Stargate: Europa im KI-Wettlauf unter Druck Zügiger Ausbau digitaler Infrastrukturen gefordert

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Die US-Initiative „Stargate“ will Milliarden in Künstliche Intelligenz (KI) investieren und setzt Europa unter Zugzwang. Der Verband der Internetwirtschaft Eco mahnt: Ohne leistungsfähige Rechenzentren drohe der Kontinent technologisch den Anschluss zu verlieren. Eine Studie zeigt, wie entscheidend digitale Infrastrukturen für Arbeitsplätze, Innovation und Wertschöpfung sind.

Der Eco-Verband fordert einen schnellen Ausbau digitaler Infrastrukturen in Europa.(Bild:  Kenny - stock.adobe.com)
Der Eco-Verband fordert einen schnellen Ausbau digitaler Infrastrukturen in Europa.
(Bild: Kenny - stock.adobe.com)

Mit „Stargate“ haben die USA laut einer Ankündigung von Präsident Donald Trump einen neuen Maßstab gesetzt. Die Initiative soll bis zu 500 Milliarden US-Dollar in die US-KI-Infrastruktur stecken. Dieses Signal aus den USA lässt Europa unruhig werden. Der Eco – Verband der Internetwirtschaft sieht die Entwicklungen als klaren Weckruf: Europa müsse seine digitalen Infrastrukturen zügig ausbauen, um im globalen KI-Wettbewerb eine Chance zu haben. Digitale Souveränität sei nicht nur ein Schlagwort, sondern eine strategische Notwendigkeit.

eco-Vorstandsvorsitzender Oliver Süme fordert Politik und Wirtschaft auf, gemeinsam zu handeln.(Bild:  eco Verband)
eco-Vorstandsvorsitzender Oliver Süme fordert Politik und Wirtschaft auf, gemeinsam zu handeln.
(Bild: eco Verband)

Aktuell jedoch fehle in Europa die notwendige Infrastruktur, um mit den technologischen Supermächten USA und China Schritt zu halten. Nur durch leistungsfähige und skalierbare Rechenzentren sei es möglich, die immensen Datenmengen zu bewältigen, die durch die Entwicklung und Anwendung von KI entstehen, betont Eco-Vorstandsvorsitzender Oliver Süme: „Ohne leistungsfähige Rechenzentren und Internetknoten bleibt das enorme Potenzial von KI eine bloße Vision: Denn KI-Entwicklung und -Anwendung erfordern eine skalierbare, belastbare und flexible Rechenzentrums-Infrastruktur, um die immensen Datenmengen verarbeiten zu können.“

IW Studie belegt Spillover-Effekte von Rechenzentren

Die vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) durchgeführte Studie „Spillover-Effekte von Rechenzentren: Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland“ (Registrierung notwendig), die unter anderem im Auftrag des Eco-Verbands entstanden ist, unterstreicht die Bedeutung digitaler Infrastrukturen. Demnach hängen rund 5,9 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland an cloudbasierten Geschäftsmodellen, und die volkswirtschaftliche Wertschöpfung durch digitale Infrastrukturen beläuft sich auf etwa 250 Milliarden Euro. Zudem berichten der Studie nach 72 Prozent der Unternehmen, die Rechenzentren nutzen, von zusätzlichen Umsätzen durch optimierte Prozesse.

Doch beim Ausbau der Infrastruktur sind einige Hürden zu überwinden, wie Süme einräumte. Genehmigungsverfahren seien kompliziert und langwierig, Investitionen in Rechenzentren blieben oft aus, und die Standortwahl innerhalb Europas müsse mit Bedacht erfolgen, um Datensouveränität zu gewährleisten. „Politik und Wirtschaft müssen daher jetzt gemeinsam handeln, um den Ausbau von Rechenzentren und Cloud-Lösungen mit höchster Priorität voranzutreiben.”, forderte er.

Eine von Süme vorgeschlagene Lösung: Öffentliche und private Mittel sollen gebündelt werden, um den Ausbau von Rechenzentren voranzutreiben. Gleichzeitig brauche es steuerliche Anreize, um Investitionen attraktiver zu machen. Süme zeigte sich überzeugt, dass ohne ein schnelles Handeln Europas Position im globalen KI-Wettbewerb weiter geschwächt werde.

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