E-Mail aus der Redaktion Ebay und der Zwist zwischen Online- und Offline-Händlern

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Während sich Ebay mit einer Online-Petition gegen Beschränkungen des Internet-Handels stark macht, kämpfen viele reguläre Fachhändler mit „Schweinepreisen“ verschiedener Web-Händler. IT-BUSINESS hat beim Ebay-Juristen Dr. Osthaus nachgefragt, ob er die Probleme des Fachhandels verstehen kann.

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Sehr geehrter Herr Dr. Osthaus,

Ebay sammelt gegenwärtig für eine Online-Petition Unterschriften „gegen unfaire Beschränkungen des Internet-Handels durch einige Markenhersteller“.

Aus Sicht von Endkunden und Online-Händlern ist das sicherlich zu begrüßen, denn letztlich würden die Preise purzeln, wenn die Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Preis relativiert werden. Die „Gruppenfreistellungsverordnung für vertikale Vertriebsvereinbarungen“ („Vertikal-GVO“), die es Herstellern ermöglicht so genannte selektive Vertriebsbeschränkungen vorzunehmen, widersprechen letztlich auch der marktwirtschaftlichen Grundregel, dass Angebot und Nachfrage den Preis regeln sollen. Die Online-Händler unter unseren Lesern werden hier tendenziell Ihre Petition unterstützen.

Aber die stationären Fachhändler bilden die Kehrseite der Medaille, denn die absolute Preistransparenz im Internet führt zu immensem Konkurrenzdruck. Das lässt die Preise auf ein Niveau purzeln, mit dem ein „regulärer“ Fachhändler mit Ladengeschäft seine Kosten nicht mehr decken kann. Besonders „unfair“ geht es in diesem Spannungsfeld dann zu, wenn sich Kunden vom Fachhändler beraten lassen, dann zuhause Preise vergleichen und online einkaufen. Können Sie den Standpunkt der Markenhersteller auch verstehen, wenn sie den Fachhandel insbesondere bei beratungsintensiven Produkten über solche Vertriebsbeschränkungen schützen wollen?

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Riedl, Leitender Redakteur, IT-BUSINESS

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Antwort des Ebay-Juristen Dr. Osthaus.

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