Max Kley setzt sich bei deutschem Halbleiter-Hersteller durch Dr. Wolfgang Ziebart nimmt bei Infineon den Hut

Redakteur: Ira Zahorsky

Die wochenlangen Streitereien bei Infineon zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Ziebart und dem Aufsichtsratschef Max Kley sind beendet. Der 58-jährige Ziebart zieht sich zum 1. Juni von seinem Posten zurück.

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»Auf Grund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens« verlässt der Vorstandsvorsitzende von Infineon, Dr. Wolfgang Ziebart, zum 1. Juni das Unternehmen. Zwiespalt gab es die vergangenen Wochen zwischen Ziebart und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Max Dietrich Kley. Dabei ging es Medienberichten zufolge um eine mögliche Fusion mit NXP, der früheren Chip-Sparte von Philips. Ziebart sah in der Fusion keinen Sinn, da sie Infineon nicht stärken würde, berichtet die Financial Times Deutschland. Die interne Kritik, die Kley auf Grund der Unstimmigkeiten hinnehmen musste, beendete er mit der Vertrauensfrage an den Aufsichtsrat, die einstimmig für ihn ausfiel.

Statt einem Vorstandsvorsitzenden wird Infineon zwischenzeitlich nur einen Vorstandssprecher haben. Diesen Posten übernimmt ab 1. Juni das langjährige Vorstandsmitglied Peter Bauer, der den Geschäftsbereich Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket sowie die zentralen Vertriebsfunktionen verantwortet. Der 47-Jährige war von 1986 bis 1999 in verschiedenen Positionen im Mutterkonzern Siemens AG beschäftigt. Dann wechselte er zu Infineon. Bereits seit der Ausgliederung von Infineon 1999 ist Bauer im Vorstand.

Programm »IFX 10-Plus« soll Verluste minimieren

Infineon kehrte im vergangenen Jahr wieder in die Top Ten der Halbleiterhersteller zurück. Dennoch musste das Unternehmen im zweiten Geschäftsquartal 2008 (1. Januar bis 31. März) einen Verlust in Höhe von 1,39 Milliarden Euro hinnehmen. Deshalb beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat das Programm »IFX 10-Plus«. Ziel des Programms soll die Margenverbesserung durch konsequentes Portfoliomanagement, durch eine stärkere Senkung der Herstellungskosten sowie durch Effizienzsteigerung der Organisation sein.

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