Zukunft der ehemaligen Promarkt-Ableger Electronic Partner schnappt sich fünf Medimax-Filialen aus der Insolvenz
Die Verbundgruppe Electronic Partner führt nach Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter vier Medimax-Filialen weiter und setzt in einer fünften Franchise-Nehmer ein. Die Standorte Böblingen, Magdeburg, Berlin-Gropiusstadt, Schenefeld bei Hamburg und Langenfeld haben damit zunächst eine gesicherte Zukunft.
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Die Vorgeschichte spielt eine tragende Rolle: Seit Anfang 2006 kooperierten die Gebrüder Michael und Matthias Wegert mit Electronic Partner (EP) und betrieben seitdem einige Promarkt-Läden unter dem Label Medimax. Dann mussten die Wegerts im Februar dieses Jahres Insolvenz für 27 Medimax-Filialen anmelden. Hintergrund ist, dass der Franchise-Geber Electronic Partner (EP) nicht mehr für Verbindlichkeiten der Berliner Gesellschaft haften wollte und das Delkredere-Abkommen fristlos und ohne Ankündigung gekündigt hatte. Übrigens: Die heute noch existierenden Pro-Märkte in Deutschland gehören nicht zur Wegert-Gesellschaft, sondern sind Teil des Rewe-Imperiums. Sie haben mit der Wegert-Pleite nichts zu tun.
Nun nähern sich die Promarkt Handels GmbH und EP einander wieder an. Eigenen Angaben zufolge stand die Verbundgruppe EP seit der Insolvenz »in ständigem Dialog« mit dem Insolvenzverwalter der gestrauchelten Firma, Professor Rolf Rattunde.
Übernahme im August
Jetzt will Electronic Partner vier Fachmarktstandorte voraussichtlich noch im August übernehmen, nämlich die Medimax-Filialen in Böblingen, Magdeburg, Berlin-Gropiusstadt, Schenefeld bei Hamburg. Anschließend sollen sie in das Medimax-Filialnetz eingebunden werden. »Wir werden dann diese Standorte unter dem Markenlabel Medimax weiterführen und sind froh, allen Mitarbeitern weiterhin einen Arbeitsplatz anbieten zu können«, kommentiert Oliver Haubrich, Vorsitzender der Geschäftsführung von Electronic Partner den Deal. Für den fünften Standort mit einer zunächst gesicherten Zukunft, Langenfeld, wurde ein selbständiger Unternehmer gefunden, der den Fachmarkt im Franchising mit EP betreiben wird. »Sobald die Kaufverträge in Kraft treten, setzen wir alles daran, die Standorte so schnell wie möglich komplett auf unsere Systeme umzustellen und in unser Filialnetz zu integrieren. Die Gespräche mit den Mitarbeitern vor Ort laufen sehr positiv und daher bin ich optimistisch, dass wir die Filialen schnell wieder zurück auf den Erfolgsweg begleiten«, so Haubrich.
Historie
Im Jahr 1988 eröffneten die Brüder Wegert ihren ersten Pro-Markt in Berlin. Die Kette war einst Hauptkonkurrent der Metro-Tochter Media-Markt. Mit dem Fall der Mauer beginnt der Ausbau in den alten Bundesländern. Zeitweise war auch die Lebensmittelkette Rewe an der Pro-Markt Holding der Wegerts beteiligt. Immer schon eigenständig war hingegen die gleichnamige Pro-Markt GmbH und Co. KG Bremen. 1998 steigt die britische Kingfisher-Gruppe in die Holding ein und übernimmt diese zwei Jahre später vollständig.
Nachdem die Briten nur Verluste gemacht haben, kaufen die Brüder Wegert Pro-Markt für einen symbolischen Preis wieder zurück. Ihr Fokus liegt nun auf einer Tiefpreispolitik. Nach und nach werden die Läden in Makro-Markt umbenannt. Allerdings war den Wegerts kein Erfolg beschieden: Nachdem die Kette immer noch rote Zahlen schrieb, flüchtete sie 2006 unter die Fittiche der Düsseldorfer EP. 16 Märkte verkauften die Brüder ganz. Für die anderen 32 nahmen sie lediglich den Markennamen Medimax an und führten diese als eigenständige Unternehmen weiter.
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