KI und Software
Die Transformation von SaaS zu „Agentic Applications“

Von Dr. Stefan Riedl 12 min Lesedauer

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Die Monetarisierung von Software wird sich im KI-Zeitalter grundsätzlich ändern. Bei Oracle spricht man von „Agentic Applications“. Ein KI-Direktor des Konzerns beschreibt die Technik dahinter und den bevorstehenden Wandel in den Monetarisierungsmodellen.

Im Zeitalter der „Agentic Applications“ könnte sich eine Kombination aus klassischem „Pay per Seat“ und nutzungsbasierter Abrechnung durchsetzen. (Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Im Zeitalter der „Agentic Applications“ könnte sich eine Kombination aus klassischem „Pay per Seat“ und nutzungsbasierter Abrechnung durchsetzen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Code schreibt sich inzwischen quasi von selbst und Software erhält einen neuen Kreis an Nutzern. In beiden Fällen steht Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt des Geschehens, zum Beispiel in Form von Claude Code und mitarbeitenden KI-Agenten. Dass dies nicht spurlos an den Business-Modellen der Software-Branche vorbeigeht, ist längst klar. Auch bei Oracle beobachtet man die Entwicklungen mit Argusaugen und antizipiert, was noch kommen wird. An der Börse wird in diesem Zusammenhang folgendes Narrativ herumgereicht: „KI frisst Software“. Und ein Stück weit ist da auch was dran. Milo Honegger, Director AI Business Value bei Oracle, hat klare Vorstellungen, wie sich das in der Software-Praxis ausspielen wird: „Die Integration von KI verändert das SaaS-Geschäftsmodell deutlich, allerdings weniger disruptiv, als das Schlagwort ‚KI frisst Software‘ suggeriert. Vielmehr erleben wir derzeit eine Transformation von SaaS hin zu sogenannten ‚Agentic Applications‘.“ Das sind Anwendungen, die nicht nur Daten speichern und darstellen, sondern aktiv mitdenken, analysieren und handeln.

Hintergrund

Das Narrativ „KI frisst Software“

Ein Narrativ geht um an der Börse. Es heißt „KI frisst Software“. Es werden zwar keine „Milliarden vernichtet“, wie mitunter aufmerksamkeitsheischend berichtet wird, denn so funktioniert das mit der Marktkapitalisierung nicht. Aber es gibt in gewissen Software-Segmenten seit geraumer Zeit aus Unsicherheit tendenziell mehr Verkäufer als Käufer. Da die KI tatsächlich tiefe Furchen in der Branche rund um monetarisierbaren Programmcode hinterlässt, entstehen Fragen: Wie ändern sich die Geschäfts- und Abrechnungsmodelle in der Software-Branche? Welche Segmente „übernimmt die KI“, und wie soll das überhaupt gehen? Wenn KI den Code schreibt, wie sieht die Qualitätssicherung der Zukunft aus? Welche Rolle werden KI-Agenten im Zusammenspiel mit Software spielen? Die Antworten wird die Zukunft liefern, aber zumindest werden vielerorts folgende Entwicklungen antizipiert: