen. Der Indikator gewinnt 7,6 Punkte hinzu und klettert auf -23,7 Punkte. Im Vorjahresvergleich weist die Einkommensstimmung noch immer ein beachtliches Minus von mehr als 43 Zählern auf.

Trotz der Verbesserung bleibt das Niveau weiterhin enorm niedrig. Wesentlicher Grund für die schwachen Einkommensaussichten ist neben der Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg vor allem die hohe Inflation, erklärt die GfK. Explosionsartig gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise knabbern an der Kaufkraft der Haushalte und verhindern derzeit eine bessere Entwicklung des Einkommensindikators.

Anschaffungsneigung

Die Konsumneigung hat sich gegenüber dem Vormonat kaum unverändert. Der Indikator Anschaffungsneigung verliert nur minimale 0,5 Punkt und weist aktuell -11,1 Zähler auf. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres sind das gut 21 Zähler weniger.

Als Folge schwacher Konjunktur- und Einkommensaussichten bleibt auch die Konsumneigung der Verbraucher spürbar gedämpft. Hohe Preise für Energie und Lebensmittel sorgen dafür, dass entsprechend weniger Geld für andere Anschaffungen zur Verfügung steht.

Prognose für Juni

Die GfK prognostiziert für das Konsumklima für Juni -26,0 Punkte und damit 0,6 mehr als im Mai dieses Jahres (revidiert -26,6 Punkte).

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 5. bis 16. Mai 2022. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher. Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

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