Rund 75 Prozent der europäischen Betreiber von Rechenzentren sehen den Zugang zur Stromversorgung – grün und sicher – als ihre größte Herausforderung. Damit ist das das dickste Problem, das die Eudca mit ihrem Bericht „State of European Data Centres 2025“ adressiert.
Der Eudca-Bericht „State of European Data Centres 2025“ spricht, wie zu erwarten ist, den Rehenzentren eine tragende Rolle zu, weist auf die Stellen hin, wo es zwickt und zwackt, lässt aber auch keine Zweifel an der Notwendigkeit eines nachhaltigen Wirtschaftens.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Bevor der Report in die Probleme einsteigt, hält er fest: „Rechenzentren sind von grundlegender Bedeutung für den internationalen Wettbewerb, da sie als entscheidende Komponenten der digitalen Infrastruktur Europas die IT-Ausrüstung beherbergen, die Daten speichert und verarbeitet und die digitalen Dienste ermöglicht, die die Grundlage der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft bilden.“
Positiv für den europäischen Datacenter-Markt ist aber die derzeit rasante Entwicklung, die durch die Künstliche Intelligenz (KI) maßgeblich befeuert wird - die Nachfrage übersteige das Angebot ständig - und umfangreiche Investitionen in neue Standorte auf dem gesamten Kontinent nach sich zieht. Das ist nicht nur für die Datacenter-Betreiber selbst bedeutsam, sondern auch für für die gesamt Wirtschaft und Gesellschaft; denn diese Expansion zieht Milliarden Euro an Investitionen an, die das Brutto Inlandsprodukt (BIP) ankurbeln, neue Arbeitsplätze schaffen und eine digitale Souveränität ermöglichen können.
Die Klassfizierung von Rechenzentren in Europa nach Typ und IT-Leistung (50 kW oder mehr), 2023EY.
(Bild: Co-Location and Hyperscale Datacenter Database, pb7 Research 2025)
Michael Winterson, Generalsekretär der Organisation, sagt: „Die digitalen Volkswirtschaften Europas hätten ohne die Grundlage der digitalen Infrastruktur, die ein Netz von mehr als 9.000 Rechenzentren umfasst (siehe: Grafik), nicht aufgebaut werden können.“ Im Jahr 2023 erwirtschafteten laut Report allein die Co-Location-Rechenzentren ein BIP von 30 Milliarden Euro. Prognosen zufolge werden bis 2030 rund 83,8 Milliarden Euro eingefahren werden und Tausende von direkten und indirekten Arbeitsplätzen geschaffen.
Die größte organisatorischen Herausforderungen in den kommenden drei Jahren.
(Bild: Co-Location and Hyperscale Datacenter Database, pb7 Research 2025)
Und der Markt verändert sich: zum Beispiel machten bestehende aktive Wachstumszentren, wie Frankfurt am Main, London, Amsterdam, Paris und Dublin (FLAPD), nun den Weg frei für die Staaten in Nord- und und Südeuropa. Die Konnektivität spielt mehr denn je eine wichtige Rolle, da mehr Unterseekabel und Verbundnetze ins Spiel kommen, die Europa mit Nordamerika, Afrika und Asien verbinden. Das wiederum fördert neue Standorte und Dienste.
Gänzlich unproblematisch ist der Boom dennoch nicht. Rechenzentren haben auch beachtliche Umweltauswirkungen; das betrifft Ressourcen wie Wasser, Platz, Baumaterialien und, was am wichtigsten ist, Strom (siehe: Abbildung). „Um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben und die anhaltende Welle der technologischen Entwicklung und des digitalen Wandels zu unterstützen, muss die Rechenzentrumsbranche sicherstellen, dass sie sich weiterhin auf Effizienz und Nachhaltigkeit konzentriert und gleichzeitig Innovationen vorantreibt", so Winterson. Das anhaltende Wachstum des Sektors wird kontinuierliche Investitionen in die Nachhaltigkeit erforderlich machen
Mit dem Wachstum des Sektors wächst auch seine Verantwortung.
Doch möchte der Report nicht ausschließlich die Hürden betonen, die immerhin jährliche Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro in den Aufbau digitaler Infrastrukturen verursachen. Zwar stehe der Sektor Herausforderungen in Bezug auf die Verfügbarkeit von Energie, Nachhaltigkeit und die Einhaltung von Vorschriften gegenüber, aber böten diese Herausforderungen auch Chancen für Innovationen im Bereich der Energie-Effizienz, Flexibilität und Wärmerückgewinnung. Schon jetzt sollen übrigens rund 94 Prizent des Stroms aus internen oder externen erneuerbaren Energiequellen stammen.
Co-Location und Hyperscale
Bezogen auf die Art der Rechenzentren bezeichnet der Eudca-Report Co-location und Hyperscale-Einrichtungen als „in der Regel moderner“. Sie böten zudem mehr Leistung (kW) pro Rack im Vergleich zu Unternehmensrechenzentren. Bis 2030 erwartet der Interessenverband auch weiterhin „ein sehr starkes Wachstum in allen kommerziellen Segmenten, am stärksten jedoch in den Märkten für Co-Location und Hyperscale.“
Überblich über die laufenden Nachhaltigkeitsinitiativen und derer, die in den kommenden zwei Jahren auf der Tagesordnung bleiben.
(Bild: Co-Location and Hyperscale Datacenter Database, pb7 Research 2025)
Eudca verweist zudem auf die Selbstregulierung, die sich die Branche auferlegt habe (siehe: Abbildung) , etwa durch Initiativen wie der Pakt für klimaneutrale Data Centre Pact (CNDCP) . Man will bis 2030 der EU-Pflicht gehorchend Klimaneutralität erreichen.
Trotz der EU-Energie-Effizienzrichtlinie (EED), 'Grean Deal`' und nationaler Gesetze wie das Energie-Effizienz-Gesetz (EnEfG) glauben nur 36 Prozent der Befragten, dass die Einhaltung von Umweltvorschriften, dass die Einhaltung von Vorschriften in den kommenden Jahren eine Herausforderung Jahren sein wird.
Stand: 08.12.2025
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Das EED-Reporting verlangt, dass bis 2026 neue Rechenzentren mit einer Energiekapazität von 1 MW oder mehr mindestens 10 Prozent ihrer Wärme wiederverwenden müssen. auch EU-weit steigt der Anteil bis 2028 auf 20 Prozent. Alternativ oder zusätzlich zählen Vertragsabschlüsse über die Lieferung von Wärme an Fernwärmenetze. Tatsächlich liegt der Startpunkt nicht so niedrig, wie man glauben könnte: Derzeit verfügen laut Report 31 Prozent der in dem Bericht genannten Co-Location- und Hyperscale-Rechenzentren über die Fähigkeit Wärmekopplung anzubieten, wobei 38 Prozent in solche Initiativen investieren.